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Homöopathie konnte in der Bundestags-Anhörung punkten

Berlin, 3. Juni 2024. Vor dem Bundestagspetitionsausschuss fand heute die Homöopathie-Anhörung statt. Für das Bundesministerium für Gesundheit stand der parlamentarische Staatssekretär Prof. Dr. Edgar Franke (SPD) für Fragen und Antworten bereit. Für die Initiatoren der Bundestagspetition zum Erhalt der Homöopathie in der GKV stellten sich Dr. Stefan Schmidt-Troschke und die Wissenschaftlerin und Ärztin Prof. Dr. Dr. Diana Steinmann den Fragen der Abgeordneten.

Homöopathie konnte in der Anhörung des Petitionsausschusses punkten. Nach anderthalb Stunden lässt sich das Fazit ziehen: die Anhörung ist zugunsten der anthroposophischen Medizin und der Homöopathie gelaufen. In seinem Eingangsstatement kritisierte Stefan Schmidt-Troschke, dass von Seiten des Gesundheitministeriums zu keiner Zeit mit Patientinnen und Patienten oder mit Ärztinnen und Ärzten das Gespräch gesucht wurde – das Vorentscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg getroffen wurden. Er betonte, dass anthroposophische Medizin und Homöopathie kostengünstig seien und dass die Streichung der Leistungen unterm Strich eher teurer würde. Auch auf die Evidenz der Methoden ging Schmidt-Troschke ein und verwies unter anderem auf das neue Systematische Review von Hamre et.al vom Oktober 2023. Schmidt-Troschke schlug im Laufe der Anhörung vor, auf Grundlage von Krankenkassen-Daten, eine Studie durchzuführen, die die Versorgungsrealität in den Praxen zeigen würde.

Deutlich wurde: Durch das Streichen der genannten Methoden können in der GKV lediglich Einsparungen in Höhe von rund 20 Millionen Euro – entsprechend 0,03 Prozent der Gesamtausgaben – verbucht werden. Staatssekretär Franke nannte den Betrag „bescheiden“. Wiederholt wurde in Richtung Ministerium von den Abgeordneten gefragt, ob es Bestrebungen gebe, die Streichung der Satzungsleistungen anthroposophischen Medizin und Homöopathie doch wieder ins Gesetz aufzunehmen. Edgar Franke betonte, es seien keine Einschränkungen vorgesehen, jetzt sei das Parlament gefragt. „Der Ball liegt nicht mehr beim Ministerium, sondern im politischen Bereich.“

Simone Borchardt, CDU, wollte wissen, auf welcher wissenschaftlichen Grundlage das Streichen der Methoden gerechtfertigt sei. Franke wich dieser Frage aus, sprach von der „herrschenden Meinung“ zur Homöopathie und verwies auf das Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), da noch kein homöopathisches Arzneimittel eine Zulassung erhalten habe. Franke wich auch der Frage der Grünen Abgeordneten Corinna Rüffer aus, ob noch mehr Methoden oder Anwendungen gestrichen werden sollen. Er stellte sich einmal mehr auf den Standpunkt, dass ja nun gar nichts gestrichen würde.

Überraschen konnte Staatssekretär Franke mit seinen eigenen positiven Homöopathie-Erfahrungen. Seine Kinder seien immer wieder erfolgreich homöopathische behandelt worden: „Homöopathie kann in der Kindermedizin einiges leisten.“

Die 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), Dr. med. Michaela Geiger, begrüßt die stattgefundene öffentliche Anhörung, die die erfolgreiche Bundestagspetition gegen die Streichung von homöopathische Arzneimittel, anthroposophischen Arzneimittel und ärztlichen Leistungen erreicht hat. „Wir gestalten weiterhin mit unserer ärztlichen Expertise die politischen Verhandlungen mit und setzen uns für eine adäquate Rolle der Homöopathie im Gesundheitssystem ein.“

Die Anhörung ist in der Mediathek des Bundestags zu sehen. Zum Beitrag.

 


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2024-06-03T18:27:24+02:00

Eine juristische Analyse des Anti-Homöopathie Beschlusses des 128. Deutschen Ärztetags

Der DZVhÄ hat Jan Matthias Hesse, Fachanwalt für Medizinrecht aus Stuttgart, beauftragt, die juristische Seite des Antrags Ic-126 auf dem 128. Deutschen Ärztetag zu betrachten. Dieser von einer knappen Mehrheit der DÄT-Delegierten angenommene Antrag hätte das Aus der Homöopathie im Gesundheitssystem zur Folge, würde er durch die Politik umgesetzt. Diese Analyse ist Mitgliedern des DZVhÄ vorbealten. Zum Beitrag im Mitgliederbereich.

2024-05-29T12:00:37+02:00

Der 128. Deutsche Ärztetag spaltet die Ärzteschaft, spaltet die Gesellschaft

Berlin, 10. Mai 2024. Die Delegierten des 128. Deutschen Ärztetags folgen einem Antrag, der ein vollständiges Aus der Homöopathie im Gesundheitssystem bedeutet. „Dieser Beschluss spaltet, ist destruktiv und das Gegenteil von Heilen! Wir fordern die Politik auf, sich dieser Tendenz mit Entschlossenheit entgegenzustellen“ fordert Dr. med. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). „Die Sorge um kranke Menschen darf auf keinen Fall den Kräften von Weltanschauung und Willkür zum Opfer fallen!“

Der 128. Deutsche Ärztetag hat als Auftakt in einer Resolution ein deutliches Signal für Pluralismus und Toleranz im ärztlichen Handeln gesetzt. Die Delegierten wollen sich für eine freie, plurale und tolerante Gesellschaft einsetzen. Am Ende dieses Ärztetags handeln die Delegierten in knapper Mehrheit dem zuwider. Sie beschließen, Kolleginnen und Kollegen auszuschließen, ihnen ihre wirtschaftliche Grundlage und ihren Beruf zu nehmen, sie als unehrenhafte Ärztinnen und Ärzte zu brandmarken. Mit 117 zu 97 Stimmen wurde festgestellt, „dass die Anwendung von Homöopathie in Diagnostik und Therapie in der Regel keine mit rationaler Medizin, dem Gebot der bestmöglichen Behandlung sowie einem angemessenen Verständnis medizinischer Verantwortung und ärztlicher Ethik vereinbare Option darstellt.“ Die Antragsteller berufen sich in ihrer Begründung auf eine Online-Veröffentlichung aus dem Jahr 2017 der European Academies Scientific Advisory Council“ (EASAC), die nicht einmal ein Peer-Review-Verfahren durchlaufen hat. Darin zeigt sich, dass die Antragsteller den aktuellen Stand der Wissenschaft leugnen und die Basis ihres Beschlusses nicht wissenschaftlich begründbar ist.

Die Ärztetag-Empfehlung

  • diskriminiert eine weltweit bewährte Therapiemethode, weil ihre Anwendung in der ärztlichen Praxis ethischen Grundsätzen angeblich nicht genüge.
  •  bevormundet Patientinnen und Patienten, indem sie ihnen einen in ärztlicher Hand sicheren Zugang zur Homöopathie verwehrt.
  • lässt die positiven Homöopathie-Erfahrungen mündiger Bürgerinnen und Bürger komplett außer Acht.
  •  spaltet die Gesellschaft in diejenigen, die sich Homöopathie auch zukünftig leisten können und jene, deren Geldbeutel das nicht zulässt.
  •  schränkt die Berufsfreiheit und freie Methodenwahl qualifizierter Ärztinnen und Ärzte ein, ohne dass hierdurch an anderer Stelle positive Ergebnisse in der praktischen Patientenversorgung absehbar wären.
  •  blendet die konkrete Versorgungsrealität aus und brüskiert ohne Not zehntausende Ärztinnen und Ärzte in Deutschland, die Tag für Tag und mit Umsicht und Leidenschaft für ihre Patientinnen und Patienten da sind.
  •  sagt dem Methodenpluralismus den Kampf an und übergeht damit die vielfach dokumentierten Wünsche und Erwartungen in der Bevölkerung.
  •  lässt relevante und aktuelle Ergebnisse aus Grundlagen- und Versorgungsforschung ebenso außer Acht wie die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien.

Die Ärztetag-Delegierten vernachlässigen ihre Sorgfaltspflicht, sich vor einer Abstimmung mit großer Tragweite umfassend und unvoreingenommen zu informieren. Sie beteiligen sich ohne Not an allgegenwärtigen gesellschaftlichen Spaltungstendenzen: sie zerstören die Vertrauensbasis zwischen Patientinnen und Patienten und Ärztinnen und Ärzten, sie spalten die Ärzteschaft in Homöopathen und Nicht-Homöopathen und sie messen wissenschaftliche Erkenntnisse willkürlich mit zweierlei Maß. „Dies ist der Beginn einer Einheitsmedizin. Die Delegierten handeln entgegen ihrem eigenen Motto „Demokratie, Freiheit und Pluralismus“, sagt Dr. med. Michaela Geiger. So entscheidet sich der 128. Deutsche Ärztetag gegen Vielfalt und Toleranz und fordert von der Politik, Freiheiten einzuschränken.

 


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2024-05-11T09:08:57+02:00

Ein Antrag auf dem Deutschen Ärztetag zielt auf ein Homöopathie-Verbot

Berlin, 9. Mai 2024. Ein Antrag auf dem 128. Deutsche Ärztetag 2024 in Mainz möchte das gewachsene und bewährte System der ärztlichen Homöopathie im Gesundheitswesen verbieten. Die Antragsstellerinnen und Antragsteller zielen auf die Erstattung der ärztlichen Therapie in GOÄ, GKV und auf die Apothekenpflicht der Arzneimittel. Letztlich auf ein Verbot der ärztlichen Homöopathie.

Die Delegierten des 128. Deutsche Ärztetag vertreten alle Ärztinnen und Ärzte, auch jene rund 60.000, die neben der konventionellen Medizin auch komplementäre Verfahren anwenden. Der Ärztetag hat als Auftakt in einer Resolution ein deutliches Signal für Pluralismus und Toleranz im ärztlichen Handeln gesetzt. Die Delegierten haben sich mit der Erneuerung des Genfer Gelöbnisses verpflichtet, ihren Teil zu einer freien, pluralen und toleranten Gesellschaft beizutragen. „Nun wird hier ein Antrag eingereicht, der einen Teil des ärztlichen Tätigkeitsfeldes unserer Kolleginnen und Kollegen verbieten will“, sagt Dr. med. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), „Dieser Antrag wird unserem Demokratieverständnis, dem Grundrecht auf Berufsfreiheit, wie auch dem Bekenntnis zu Pluralismus und Toleranz im ärztlichen Binnenverhältnis nicht gerecht! Die Frage ist, ob dieser Antrag von Juristen auf Verfassungsmäßigkeit geprüft werden sollte.“

Begründet wird der Antrag primär damit, dass die Anwendung von Homöopathie in Diagnostik und Therapie keine vertretbare ärztliche Therapieoption darstelle und sie nicht mit den Anforderungen der evidenzbasierten Medizin vereinbar sei. „Diese Begründung verleugnet den aktuellen Stand der Homöopathie-Forschung und verkennt die Versorgungsrealität in unseren Praxen“, sagt Dr. Geiger.

Evidenzbasierte Medizin (EbM)

Da es bei der Diskussion über Homöopathie meist ausschließlich um den unbekannten Wirkmechanismus geht, wird hier an die Grundlage der Evidenzbasierten Medizin (EbM) erinnert: Hinreichende wissenschaftliche Evidenz kann nicht daraus abgeleitet werden, ob der Wirkmechanismus eines Medikamentes bekannt oder plausibel ist. Im Rahmen der EbM basiert sie vielmehr auf outcome-orientierten Daten im Sinne von Wirksamkeitsnachweisen mit relevanten Endpunkten (1-5). Die Frage nach einer „hinreichenden wissenschaftlichen Evidenz“, also nach der Wirksamkeit einer homöopathischen Behandlung, kann zweifellos nur wissenschaftlich, auf der Grundlage valider Studiendaten beantwortet werden. Neben der Bestätigung in der täglichen Praxis hat die Homöopathie ihre Wirksamkeit unter etablierten Studienbedingungen vielfach unter Beweis gestellt. Die Zusammenschau aller wissenschaftlichen Nachweise (Gesamtevidenz), die sich aus randomisierten Doppelblindstudien (RCT’s), ihren Zusammenfassungen (Metaanalysen) und Beobachtungsstudien in Human- und Veterinärmedizin ergibt, spricht deutlich für die Wirksamkeit, den Nutzen, die Nachhaltigkeit und für die Kosteneffizienz der Homöopathie (6-14).

Dr. med. Michaela Geiger: „Aus diesen Gründen appellieren wir an die Delegierten des 128. Deutschen Ärztetags, dem Antrag gegen die ärztliche Homöopathie, der sich auch gegen Toleranz, Methodenpluralität und Therapiefreiheit richtet, nicht zu entsprechen!“

Anlage Quellenverzeichnis

(1) Antes (Herausgeber): Wo ist der Beweis? Plädoyer für eine evidenzbasierte Medizin. Huber-Verlag, 2013. ISBN 978-3-456-85245-8
(2) Eichler et al.: Evidenzbasierte Medizin – Möglichkeiten und Grenzen. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 112, Heft 51–52, 21. Dezember 2015
(3) Mühlhauser et al.: Surrogat-Marker: Trugschlüsse. Deutsches Ärzteblatt 93, Heft 49, 6. Dezember 1996
(4) Raspe: Evidence based medicine: Modischer Unsinn, alter Wein in neuen Schläuchen oder aktuelle Notwendigkeit? Z ärztl Fortbild (ZaeF), Gustav Fischer Verlag Jena,1996; 90: 553–562
(5) Wissenschaftlicher Dienst Deutscher Bundestag: Sachstand. Evidenzbasierte Medizin. WD 9 – 3000 – 021/21. Abrufbar unter: https://www.bundestag.de/resource/blob/856284/9a27308d728eb41b4d7053ae4d770eb4/WD-9-021-21-pdf-data.pdf. Dieser und alle folgenden Links abgerufen am 13. Feb. 2024

(6) Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e. V. (Herausgeber): BAH-Faktenpapier Homöopathische Arzneimittel (2023). Geschäftsstelle Bonn, Ubierstraße 71 – 73 53173 Bonn
(7) Camerlink et al.: Homeopathy as replacement to antibiotics in the case of Escherichia coli diarrhoea in neonatal piglets. Homeopathy 99(1): 57–62.
(8) Faktencheck-homöopathie: Wirksamkeit der Homöopathie in Studien. Abrufbar unter: https://www.faktencheck-homöopathie.de/studien-wissenschaft/studien/
(9) Hamre et al.: Efficacy of homoeopathic treatment: Systematic review of meta- analyses of randomised placebo-controlled homoeopathy trials for any indication. November 2023. Abrufbar unter: https://systematicreviewsjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13643-023-02313-2
(10) Mathie et al.: Veterinary homeopathy: meta-analysis of randomised placebo-controlled trials. Homeopathy 104(1): 3–8
(11) Programm Evaluation Komplementärmedizin – Schlussbericht. Abrufbar unter: https://www.faktencheck-homöopathie.de/wp-content/uploads/2021/06/PEK.pdf
(12) Universität Bern, Institut für Komplementäre und Integrative Medizin: Homöopathie: Übersicht zum Stand der klinischen Forschung in der Homöopathie. Abrufbar unter: https://www.ikim.unibe.ch/forschung/uebersichten_zum_stand_der_forschung/homoeopathie/index_ger.html
(13) Weiermayer et al.: Evidenzbasierte Veterinär-/Homöopathie und ihre mögliche Bedeutung für die Bekämpfung der Antibiotikaresistenzproblematik – ein Überblick. Schweiz Arch Tierheilkd 2020 Oct;162(10):597-615.
(14) Witt et al.: How healthy are chronically ill patients after eight years of homeopathic treatment? – Results from a long term observational study. BMC Public Health 2008, 8:413

 


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2024-05-09T17:46:14+02:00

Der Deutsche Ärztekongress für Homöopathie ist eröffnet

Ärztekongress Homöopathie, 9.-11. Mai 2024 in Lindau / Bodensee

Lindau, 9. Mai 2024. Die ärztlichen Berufsverbände für Homöopathie aus Österreich, der Schweiz und Deutschland haben zum Dreiländer-Homöopathie-Kongress nach Lindau eingeladen. Der Kongress mit 30 Referentinnen und Referenten und rund 400 teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten steht unter dem Motto: Homöopathie bei Umbrüchen und Lebenskrisen.

Dr. med. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), hat den Ärztekongress für Homöopathie – es ist die 172. DZVhÄ-Jahrestagung – in Lindau eröffnet. Sie sagte: „Das Kongressthema Homöopathie bei Umbrüchen und Lebenskrisen‘ passt zu unserer aktuell politischen Lage. Über 200 Jahre hat die Homöopathie schon viele stürmische Zeiten erlebt. Jetzt befinden wir uns in einer Zeit, in der es in der Gesundheitspolitik um Beschneidung unserer ärztlichen Versorgung, Beschneidung der Autonomie unserer Patientinnen und Patienten, wie auch Beschneidung des Wettbewerbes der Kassen geht.“ Michaela Geiger ging in ihrer Rede auf die Bereiche Wissenschaft, Standespolitik und Gesundheitspolitik ein. Sie stellte klar, dass der wissenschaftliche Nachweis für die therapeutische Wirksamkeit, den medizinischen Nutzen und die Kosteneffizienz der Homöopathie gegeben sei.

In Richtung des parallel zum Homöopathie-Kongress stattfindenden Deutschen Ärztetag in Mainz sagte Geiger: „Auf diesem Boden der Studienergebnisse und Praxis ist Homöopathie wissenschaftsbasiert und gehört in die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer, in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen, wie auch in die Gebührenordnung für Ärztinnen und Ärzte. Letzteres ist ein Indiz für unsere Freiberuflichkeit.“

Grußbotschaft von Manne Lucha, Minister für Soziales, Gesundheit und Integration von Baden-Württemberg

Per Video richtete der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha sein Grußwort an die Kongressteilnehmenden: „Viele Menschen möchten sich im Krankheitsfalle zwischen unterschiedlichen Therapien entscheiden, dazu gehört auch die Komplementärmedizin. Ich setze mich bundespolitisch dafür ein, dass die homöopathische Medizin im Leistungskatalog der Krankenkassen bleiben kann. Ich halte das für außerordentlich wichtig.“ Zu den Grußwörtern.

Noch bis Samstag gibt es Vorträge aus fast allen Bereichen der Medizin

Da Homöopathie ein relevanter Teil der ärztlichen Versorgung ist, setzt der Kongress genau hier an. „Kolleginnen und Kollegen werden in jedem Fall für ihren eigenen Praxisalltag profitieren. In der heutigen Zeit müssen ressourcenschonenden, nachhaltige Therapiekonzepte angegangen werden. Das kann die Homöopathie integrativ leisten“, beschreibt Dr. med. Michaela Geiger das Kongressprogramm. 30 Referentinnen und Referenten konnten für den Kongress, der in der Inselhalle Lindau stattfindet, gewonnen werden. Sie werden die gesamten Facetten des Kongress-Themas – Homöopathie bei Umbrüchen und Lebenskrisen – darstellen und können dabei aus teilweiser jahrzehntelanger Praxiserfahrung schöpfen. Kongresspräsident Dr. med. Ulf Riker, Internist aus München: „Neben konkreten Krankheiten sind wir allen möglichen körperlichen, seelischen oder sozialen Traumatisierungen ausgesetzt, unsere Bewältigungsstrategien werden nicht selten auf eine harte Probe gestellt“. Bei der Bewältigung kleinerer oder größerer Krisen kämen die Therapie-Leitlinien der konventionellen Medizin oft an ihre Grenzen. Internist Riker: „In vielen Fällen braucht es ein therapeutisches Setting, das weit über die empfohlenen Leitlinien hinaus geht“.

Über den Kongress

Der jährlich stattfindende Deutsche Ärztekongress für Homöopathie des DZVhÄ ist Höhepunkt der ärztlichen Homöopathie-Fortbildung und Treffpunkt aller Ärztinnen und Ärzte, die sich mit dem Thema Homöopathie beschäftigen. Die Themen des Kongresses richten sich an die Ärztin und der Arzt, der hier Wissen für seine tägliche Praxis mit nach Hause nimmt. Der diesjährige Kongress ist die 172. Jahrestagung des DZVhÄ. Die Landesärztekammer Bayern vergibt für die Teilnahme am gesamten Kongress 15 Fortbildungspunkte.

Alle Kongress-Informationen: www.homoeopathie-kongress.de


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2024-05-09T14:25:15+02:00

Homöopathie-Informationen für Patientinnen und Patienten – 11. Mai 24, Lindau

Präsident des Deutschen Kulturrats erzählt seine Homöopathie-Erfahrung

Berlin, 19. April 2024. Im Rahmen des Deutschen Ärztekongresses für Homöopathie (9.-11. Mai 24) des DZVhÄ findet ein vom Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) ausgerichteter Patiententag statt. Drei Vorträge am Samstagvormittag – jeder ein Highlight. Prof. Christian Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrats und Professor an der Berliner Universität der Künste, hätte eine Hauterkrankung fast das Cello-Spielen gekostet. Seine Homöopathie-Geschichte ist hörenswert. Praktische Tipps für die Anwendung homöopathischer Arzneimittel bei häufigen Erkrankungen und Hintergründe zur Homöopathie geben die Ärztinnen Dr. Irmgard Parys und Dr. Susanne Dietz in ihren Vorträgen.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Patiententag, Samstag, 11.05.2024, 10:00-12:15 Uhr, Konferenzraum 9, Inselhalle, Zwanzigerstraße 10, 88131 Lindau.

10:00 – 10:45 Uhr

Eine spannende Geschichte: Prof. Höppner erzählt, wie er durch Homöopathie wieder glücklich geworden ist

Prof. Christian Höppner ist Präsident des Deutschen Kulturrates und unterrichtet seit 1986 Violoncello an der Universität der Künste Berlin. Prof. Höppner hatte seit dem Ende der Schulzeit Hautprobleme, die im Laufe der Jahre immer stärker wurden. Schließlich ist er jahrelang von Hautarzt zu Hautarzt gelaufen – nur es wurde ihm nicht geholfen. „Ich war verzweifelt, weil das Cello-Spiel meine Wurzel ist und die Haut durch die Kortisonsalbe immer dünner wurde“, erzählt Christian Höppner. Dies wollte er nicht akzeptieren und entschied sich für die Homöopathie.

10:45 – 11:30 Uhr

Goldkörner in der Homöopathie – drei pflanzliche Arzneimittel mit großem Potential

Dr. med. Irmgard Rose Parys, wohnhaft in Lindau, praktische Ärztin, Zusatzbezeichnung Homöopathie und Naturheilverfahren. Die Ärztin stellt diese drei homöopathischen Arzneimittel vor:

– Ignatia – Brechnuss,

– Staphisagria – Stephanskraut oder Rittersporn und

– Chamomilla – Kamille

Diese Arzneien sind nicht uneingeschränkt zur Selbstbehandlung geeignet. Es wird erklärt, was beim Einsatz beachtet werden muss, etwa in welcher Potenz und wie oft die Arzneimittel eingenommen werden sollten und was die Wirkung beeinträchtigen könnte. Auch wird beleuchtet, was bei der gleichzeitigen Einnahme von Homöopathika und konventioneller Medikation beachtet werden muss.

11:30 – 12:15 Uhr

Die wichtigsten homöopathischen Arzneimittel für die Notfall- und Reiseapotheke

Mag. phil. Dr. med. univ. Susanne Diez, Ärztin für Allgemeinmedizin aus Wien, gibt genaue Hinweise zum Vorgehen, zu Grenzen und Indikationen der Selbstanwendung homöopathischer Arzneimittel. Susanne Diez stellt die wichtigsten Arzneien, die in jeder Hausapotheke vorrätig sein sollten, um im Notfall schnell helfen zu können, vor. Auch die bewährten Arzneien für den Alltag oder für die Reise werden erklärt, damit die Selbstanwendung sicher und erfolgreich praktiziert werden kann. Eine mit den wichtigsten Arzneien ausgestattete Hausapotheke ist auch dann hilfreich, wenn Sie im Notfall Ihre homöopathische Ärztin / Ihren homöopathischen Arzt kontaktieren – dann ist es möglich, schnell eine erste Therapie zu beginnen.

Kongress-Informationen und Online-Anmeldung: www.homoeopathie-kongress.de


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2024-05-03T17:15:32+02:00

Apotheken-Tag auf DZVhÄ-Homöopathie-Kongress, 9.-11.5.24 in Lindau

Ärztekongress Homöopathie, 9.-11. Mai 2024 in Lindau / Bodensee

Berlin, 4. April 2024. Auf dem Dreiländer Ärztekongress für Homöopathie des DZVhÄ sind Apothekerinnen und Apotheker sehr herzlich willkommen. Ein Fachapotheken-Themenstrang wird angeboten, um die Beratungskompetenz zu unterstützen. Kongress-Informationen und Online-Anmeldung: www.homoeopathie-kongress.de

Seit mehr als 15 Jahren empfiehlt die Bundesapothekerkammer ein Curriculum „Naturheilverfahren und Homöopathie“. Homöopathie ist darin mit 36 Stunden vertreten: zu wenig, wie zahlreiche Absolventinnen und Absolventen immer wieder bemängelt haben. Weitere Informationen: https://2024.homoeopathie-kongress.de/programm/apotheker/

Aus diesem Grund bietet der Dreiländer Ärztekongress für Homöopathie 2024 – in Zusammenarbeit mit den Partnerverbänden der Schweiz und Österreichs – einen Vortragsstrang für Apothekerinnen und Apotheker an, um die in den Jahren gewachsene Beratungskompetenz zu unterstützen und dem immer wieder geäußerten Wunsch nach „mehr Homöopathie-Fortbildung“ entgegenzukommen.

Apothekerinnen und Apotheker mit oder ohne Zusatzqualifikation „Naturheilverfahren und Homöopathie“ sind zu einem Kongress-Sonderpreis von 350 € für alle Vorträge sowie das spezielle Angebot sehr herzlich eingeladen. „Wir legen bei den Vorträgen besonderen Wert auf Praxisrelevanz für den Beratungsalltag in den Apotheken“, sagt Dr. med. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Fortbildungspunkte sind beantragt.

Freitag, 10.05.2024, Konferenzraum 9, Inselhalle, Zwanzigerstraße 10, 88131 Lindau

09:00 – 09:45 Uhr: Dr. med. Mirko Berger – Homöopathie bei Verletzungen und in der perioperativen Begleitung

09:45 – 10:30 Uhr: Dr. med. Ulf Riker – Homöopathie bei Lebenskrisen

10:30 – 11:00 Uhr Pause

11:00 – 11:45 Uhr: Dr. med. Andrea Stadler – Homöopathie aus der frauenärztlichen Praxis

11:45 – 12:30 Uhr: Dr. med. Mirko Berger – Homöopathie, vom Arzneimittel zur Indikation

Über den Kongress

Der jährlich stattfindende Deutsche Ärztekongress für Homöopathie des DZVhÄ ist Höhepunkt der ärztlichen Homöopathie-Fortbildung und Treffpunkt aller, die sich mit dem Thema Homöopathie beschäftigen. Die Themen des Kongresses richten sich an den Praktiker, der hier Wissen für seine tägliche Praxis mit nach Hause nimmt. Der diesjährige Kongress ist die 172. Jahrestagung des DZVhÄ.

Kongress-Informationen und Online-Anmeldung: www.homoeopathie-kongress.de


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2024-05-03T17:09:19+02:00

Dreiländer-Homöopathie-Kongress für die Praxis, Lindau 9.-11. Mai 24

Ärztekongress Homöopathie, 9.-11. Mai 2024 in Lindau / Bodensee

Berlin, 14. März 2024. Die ärztlichen Berufsverbände für Homöopathie aus Österreich, der Schweiz und Deutschland laden zum Dreiländer-Kongress nach Lindau ein. Der Kongress mit 30 Referent:innen steht unter dem Motto: Homöopathie bei Umbrüchen und Krisen.

Homöopathie ist Teil der täglichen Primärversorgung und genau hier setzt der Kongress an. „Kolleginnen und Kollegen werden in jedem Fall für ihren eigenen Praxisalltag profitieren. In der heutigen Zeit müssen nachhaltige Therapiekonzepte angegangen werden. Das kann die Homöopathie integrativ leisten“, sagt. Dr. med. Michaela Geiger, Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). 30 Referentinnen und Referenten konnten für den Kongress, der in der Inselhalle Lindau statfindet, gewonnen werden. Sie werden die gesamte Bandbreite und Tiefe des Kongress-Themas – Homöopathie bei Umbrüchen und Krisen – darstellen und können dabei aus teilweiser jahrzehntelanger Praxiserfahrung schöpfen. Kongresspräsident Dr. med. Ulf Riker: „Neben konkreten Krankheiten sind wir allen möglichen körperlichen, seelischen oder sozialen Traumatisierungen ausgesetzt, unsere Bewältigungsstrategien werden nicht selten auf eine harte Probe gestellt“. Bei der Bewältigung kleinerer oder größerer Krisen kämen die Therapie-Leitlinien der konventionellen Medizin an ihre Grenzen. Internist Riker: „In vielen Fällen braucht es ein therapeutisches Setting, das weit über die empfohlenen Leitlinien hinaus geht“.

Beispiele aus dem Programm

  • Prof. Dr. phil. med. habil. Dietrich v. Engelhardt, Wissenschafts- und Medizinhistoriker, hält den Eröffnungsvortrag. Sein Thema: Medical Humanities oder Therapie als Kunst – Kunst als Therapie. „„Medical Humanities“ setzt sich für eine ‚humane‘ Humanmedizin ein, die als anthropologische Disziplin neben der notwendigen technisch-naturwissenschaftlichen Basis stets die geisteswissenschaftliche Ergänzung beachtet…“
  • Dr. med. Karl Grunow, Facharzt für Dermatologie. Sein Thema: Hauterkrankungen bei Krisen und Umbrüchen. „Die konventionelle Medizin kann viele Krankheiten erfolgreich behandeln, aber eben nicht alle. Bei chronischen therapieresistenten Hauterkrankungen kann die Homöopathie – vorausgesetzt man gibt das richtige Mittel – helfen.“
  • Prof. Dr. med. Jürgen Pannek, Facharzt für Urologie. Sein Thema: Homöopathie – Ganzheitliche Unterstützung bei Rückenmarkverletzung. „Wir konnten zeigen, dass die Anzahl der Harnwegsinfekte durch eine homöopathische Therapie deutlich reduziert wurde.“
  • Dr. med. Gisela Etter, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. Franziska Bläuer, Praktische Ärztin und Dr. med. Kyriaki Stefanidou, Fachärztin für Allgemeinmedizin. Ihr Thema: Post-Covid in der Hausarztpraxis. Die Referentinnen berichten anhand exemplarischer Kasuistiken aus der eigenen Praxis, wie Post-Covid-Syndrome erfolgreich mit Homöopathie behandelt und begleitet werden können.

Über den Kongress

Der jährlich stattfindende Deutsche Ärztekongress für Homöopathie des DZVhÄ ist Höhepunkt der ärztlichen Homöopathie-Fortbildung und Treffpunkt aller, die sich mit dem Thema Homöopathie beschäftigen. Die Themen des Kongresses richten sich an den Praktiker, der hier Wissen für seine tägliche Praxis mit nach Hause nimmt. Der diesjährige Kongress ist die 172. Jahrestagung des DZVhÄ.

Kongress-Informationen und Online-Anmeldung: www.homoeopathie-kongress.de


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2024-03-14T17:15:47+01:00

Homöopathie und Wissenschaft – vier zentrale Fragen

Berlin, 5. März 2024. Die Debatte um Homöopathie hat seit der Ankündigung durch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, die Homöopathie als Satzungsleistung aus der GKV zu streichen, an Fahrt gewonnen. Maßgeblich ist das Thema Homöopathie und Wissenschaft.

H. J. Hamre und H. Kiene sind hierzu Experten. Sie haben 2023 ein vielbeachtetes Homöopathie-Review in der renommierten Zeitschrift Systematic Reviews publiziert, ebenso einen beachtenswerten Artikel zu den Wirkungsgrundlagen der Homöopathie. Sie sind tätig am Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie.

Kiene und Hamre haben zum Thema Homöopathie und Wissenschaft den folgenden Text erstellt und dem DZVhÄ erlaubt, ihn hier zu dokumentieren. Der Text gibt Antworten auf vier wichtige Fragen:

  1. Was sagen Laborexperimente zu hochpotenzierten Substanzen?
  2. Ist Homöopathie wirksam – jenseits von Placebo?
  3. Wie kann Homöopathie überhaupt wirksam sein?
  4. Warum wird Homöopathie oft negativ beurteilt?


1. Was sagen Laborexperimente zu hochpotenzierten Substanzen?

Für homöopathisch potenzierte Präparate wurden signifikante Effekte experimentell nachgewiesen und teils repliziert. Solche Effekte wurden in verschiedenen Testsystemen (physikalisch-chemisch [1], in vitro [2], Pflanzen-basiert [3, 4], Tier-basiert [5-7]) beobachtet, was gegen Artefakte und für reale Wirkungen spricht.

2. Ist Homöopathie jenseits von Placebo wirksam?

  • Über 180 randomisierte Placebo-kontrollierte Homöopathiestudien zu verschiedensten Indikationen wurden in insgesamt 6 indikationsübergreifenden Meta-Analysen ausgewertet. Im Oktober 2023 wurde ein systematisches Review zu diesen 6 Metaanalysen in der renommierten Zeitschrift Systematic Reviews publiziert [8]. Bei der offenen Begutachtung wurde kommentiert: “The author’s research is rigorous and has strong data analysis skills” und „This is an extremely detailed and well written systematic review of metaanalyses of trials in homeopathy“ [9]. Im Gesamtergebnis war Homöopathie wirksamer als Placebo [8]:
  • 5 der 6 Meta-Analysen enthielten eine Effektschätzung für alle eingeschlossenen Studien. Alle 5 zeigten signifikant positive Effekte der Homöopathie, im Vergleich zu Placebo.
  • 4 Meta-Analysen enthielten eine Effektschätzung nach Beschränkung auf Studien mit höherer methodischer Qualität. In 3 dieser 4 Analysen blieben die signifikanten positiven Effekte der Homöopathie erhalten, in 1 Meta-Analyse blieb der Effekt positiv, aber nicht signifikant.
  • Die methodische Qualität der Homöopathiestudien war ähnlich oder höher wie bei anderen klinischen Studien mit gleichem Design, aus vergleichbarem Zeitraum und bewertet nach gleichen Kriterien.
  • Die Qualität der Gesamtevidenz für positive Homöopathie-Wirksamkeit in diesem systematischen Review war ähnlich oder höher wie in systematischen Reviews zu anderen Interventionen aus einem vergleichbaren Zeitraum und eingestuft anhand desselben Bewertungsinstruents (GRADE).
  • Für eine generelle Unwirksamkeit, d.h. keinen Unterschied zwischen Homöopathie und Placebo, gab es keine Anhaltspunkte.

Bisherige Kritiken an dieser Evaluation waren verzerrend und ohne wissenschaftliche Substanz [10, 11].

3. Wie kann Homöopathie überhaupt wirksam sein?

Es wird oft argumentiert, homöopathische Hochpotenzen könnten keine Wirkungen haben, weil sie keine Wirkstoffmoleküle enthalten. Dieses Argument beruht auf einem Modell der Natur aus dem 19. Jahrhundert, wonach die gesamte Lebenswelt letztlich aufgrund der Wechselwirkungen von Atomen und Molekülen erklärt werden müsse. Homöopathika werden aber zur Behandlung von Organismen eingesetzt, und gerade die Gestaltbildung und -erhaltung komplexer funktionsfähiger Organismen kann nicht auf der Grundlage jenes Modells erklärt werden [12]. In Organismen sind demnach außer den physikalischen Grundkräften zusätzlich noch spezifische Kräfte der Gestaltbildung wirksam. Damit sie wirksam sein können, muss die Materie des Organismus mit ihnen eine Beziehung eingehen. Hierzu sind die elektromagnetischen Wechselwirkungen der Atome und Moleküle nicht imstande. Folglich kann Materie zusätzlich zu ihrer atomar-molekularen Binnenstruktur noch spezifische andere Eigenschaften haben. Die genannten Kräfte und diese Materieeigenschaften dürften der primäre Wirkungsort homöopathisch potenzierter Arzneimittel sein, evtl. mit sonstigen Sekundärwirkungen [12].

4. Warum wird Homöopathie oft negativ beurteilt?

Der hauptsächliche Grund ist der Glaube, dass Homöopathie prinzipiell nicht wirksam sein könne. Hieraus ergibt sich:

  • Ein Zirkelschluss: Wir „wissen“, dass Homöopathie unwirksam sei; also betrachten wir Studiendaten unter einer Perspektive, in der durch Ausblenden oder Wegerklären positiver Ergebnisse eine Unwirksamkeit erscheint; also können wir „nachweisen“, dass Homöopathie unwirksam ist, was wir schon „wussten“ ([8], S. 21).
  • Zweierlei Maß: Erstens werden bei Bewertungen von Homöopathie-Studien oft höhere methodische Anforderungen angelegt als bei sonstigen klinischen Studien [13]. Zweitens werden bei Aussagen zu vermeintlichen Evidenzmängeln der Homöopathie oft sehr niedrige methodische Anforderungen gestellt [10, 11].

Viele der weitbekannten negativen Homöopathie-Beurteilungen folgen diesen Mustern [14-18].

Referenzen

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11. Hamre HJ, von Ammon K, Glockmann A, Kiene H. Unzuverlässiges Informationsnetzwerk. IFAEMM Projekte Homöopathie [Internet]. 2024. Available from: https://www.ifaemm.de/wp-content/uploads/go-x/u/71c7cdb3-60ad-4414-8526-dd8265821b0e/ Hamre_et_al_2024-02-21_Richtigstellung_gegenueber_INH.pdf
12. Kiene H, Hamre HJ. Eine zentrale Frage zur Komplementärmedizin: Gibt es in der Natur außer den physikalischen Grundkräften noch weitere Kräfte? Complement Med Res. 2023. https://doi.org/10.1159/000534899
13. The Australian Report: Data extracted from NHMRC’s Table 1 (Information Paper, p.18-20), with analysis of combined impact of ‘reliability’ thresholds for trial sample size and quality. London: Homeopathy Research Institute; 2015. Available from: https://www.hri-research.org/resources/homeopathy-the-debate/the-australian-report-on-homeopathy/
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15. Shang A, Huwiler-Muntener K, Nartey L, Juni P, Dorig S, Sterne JA, et al. Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. Lancet. 2005;366(9487):726-32. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(05)67177-2
16. Science and Technology Committee. Evidence Check 2: Homeopathy. Fourth Report of Session 2009-10. London: House of Commons; 2010 22.02.2010. Contract No.: HC 45.
17. ter Meulen V, Bach J-F, Denk H, Ertl G, Griffin G, Gundersen K, et al. Homeopathic products and practices: assessing the evidence and ensuring consistency in regulating medical claims in the EU. Halle (Saale): European Academies’ Science Advisory Council; 2017.
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2024-06-12T07:39:50+02:00
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