Ärztetag-Delegierter zum Aus der Weiterbildung Homöopathie

Dr. med. Jürgen de Laporte, Hausarzt und Facharzt für Innere Medizin aus Esslingen, berichtet als Delegierter des Deutschen Ärztetags (DÄT, 24. bis 27. Mai 2022) in Bremen über das Aus der Homöopathie in der Musterweiterbildungsordnung. 

Ein Thema, das die Delegierten überraschte, denn es wurde erst kurzfristig auf die Tagesordnung genommen – am Tag zuvor war davon noch keine Rede. Eine inhaltliche Diskussion fand entsprechend nicht statt. Vor der Abstimmung konnte de Laporte spontan nur noch ein kurzes Pro-Homöopathie Statement halten. Vor dem DÄT hatten sich bereits 13 von 17 Landesärztekammern gegen die Zusatzbezeichnung Homöopathie in der neuen Weiterbildungsordnung ausgesprochen.

Dr. de Laporte  betreibt in Esslingen eine hausärztliche Praxis. Er sieht ein grundsätzliches Kommunikationsproblem zwischen konventionell- und komplementärmedizinisch tätigen Ärztinnen und Ärzten. Er sagt: Die Erfahrungsräume dieser beiden Gruppen sind sehr unterschiedlich. Wahrgenommen wird von der jeweils anderen Gruppe nur das, was schiefläuft. Einig sind sich  beide Gruppen im Ziel, nämlich der gesunde Patient. Aber die Vorstellung darüber, was eine ausreichend gute Konsultation ausmacht, ist verschieden. Die Homöopathie-Kritiker fordern eine ausschließlich wissenschaftlich orientierte Medizin und fokussieren sich auf objektivierbare Diagnosen. Integrativ-Komplementärmedizinisch tätige Ärzt*innen erfragen dagegen die Gesamtheit der Symptome.

Jürgen de Laporte wirft den konventionell tätigen Kolleg*innen fehlende Wertschätzung der Arbeit der Ärzt*innen mit Zusatzbezeichnung Homöopathie vor. “Viele meinen mit dem Thema Globuli das Wesentliche der Homöopathie erfasst zu haben. Dass es sich hierbei um ein anderes, individuelles Menschenbild handelt, in dem Selbstregulation im Mittelpunkt steht, bleibt außen vor.“

Doch de Laporte spart auch nicht mit Kritik an den Kolleg*innen aus der Homöopathie: Nach seiner Einschätzung waren vor allem in den 80er und 90er Jahren viele homöopathisch tätige Ärzt*innen überheblich und meinten, ohne konventionelle Medizin auszukommen. „Sie verkörperten den Anspruch, die besseren Ärzt*innen zu sein und  haben sich vom Rest der Kolleg*innen entfernt.“

Die Entwicklung der letzten 10 Jahre, in denen dank WissHom und dem Homoepathy Research Institut (HRI) wissenschaftliche Studien unterstützt und veröffentlicht wurden, wurden vom Deutschen Ärztetag  nicht wahrgenommen. Das Vorurteil ´es gäbe keine Studien` wird gebetsmühlenartig wiederholt, oder es werden diese Studien nicht mit dem gleichen Maß, wie andere Studien in der Medizin beurteilt und verurteilt: Weil nicht sein darf, was nicht sein kann.

Dr. de Laporte sieht in der Zusatzbezeichnung Homöopathie ein wichtiges Element der zuhörenden Medizin. „Die Streichung ohne Alternative reißt eine deutliche Lücke in die Versorgung von Menschen mit komplexen Beschwerden. Patienten werden sich vermehrt weniger qualifizierten Behandlern zuwenden.“

Nachdem das Pendel in den letzten Jahren stark in Richtung studienorientierter Medizin ausgeschlagen hat und der individuelle Patient etwas aus dem Fokus etwas geraten ist, freut sich Dr. de Laporte, dass sich jetzt über die LiMED (Liste Integrative Medizin) die Erfahrungsheilkunde in die ärztlichen Gremien einbringen wird. „Somit kann beigetragen werden, die “evidence based medicine” mit ihren 3 Säulen Studien/ Erfahrung /Patientenwunsch wieder aus der Schieflage der  Überbewertung von Studienwissen in der Primärmedizin herauszukommen!“

2022-06-27T08:31:42+02:00

DZVhÄ kommentiert: Weiterbildung ohne Homöopathie?

Kommentar des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) zum Aus der Homöopathie in der Musterweiterbildungsordnung

Während am 26. Mai der Deutsche Ärztekongress für Homöopathie in Münster unter dem Motto Homöopathie wissenschaftlich-ökologisch-nachhaltig eröffnet wurde, stellten ein paar Kolleginnen beim Deutschen Ärztetag einen Antrag zur Streichung der Zusatzbezeichnung Homöopathie aus der gerade erst verabschiedeten Musterweiterbildungsordnung (MWBO), der nach kurzer Diskussion mit großer Mehrheit angenommen wurde.

Man kann nach der Motivation dieser Kolleginnen fragen: Gibt es so wenig andere Probleme im deutschen Gesundheitssystem? Ist diese ja nur in vier Landesärztekammern übernommene Zusatzbezeichnung ihnen solch ein Dorn im Auge? Warum nur?

Ganz sicher ist das vorgebrachte Argument der fehlenden Wissenschaftlichkeit erneut ein vorgeschobenes und fadenscheiniges. Ganz sicher haben sich diese Kolleginnen im Vorfeld nicht mit dem aktuellen wissenschaftlichen Stand auseinandergesetzt. Sonst hätten sie festgestellt, dass es Daten gibt, die sie mindestens zum Innehalten und Überdenken ihrer Position gebracht hätten. Sie hätten den kollegialen Austausch suchen können, um sich ein fundiertes Bild zu machen. Im anderen Fall hätten sie – wenn sie ehrlich wären – einen Parforceritt durch die MWBO machen und noch x weitere Zusatzbezeichnungen streichen müssen. Haben sie aber nicht. Sie haben sich vor den Karren einer Meinungsmache spannen lassen. Und nebenbei sind sie ihrer Aufgabe, die Interessen ihrer ärztlichen Kolleginnen zu vertreten, nicht nachgekommen.

Ganz sicher haben sie überdies den Patientinnen einen Bärendienst erwiesen: Die Ärztekammern geben die Sicherung einer qualifizierten ärztlichen Versorgung mit Homöopathie ab. Interessierten Patientinnen (und Kolleginnen!)  wird die Orientierung zu qualifizierten Ansprechpartnern erschwert. Sie ignorieren den von der Mehrheit der Patientinnen gewünschten integrativen Ansatz unter Einbeziehung der Homöopathie.

Was folgt? Eine fundierte Weiterbildung, qualifizierte Fortbildungen, das Aufrechterhalten von Standards zur Therapiesicherheit, die Laien und Kolleginnen, Patientinnen und anderen therapeutischen Berufsgruppen, sowie Kostenträgern Orientierung geben, liegen damit allein beim DZVhÄ.

Lassen Sie uns hier (noch) besser werden, lassen Sie uns den integrativen Ansatz leben, lassen Sie uns auf die Kolleginnen (transdisziplinär und transprofessionell) zugehen und unverdrossen den Dialog suchen. Nehmen wir diese Aufgabe ernst, die Homöopathie ist es wert!

Dr. med. Alexandra Schulze-Rohr, DZVhÄ-Vorstand Weiterbildung

2022-06-26T12:11:05+02:00

Standpunkt: Affront gegen Ärzt:innen mit Zusatzbezeichnung Homöopathie

Berlin, 15. Juni 2022. In einer Hau-Ruck-Aktion haben die Delegierten des Deutschen Ärztetages am 26. Mai 2022 die Homöopathie aus der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) der Bundesärztekammer gestrichen. Der Antrag wurde von einer kleinen Gruppe der Delegierten erst am Tag der Abstimmung  eingebracht, eine sachlich-inhaltliche Vorbereitung und Abwägung der Argumente war somit weder erwünscht noch möglich, die Einholung der fachlichen Expertise durch Anhörung von Vertreter:innen der Homöopathie im Vorfeld war nicht erfolgt, ein „audiatur et altera pars“ ganz offenkundig und ohne Rücksicht auf eine Minderheit als überflüssig erachtet worden.

In diesem Zusammenhang sei an den ehemaligen Bundestagspräsidenten  erinnert, der in seiner Abschiedsrede 2017 unter Anderem Folgendes gesagt hat:

„Eine vitale Demokratie ist nicht daran zu erkennen, dass am Ende Mehrheiten entscheiden, sondern daran, dass auf dem Weg bis zur Entscheidung Minderheiten ihre Rechte wahrnehmen können. Dafür zu sorgen ist die nicht immer einfache, aber nach meinem Verständnis vornehmste Aufgabe aller Entscheidungsträger.“ Prof. Dr. Norbert Lammert

Tatsache ist: die Mehrheit der auch von homöopathisch tätigen Ärztinnen und Ärzten gewählten Delegierten des Ärztetages fällt einer großen Zahl ihrer eigenen Kolleg:innen in den Rücken und macht sich ohne inhaltliche Auseinandersetzung die Agenda der sogenannten „Skeptiker“ zu eigen, die sich damit brüsten, die Meinungshoheit in Deutschland zum Thema Homöopathie errungen zu haben, aber mehrheitlich keinerlei Behandlungsverantwortung tragen.

Beim Deutschen Ärztetag 2018 hatte sich die Delegiertenversammlung noch mehrheitlich für den Verbleib der Homöopathie in der MWBO ausgesprochen. Was hat sich seither faktisch geändert, was die Kehrtwende der Delegierten als plausibel erscheinen lässt? Es ist anzunehmen, dass auch vor 4 Jahren die wissenschaftliche Sachlage ausschlaggebend für das Votum der Delegierten war. Zwischenzeitlich wurde Homöopathie z.B. von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) mit einer Empfehlung in die neue S3-Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“ aufgenommen (1).

Die Grundlagenforschung der letzten 10 Jahre zeigt eindeutig und reproduzierbar, dass auch homöopathisch höher potenzierte Zubereitungen im Tier- und Pflanzenmodell statistisch signifikante Effekte haben (2). Auch die Versorgungsforschung hat deutliche Hinweise dafür ergeben, dass Homöopathie im Praxisalltag über den Placebo-Effekt hinaus erfolgreich ist (3/4). Zusätzlich gibt es im Bereich von RCTs und Metaanalysen Ergebnisse, die einen Vergleich mit Studien aus dem Bereich der konventionellen Medizin nicht scheuen müssen (5).

Eine rationale Entscheidung der Delegierten hätte also zumindest das Votum aus dem Jahre 2018 bestätigen müssen.

Geändert hat sich in den letzten vier Jahren die Dramaturgie im Umgang mit der Homöopathie: der mediale und politische Druck der „Skeptiker“ hat zugenommen und offenkundig zu einem eklatanten Verlust an Solidarität mit einer Minderheit von Kolleg:innen geführt, ohne dass dem ein, wie auch immer gearteter Gewinn für Qualität und Sicherheit in der Patientenversorgung gegenübersteht.

Die Delegierten des Ärztetages haben aber nicht nur ihre eigenen Kolleg:innen kompromittiert, sondern auch sehr vielen Patientinnen und Patienten keinen Dienst erwiesen: der Wunsch der Patienten nach qualifizierter Homöopathie in ärztlicher Hand mit dem Ziel größtmöglicher Therapiesicherheit ist in der Bevölkerung ungebrochen (6/7). Mit der Streichung  der Zusatzbezeichnung entfällt der Zugriff der Ärztekammern auf die Sicherstellung der Qualität homöopathischer Behandlungsangebote. Patient:innen werden sich unter Umständen anderen „Heilern“ zuwenden und dabei therapeutische Sicherheit einbüßen. Das ist die bittere Konsequenz dieser Ärztekammerentscheidung, die zu verantworten sein wird.

Die formal demokratisch zustande gekommene Entscheidung des Deutschen Ärztetages erweist sich in ihrer Konsequenz als de-facto-Entmündigung zahlloser Patientinnen und Patienten, denen die Freiheit ihrer Therapie- und Arztwahl ohne eigene Mitsprachemöglichkeit in absehbarer Zeit irreversibel genommen sein wird. Es steht zu befürchten, dass das, was die verantwortlichen Delegierten unter dem medialen Jubel der genannten Skeptiker entschieden haben, sich als Pyrrhus-Sieg entpuppen wird.

Der Deutsche Ärztetag hat in Redebeiträgen und Anträgen sehr eindeutig eine Aufwertung der „Sprechenden Medizin“ gefordert. Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer hat dies auch in seinem Grußwort an den Deutschen Homöopathie Kongress im Mai in Münster hervorgehoben. Das, was „Sprechstunde“ eigentlich meint, beinhaltet neben „Sprechen“ immer auch „Zuhören“. Diese Art des diagnostisch-therapeutischen Prozedere, wie es auch zur DNA der Homöopathie gehört, war und ist neben der Psychotherapie und der Allgemeinmedizin ein bewährter institutionalisierter Baustein einer zukunftsweisenden und modernen Medizin. Das ärztliche „Zuhören“ in der homöopathischen Anamnese wird selbst von den Kritikern als wirksam erachtet. Der eklatante Vertrauensverlust von Teilen der Bevölkerung in eine als seelenlos erlebte konventionelle Medizin wird nur durch vertrauensbildende Maßnahmen aufgefangen, die Entscheidung über die Köpfe von Patientinnen und Patienten hinweg und die Spaltung der Ärzteschaft ist das Gegenteil davon!

Entsolidarisierung innerhalb der Ärzteschaft, Verlust an Patientenzentrierung und ein eklatanter Mangel an ärztlicher und wissenschaftlicher Streitkultur sind Merkmale dieser Deutsche-Ärztetag-Entscheidung. Es besteht die Gefahr, dass weitere ärztliche (und nichtärztliche) Therapiemethoden in den Fokus derer geraten, die  ärztliche Erfahrung als überflüssig einschätzen, die Grundlagen der Evidenzbasierten Medizin nach eigenem Ermessen umdeuten und nur noch das als Medizin gelten lassen wollen, was sich zweifelsfrei auf das Modell von Molekül-Rezeptor-Interaktionen reduzieren lässt. Es lohnt ich, in diesem Zusammenhang an den ehemaligen Präsidenten der Bundesärztekammer zu erinnern, der sagte:

„Medizin ist keine Naturwissenschaft, sondern eine Erfahrungswissenschaft, die sich auch wissenschaftlicher Erkenntnisse aus anderen Fachgebieten bedient“. Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe

Wir erleben alle, wozu ein Verlust an Biodiversität im Bereich unserer Umwelt führen kann. Es gilt, eine zukunftstaugliche Methoden-Vielfalt auch innerhalb unserer modernen Medizin zu erhalten und irreversible Verluste zu verhindern. Nicht Macht und Einfluss halten komplexe Systeme in der Balance, sondern aufgeklärtes und respektvolles Miteinander!

Der Vorstand des DZVhÄ

Drs. Michaela Geiger, Ulf Riker, Alexandra Schulze-Rohr und Gerhard Antrup

  1. M, Lechleitner P, Gründling C, Pirker C, Grasmuk-Siegl E, Domayer J, et al. Homeopathic Treatment as an Add-On Therapy May Improve Quality of Life and Prolong Survival in Patients with Non-Small Cell Lung Cancer: A Prospective, Randomized, Placebo-Controlled, Double-Blind, Three-Arm, Multicenter Study. Oncologist. 2020;25(12); e1930-e55
  2. Critical Evaluation of Specific Efficacy of Preparations Produced According to European Pharmacopeia Monograph 2371 https://www.mdpi.com/2227-9059/10/3/552
  3. Witt CM, Lüdtke R, Baur R, Willich SN. Homeopathic medical practice: long-term results of a cohort study with 3981 patients. BMC Public Health. 2005; 5:115
  4. Beer AM, Borchard U, Frass M, et al. Homöopathie in der medizinischen Versorgung. Gesundh ökon Qual manag. 2021; 26: 245-247
  5. Randomisierte kontrollierte Studien zur Homöopathie: eine Untersuchung der Datenlage von Dr. Robert Mathie https://www.hri-research.org/de/laufende-projekte/mehr-informationen-aus-dem-vorhandenen-wissenschaftlichen-datenmaterial-ziehen/randomisierte-kontrollierte-studien-zur-homoeopathie-eine-untersuchung-der-datenlage/
  6. Securvita Krankenkasse. Langzeitstudie: Homöopathie ist wirtschaftlich und wirksam. 15.09.2020 https://www.krankenkassen-direkt.de/news/mitteilung/SECURVITA-Langzeitstudie-Homoeopathie-ist-wirtschaftlich-und-wirksam-2692040.html
  7. Meinungen zur Homöopathie. Berlin: Forsa-Umfrage F20.0082/38662; 28. Feb 2020
2022-06-15T17:37:28+02:00

DZVhÄ zum Aus der Homöopathie in der Musterweiterbildungsordnung

26. Mai 2022. Die Mehrheit der Delegierten des 126. Deutschen Ärztetages in Bremen haben am 26. Mai 2022 gegen die Zusatzbezeichnung Homöopathie in der Musterweiterbildungsordnung gestimmt. Dazu erklärt Dr. med. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des DZVhÄ:

„Als Begründung für die Ablehnung der Homöopathie wird die fehlende Wissenschaftlichkeit der Homöopathie aufgeführt. Ein Argument, das wir nicht stehen Michaele Geiger, 1. Vors. DZVhÄlassen können, es liegen genügend qualitativ hochwertige Studien unterschiedlichen Designs vor, die hinreichend einen Nutzen der Homöopathie belegen. Evidenzbasierte Medizin beruht nach ihrem Begründer Dr. Davids L. Sackett auf den drei Säulen: Studienlage(externe Evidenz), ärztliche Erfahrung (interne Evidenz) und die Präferenz der Patient*innen. Auf dieser Grundlage der drei Säulen der evidenzbasierten Medizin sollte die Entscheidung über die Inhalte der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer entschieden werden.

Diese Abstimmung zeigt, dass es nun noch wichtiger wird für unseren Berufsverband, die qualitativ hochwertige ärztliche Aus- und Fortbildung der Homöopathie weiterzuentwickeln. Homöopathie hat in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz, sie wird von der Selbstmedikation bis hin zu schweren Erkrankungen in ärztlicher Begleitung angewandt. Diesem Stellenwert muss auch die ärztliche Fortbildung Rechnung tragen, die DZVhÄ Ausbildung mit dem Homöopathie-Diplom gewährleistet das.“

2022-05-31T16:26:31+02:00

ÖGVH Jahrestagung 2021

ÖGVH Jahrestagung vom 02.-03. Oktober 2021:

„Infektion bis Onkologie – Homöopathie als Integrativmedizinische Methode”

Nach der erfolgreichen Online-Premiere voriges Jahr und den nicht abschätzbaren coronabedingten Einschränkungen findet auch die heurige Jahrestagung (inklusive Jahreshauptversammlung) wieder virtuell statt. Der ÖGVH hat namhafte Referenten geladen und spannende Vorträge zu bieten.

Hier finden Sie das Programm der Jahrestagung  und weitere Infos zur Anmeldung.

Die Veranstaltung findet online statt, der Zugangslink wird Ihnen nach der Anmeldung (und dem Zahlungseingang) per Email zugesendet, die Anleitung zur Anwendung von Zoom und die anschließende Wissensüberprüfung ebenfalls.
Die Anmeldung ist unter fortbildung@oegvh.at oder sekretariat@homoeopathie.at möglich.

2021-08-18T14:35:38+02:00

Themendienst: Zusatzbezeichnung Homöopathie

Mit einem Themendienst bietet der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) jetzt Hintergründe über die Diskussion um die ärztliche Weiterbildung Homöopathie. Der Deutsche Ärztetag 2018 hatte sich deutlich für eine neue Musterweiterbildungsordnung mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie ausgesprochen. Doch bei der Umsetzung in den insgesamt 17 Landesärztekammern blieb die Homöopathie zum Teil auf der Strecke. Nun stehen im September und Oktober 21 noch die Entscheidungen in Berlin und Bayern an.

 

Die Themen:

  • Erst beschlossen und dann abgeschafft? Zur Lage der ärztlichen Weiterbildung Homöopathie
  • Interview mit Dr. med. Alexandra Schulze-Rohr, DZVhÄ Vorstand Weiterbildung
  • Hintergründe: Die Anti-Homöopathie-Kampagne und der Brief des Münsteraner Kreises an den Deutschen Ärztetag 2018
  • Die Ausbildung eines homöopathisch tätigen Arztes / Ärztin
  • Ärzt*innen berichten, warum sie Homöopathie anwenden
  • Patienten berichten, warum sie Homöopathie in Anspruch nehmen / Bertelsmann Gesundheitsmonitor
  • Zusammengefasst: 9 Gründe zum Erhalt der Zusatzbezeichnung
  • Die AWMF fordert mehr Aus- und Weiterbildung in Komplementärmedizin
  • Daten & Fakten zur Homöopathie
  • Ausblick: Integrative Listen kandidieren für die Delegiertenversammlungen von Ärztekammer

Direkt zum Themendienst.

2021-10-15T17:57:28+02:00

Homöopathie ist in der ärztlichen Versorgung verankert

Homöopathie hat sich über Jahrzehnte als fester Bestandteil der ärztlichen Versorgung etablieren können. Homöopathisch tätige Ärzt*innen leisten einen wesentlichen Beitrag in der kassenärztlichen und privatärztlichen Versorgung der Bevölkerung. Zum Spektrum der Anwendungen gehört die Behandlung von akut auftretenden Infektionen, Schmerzzuständen ebenso wie die Versorgung langjähriger chronischer Erkrankungsbilder. Eine aktuelle Umfrage des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) unter allen Arztpraxen mit Therapieschwerpunkt Homöopathie hat ergeben, dass fast 2/3 der homöopathisch tätigen Ärzt*innen allgemeinärztlich tätig sind, gefolgt von Kinder- und Jugendärzten, Internisten, Gynäkologen sowie Psychiatern / Psychotherapeuten.

Homöopathisch tätige Ärzt*innen decken das komplette fachärztliche Spektrum ab. Damit ist in all diesen Disziplinen ein Höchstmaß an Patientensicherheit durch integrative, konventionelle und homöopathische Behandlungsoptionen gegeben.

Mal alternativ, mal komplementär zur konventionellen Medizin

Wie die Homöopathie in der Praxis eingesetzt wird, hängt entscheidend vom Krankheitsbild des Patienten ab und wird vom Arzt, der Ärztin gemeinsam mit dem Erkrankten besprochen. Um das beurteilen zu können, ist Wissen gefragt, über den möglichen Verlauf der Krankheit und über die Therapieoptionen. Homöopathisch tätige Ärzt*innen praktizieren die integrative Medizin, sie stehen auf mindestens zwei Beinen, dem der konventionellen und dem der homöopathischen Medizin. Die Gründe, warum Ärztinnen und Ärzte, die schon eine rund 12-jährige medizinische Ausbildung bis zum Facharzt gemacht haben, ihr Wissen noch durch eine zeit- und kostenintensive Weiterbildung Homöopathie erweitern, klingt bei vielen sehr ähnlich:

  • „Es geht ja nicht darum, die herkömmliche Medizin zu verteufeln, das ist Unsinn – die Kombination ist nach meiner Auffassung das Ideale. Erst sollten die sanften Methoden eingesetzt werden, findet man mit ihnen keine Lösung, kommen die konventionellen zum Zug.“ Dr. med. Günter Heck, Facharzt für Innere Medizin mit den Zusatzbezeichnungen  Homöopathie und Naturheilverfahren.
  • „Nach sieben Jahren Krankenhausweiterbildung in der Chirurgie und Inneren Medizin war mein Wunsch groß, etwas zu finden, das Patienten langfristiger und persönlich angemessener hilft.“ Stefanie Nadler, Allgemeinmedizinerin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Naturheilverfahren.
  • „Allerdings enden auch heute noch konventionelle Behandlungen, vor allem chronischer Erkrankungen, nicht selten in einer therapeutischen Sackgasse. Ohne Homöopathie wäre ich in sehr vielen Fällen ratlos und könnte keine gute therapeutische Option anbieten.“ Dr. med. Eugen Schippers, Facharzt für Allgemeinmedizin mit der Zusatzbezeichnung Homöopathie.
  • „Als ich begann, mich mit Homöopathie zu beschäftigen, hatte ich bereits meine eigene Praxis für Frauenheilkunde in München. Ich musste feststellen, dass ich mit den Mitteln der konventionellen Medizin vielen Frauen nicht helfen konnte. Vor allem Frauen mit chronischen Beschwerden.“ Dr. med. Ute Bullemer ist Frauenärztin mit den Zusatzbezeichnungen Homöopathie und Psychotherapie.

Homöopathie wird von Patienten angenommen

Die Inanspruchnahme der Patient*innen ist hoch, rund 30 Millionen Menschen in Deutschland nutzen die Homöopathie. In regelmäßig stattfindenden Umfragen – etwa von Forsa 3/2020 – geben 55 Prozent der Befragten an, bereits Erfahrungen mit Homöopathie gemacht zu haben, gut 2/3 der Befragten wiederum sind mit Verträglichkeit und Wirksamkeit zufrieden bis sehr zufrieden. Laut dem Bertelsmann Gesundheitsmonitor 2014 sind häufigste Anlässe für Besuche bei Homöopathen: allgemeine Beschwerden (48 Prozent), chronische und akute Erkrankungen (43 bzw. 32 Prozent). Wichtige ist die Aussage, warum Patienten eine homöopathische Therapie wünschen: Die Patienten gehen dorthin, weil anderswo keine Besserung erreicht wurde. Die Ergebnisse:

Bei mehr als 80 Prozent der Patienten, die homöopathisch behandelt wurden, besserten sich das Allgemeinbefinden sowie die seelische Verfassung. Auch körperliche Beschwerden ließen nach.

Die Beweggründe sich der Homöopathie zuzuwenden sind bei Ärzten und Patienten vergleichbar, die Grenzen der konventionellen Medizin werden sehr ähnlich wahrgenommen. So erzählen Patienten ihren Weg zur Homöopathie:

  • „Ich bin jahrelang von Hautarzt zu Hautarzt gelaufen und die Botschaft war immer wieder identisch: Ich solle eine Psychotherapie beginnen und/oder Kortisonsalbe regelmäßig verwenden. Das wollte ich so nicht akzeptieren. Aufgrund der homöopathischen Behandlung bin ich wieder glücklich geworden, weil meine Hautprobleme komplett weggegangen sind.“ Prof. Christian Höppner ist Generalsekretär des Deutschen Musikrates, Kulturratspräsident a.D.
  • „Aber nach einem knappen Jahr kamen die Flecken wieder, und zwar doppelt so stark als zuvor. Ich also wieder zu einer Hautärztin, sie verschrieb mir die schon bekannte Salbe, die dann aber nicht gewirkt hat, im Gegenteil, die Flecken weiteten sich immer stärker aus. Ich habe nicht an die Homöopathie geglaubt, Nach rund einem Jahr war meine Haut wieder so gut wie geheilt.“ Pavananthan Ponnambalam, litt rund 15 Jahren an der Hautkrankheit Vitiligo, Weißfleckenkrankheit.

Weitere Informationen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2021-09-21T20:36:29+02:00

Die Zusatzbezeichnung Homöopathie ist wichtig

Versorgung und Relevanz

Stimmt es, dass homöopathisch tätige Ärzt*innen in einer geschützten Nische arbeiten und nicht an der medizinischen Grundversorgung der Bevölkerung teilnehmen? Das ist falsch, eine Umfrage des DZVhÄ  unter allen Arztpraxen mit Therapieschwerpunkt Homöopathie im Frühjahr 2021 hat ergeben:

  • Das Altersspektrum behandelter Patient*innen reicht von Kindern bis zu Senioren.
  • Fast 2/3 der Kolleg*innen sind allgemeinärztlich tätig, gefolgt von Kinder- und Jugendärzten, Internisten, Gynäkologen sowie Psychiatern / Psychotherapeuten.
  • Der größte Teil hat neben der Zusatzbezeichnung auch das Homöopathie-Diplom erworben, die Voraussetzung zur Teilnahme an der integrierten Versorgung ist.
  • Durchschnittlich sind die Ärzte seit 20 Jahren homöopathisch tätig.
  • Durchschnittlich werden pro Quartal 785 Patient*innen versorgt.
  • 77 % der Praxen nehmen regelmäßig Blut ab
  • 74 % machen Hausbesuche
  • 70 % führen Impfberatung durch und oder impfen in der Praxis
  • 62 % bieten fachärztliche Check-ups an
  • 46 % bieten internistische Basisdiagnostik an (EKG, Ergo, Sono etc.)
  • 45 % betreuen Patienten in Altenheimen
  • 38 % führen Kinder-Vorsorgeuntersuchungen durch
  • 30 % übernehmen Aufgaben im Bereich der Palliativmedizin

1. Fazit: Homöopathisch tätige Ärzt*innen tragen einen relevanten Beitrag zur allgemeinmedizinischen und hausärztlichen Versorgung in Deutschland bei. Neben homöopathischer Zusatzqualifikation ist eine fundierte Fort- und Weiterbildung im Bereich der konventionellen Medizin die Basis. Damit dieses solide Fundament erhalten bleibt, ist erforderlich, auch die Zusatzbezeichnung Homöopathie in ärztlicher Hand zu erhalten.

Fachärzt*innen mit Zusatzbezeichnung Homöopathie

Mehr als die Hälfte aller Ärzt*innen mit Zusatzbezeichnung Homöopathie sind als Fachärzte für Allgemeinmedizin tätig und damit in der medizinischen Grundversorgung engagiert. Es folgen Kinder- und Jugendärzt*innen, Internist*innen, Ärzt*innen für Psychiatrie und Psychotherapie, Frauenärzt*innen und HNO-Ärzt*innen. In unseren Reihen sind des weiteren Ärzt*innen für Psychosomatische Medizin, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Chirurgie, Anästhesiologie, Haut- und Geschlechtskrankheiten sowie Augenheilkunde.

Bei niedergelassenen Kassenärzten lagen die Gesamtarzneikosten / Quartal durchschnittlich 12 Prozent niedriger, die Zahl der Antibiotika-Verordnungen lagen im Vergleich zum Fachgruppendurchschnit 27 Prozent niedriger, bei Protonenpumpenhemmern wurde der Fachgruppendurschnitt um ca. 20 Prozent unterschritten.

2. Fazit: Homöopathisch tätige Ärzt*innen decken das komplette fachärztliche Spektrum ab. Damit ist in all diesen Disziplinen ein Höchstmaß an Patientensicherheit durch integrative, konventionelle und homöopathische Behandlungsoptionen gegeben. Dass dies so bleibt und Patient*innen nicht zu weniger oder gar nicht qualifizierten Heilern abwandern ist es erforderlich, dass die Homöopathie auch in Zukunft auf hohem Ausbildungsniveau und in ärztlicher Hand erhalten bleibt.

 

 

 

 

2021-07-16T09:42:09+02:00

Fortbildung: DZVhÄ Diplom Punkte und Corona-Pandemie

Seit einem Jahr hält uns die Corona-Pandemie fest im Griff. Aufgrund beruflicher und persönlicher Belastungen kommt die Fortbildung daher manchmal zu kurz. Viele Angebote wurden auch abgesagt und das Sammeln der notwendigen Punkte so zusätzlich erschwert.

Das Homöopathie-Diplom ist ein besonderer und von Krankenkassen wie Patienten anerkannter Qualifikationsnachweis. Um dieses Qualitätsversprechen langfristig halten zu können, sind die Richtlinien zum Diplom eine verbindlich einzuhaltende Grundlage. Um Ärger im Zusammenhang mit der Beantragung eines neuen Diploms zu vermeiden, bitten wir Sie daher, den hierfür notwendigen Nachweis von 100 Punkten aus den letzten fünf Jahren auch in der derzeitigen Lage nicht aus dem Blick zu verlieren.

Folgende ausgewählte Möglichkeiten des Punkteerwerbs möchten wir in Erinnerung rufen:

  • Nehmen Sie vom 13.-15. Mai 2021 von zu Hause an der Übertragung des live-Streams des Deutschen Ärztekongresses für Homöopathie teil (20 Punkte).
  • Nehmen Sie an anderen online-Fortbildungsangeboten teil. Diese finden Sie unter: www.weiterbildung-homoeopathie.de > Veranstaltungssuche (Kalender) > Schnellsuche nach Kategorien > Fernseminar/Webinar (Fortbildung).
  • Sammeln Sie Punkte durch das Selbststudium Ihrer AHZ: 3 Punkte pro Ausgabe. Alle Infos dazu finden Sie in der AHZ.

Foto: iStock.com/Studenten2

2021-04-26T16:48:31+02:00
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