Studie: Integrative Medizin genießt in Österreich großes Vertrauen der Bevölkerung

Berlin, 19. Oktober 2023.

Die Wiener Städtische Versicherung hat auch im Jahr 2023 eine repräsentative Umfrage mit 1.000 Österreicher:innen, im Alter von 16 bis 70 Jahren. Besonders interessant ist, dass die Studie ein sehr positives Meinungsbild zum Thema Integrative Medizin zeigt. Drei von vier Österreicher:innen sehen die Komplementärmedizin als Teil der Gesundheitsversorgung.

Komplementärmedizinische Behandlungen erzielen Erfolge

Die Befragten bekunden nicht nur Interesse an der Integrativen Medizin, die Mehrheit hat bereits positive Erfahrungen mit ihr gemacht. Und der Trend bleibt positiv. 70 Prozent der Studienteilnehmer:innen berichten von einem (sehr) guten Behandlungserfolg. Das Resultat: die Mehrheit der Befragten sieht die Komplementärmedizin als optimale Ergänzung zur konventionellen Medizin. Ein Sechstel bevorzugt diese sogar.

Die Bevölkerung vertraut der Integrativen Medizin

Sonja Steßl, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen Versicherung, spricht von einem hohen Vertrauen in die Methoden. 43 Prozent der Studienteilnehmer:innen mit Kindern bis 18 Jahre, haben diese bereits integrativmedizinisch behandeln lassen. Ein Viertel könnte sich dies auch in Zukunft vorstellen, insbesondere bei der Bewältigung von Stress und Nervosität. 39 Prozent der Kinder sind laut ihren Eltern (stark) mental belastet.

Das österreichische Gesundheitssystem wird abgestraft

Das Bewusstsein für die eigene körperliche und mentale Fitness steigt. Zwei von fünf Österreicher:innen achten mehr auf ihre Gesundheit als im Vorjahr. In Kontrast dazu steht die Bewertung des Gesundheitssystems. Laut der Gesundheitsstudie 2023 ist die Zufriedenheit der Österreicher:innen in den letzten zwei Jahren um 21 Prozentpunkte gesunken. Die genannten Gründe sind: Zu lange Wartezeiten, zu wenig Zeit für Behandlungen und immer weniger Leistungen. Die Konsequenz ist, dass jede dritte Versicherte in die private Gesundheitsversorgung wechselt.

Integrative Medizin auch in Deutschland etabliert

In Deutschland sind komplementärmedizinische Behandlungen als freiwillige Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung verankert. Dass die Nachfrage besteht, haben Studien der letzten Jahre mehrfach gezeigt. 70 Prozent der Bevölkerung ist laut einer Forsa Umfrage im Jahr 2021 offen für Homöopathie. Mehr als jede zweite Befragte konnte von eigenen Erfahrungen berichten.

Grafik: www.wienerstaedtische.at

2023-10-30T12:33:06+01:00

LIMed ist bereits in sieben Ärztekammern vertreten

Berlin, 11. Juli 2023. Seit 2019 tritt LIMed, die Liste Integrative Medizin, bei Kammerwahlen an und ist nun bereits in sieben Landesärztekammern vertreten. In Niedersachsen, Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg, Bremen und seit Mitte Juni 2023 auch im Ärzteparlament in Hessen.

LIMed  setzt sich aus engagierten Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Fachrichtungen, Tätigkeits- und Interessenbereichen zusammen. Sie alle eint die Überzeugung, dass die gesamte Vielfalt der Methoden zum Wohle aller Patient*innen in den Praxisalltag zu integrieren ist. Diese Überzeugung tragen die Ärztinnen und Ärzte der LIMed auf berufspolitischem Wege in die Gremien der Ärztekammern und fördern einen Systemwechsel von ökonomisierter zu patientenorientierter Medizin.

Aus dem Programm

Wissenschaft

  • Wir unterstützen eine Medizin, die den wissenschaftlichen Dialog zwischen konventioneller mit komplementärer Behandlung fördert und nach außen trägt.
  • Wir fordern die wissenschaftliche Untersuchung komplementärmedizinischer Ansätze, wenden uns aber gegen einseitige Vorgehensweisen und Interpretationen, die den Boden der Wissenschaft verlassen. So ist z.B. die Meta-Analyse eine wissenschaftliche Methode, die in der Regel mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Die „Evidence Based Medicine“ (EBM) ist eine Medizin, die sich auf empirische Belege stützt. Dazu gehören neben der besten verfügbaren Informationslage aus wissenschaftlicher Literatur, die fachliche Meinung des Behandlers und die Präferenzen der Patienten. Methodische Überlegungen zur EBM weisen darauf hin, dass ein zirkulärer, zyklischer Erkenntnisprozess gerade bei der Evaluation komplexer therapeutischer Maßnahmen ein angemessenerer Weg der Evaluation darstellt als ein alleiniges hierarchisches Vorgehen.
  • Eine neue Rubrik im Deutschen Ärzteblatt und anderen offiziellen Organen der deutschen Ärzteschaft sollte den Anfang in der Kommunikation machen, um den hohen wissenschaftlichen Standard der vorhandenen komplementär medizinischen Therapien anhand von spezifischen Kasuistiken zu vermitteln. Das wird Brücken zwischen den beiden Disziplinen bauen.

Methodenvielfalt in der Medizin

  • Erhalt und Ausbau der Methodenvielfalt in der ärztlichen Behandlung. Integration von studienbelegten Konzepten im Kontext von Phytotherapie, Homöopathie, Anthroposophischer Medizin, Akupunktur und anderer integrativ-medizinischer Methoden. Individuell abgestimmte Gesamtkonzepte mit dem Ziel einer ganzheitlichen Förderung der Gesunderhaltung und Salutogenese breiter und vulnerabler Bevölkerungsschichten.

Systemwechsel von ökonomisierter zu patienten­orientierter Medizin

  • Gleichstellung von sprechender, apparativer Medizin und Pharmakotherapie, die Patienten als Subjekt und Dialogpartner sieht und in der Summe die Compliance verbessert.

Qualität – Erhalt ärztlicher Kompetenz für integrative Verfahren

  • Langfristige Verankerung in der Weiterbildungsordnung als unverzichtbare Notwendigkeit zur Fortsetzung und Weiterentwicklung bewährter Fortbildungen im integrativ-medizinischen Bereich.
  • Der konstruktive Weg dorthin ist ein „Ausschuss Integrative Medizin“ und Sicherstellung seiner Präsenz in den Ausschüssen für Ärztliche Fortbildung und Ärztliche Weiterbildung

Finanzielle Gleichstellung von Gesprächsmedizin, apparativer Medizin und Pharmakotherapie

  • Der reale ärztliche Zeitaufwand in der komplementären Medizin muss sich im Verdienst wiederspiegeln. Eine Prüfung von finanziellen Fehlanreizen im System sollte diesen Prozess begleiten.

Nachhaltigkeit für die Medizin der Zukunft

  • Die Hinwendung zu nachhaltigen und ökologischen Verfahren in der Medizin ist uns ein wichtiges Anliegen. Hier bietet die Integrative Medizin vorausschauende und auf Nachhaltigkeit ausgerich­tete Behandlungen an.

Chefarzt Schmidt: Warum LIMed bei den Kammerwahlen antritt

Robert Schmidt, Chefarzt am Krankenhaus für Naturheilweisen in München, erklärt im DZVhÄ-Video, warum die LIMed für die Ärztekammerwahl in Bayern angetreten ist und welche Ziele die Delegierten vertreten. Zum Video

Koordiniert wird die Liste Integrative Medizin von der Hufelandgesellschaft, aktuelle Berichte über den Fortgang der LIMed-Geschichte werden auf der  Webseite zusammengefasst.

2023-07-11T11:34:59+02:00

Weltweite Deklaration für Integrative Medizin

Mit dieser Deklaration für Traditionelle, Komplementäre und Integrative Gesundheitsversorgung soll weltweit der Blick auf den Pluralismus in der Medizin gerichtet werden. Zu den Initiatoren gehören u.a. EUROCAM und die European Federation of Homeopathic Patients’ Associations. Bereits 130 Organisationen, darunter der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), WissHom und das HRI, haben die Deklaration an die WHO unterschrieben. Neben den Organisationen und Verbänden unterstützen auch Einzelpersonen die Forderungen.

Dr. med. Michaela Geiger, DZVhÄ-Vorsitzende: „Wir unterstützen diese Deklaration für traditionelle, komplementäre und integrative Versorgung. Sie ist ein starkes Signal im Schulterschluss mit vielen nationalen und internationalen Verbänden. Besonders für Deutschland fordern wir einen offenen wissenschaftlichen Diskurs, mehr Forschungsgelder und mehr Nachwuchsförderung im Bereich der Integrativen Medizin.“

Traditionelle, Komplementäre und Integrative Gesundheitsversorgung (Traditional, Complementary and Integrative Healthcare, TCIH) steht für eine respektvolle Zusammenarbeit zwischen verschiedenen medizinischen Systemen und unterschiedlichen Gesundheitsberufen. Das Ziel ist eine patientenzentrierte und ganzheitlich ansetzende Gesundheitsversorgung. In mindestens 80 Prozent der Mitgliedstaaten der WHO wird traditionelle und komplementäre Medizin angewendet.

Zentrale Inhalte der Deklaration

Die Gesundheitsversorgung, die wir wollen

  • fokussiert auf den ganzen Menschen mit seinen physischen, mentalen, sozialen und spirituellen Dimensione
  • ist patientenzentriert und unterstützt die körpereigenen Regulationsfähigkeiten
  • ist partizipativ angelegt und respektiert individuelle Entscheidungen
  • ist evidenzbasiert, indem sie klinische Erfahrungen, Patientenpräferenzen sowie vorhandene Forschungsergebnisse integrier
  • respektiert kulturelle Diversität und regionale Unterschiede
  • ist ein integraler Bestandteil der internationalen Konzepte von „Community Health“ und „Planetary Health“
  • nutzt natürliche und nachhaltige Ressourcen
  • integriert traditionelle, komplementäre und konventionelle medizinische Verfahren und unterstützt diese Zusammenarbeit ausdrücklich.

Wir respektieren ausdrücklich die Errungenschaften der modernen konventionellen Medizin, wir sehen aber auch deren Begrenzungen, zum Beispiel:

  • ungenügende Therapieoptionen bei chronischen und nicht-übertragbaren Erkrankungen
  • häufige Nebenwirkungen der konventionellen Therapieoptionen und steigende Antibiotika-Resistenzen
  • Fragmentierung und Spartendenken innerhalb der medizinischen Versorgung durch eine zunehmende Spezialisierung der Gesundheitsberufe
  • Limitation durch eine ausschließlich auf Krankheit fokussierte Perspektive.

Wir fordern

  • Zugang zu TCIH als Teil des rechtlichen Anspruchs auf Gesundheitsversorgung für alle Menschen
  • Integration von TCIH in die nationalen Gesundheitssystem
  • Geregelte Akkreditierung für Gesundheitsberufe in Abstimmung mit internationalen Ausbildungsstandard
  • Ermöglichung von Zugängen zu TCIH-Arzneimittel durch spezifische Zulassungsverfahren
  • Förderung von TCIH Forschungsprojekten
  • Bereitstellung von ausgewogenen und qualitativ hochwertigen Patienteninformationen zu TCIH.

Alle Informationen zu der Deklaration und der Zugang zur Online-Petition erhalten Sie hier.

2022-07-21T09:49:10+02:00

ÖGVH Jahrestagung 2021

Termin: 02.-03. Oktober 2021:

„Infektion bis Onkologie – Homöopathie als Integrativmedizinische Methode”

Nach der erfolgreichen Online-Premiere voriges Jahr und den nicht abschätzbaren coronabedingten Einschränkungen findet auch die diesjährige Jahrestagung wieder virtuell statt. Der ÖGVH hat namhafte Referenten geladen und spannende Vorträge zu bieten.

Hier finden Sie das Programm der Jahrestagung  und weitere Infos zur Anmeldung.

Die Veranstaltung findet online statt, der Zugangslink wird Ihnen nach der Anmeldung (und dem Zahlungseingang) per Email zugesendet, die Anleitung zur Anwendung von Zoom und die anschließende Wissensüberprüfung ebenfalls.
Die Anmeldung ist unter fortbildung@oegvh.at oder sekretariat@homoeopathie.at möglich.

2021-08-26T09:12:58+02:00

Fortbildung Rezidivierende Harnwegs­infektionen

Update zu Diagnostik und Prävention

DOI: https://doi.org/10.4414/phc-d.2021.10291
Veröffentlichung: 04.08.2021
Prim Hosp Care Allg Inn Med. 2021;21(08):257-263, (Peer reviewed Artikel)

Primary and Hospital Care (PHC) ist eine Fachzeitschrift für Allgemeine Innere Medizin in Hausarztpraxis und Spital in der Schweiz und gleichzeitig auch das offizielle Organ der schweizerischen Fachgesellschaft für Allgemeine Innere Medizin (SGAIM). Alle Beiträge der Zeitschrift werden durch die wissenschaftliche Redaktion des PHC geprüft; die meisten Fachartikel werden zudem externen Gutachtern vorgelegt (Peer reviewing). Damit leistet die Zeitschrift PHC einen wesentlichen Beitrag zur Aus-, Weiter- und Fortbildung für Ärzte in der Schweiz.

Da die Artikel der Fachzeitschrift PHC kostenfrei online zur Verfügung stehen (z.B. aktuelle Ausgabe 2021/08 und ältere Ausgaben im Archiv) können die interessanten Artikel auch in Deutschland bequem und kostenfrei gelesen werden. Exemplarisch möchten wir Ihnen den Artikel „Rezidivierende Harnwegsinfektionen“aus der aktuellen Ausgabe 2021/08 ans Herz legen.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre dieses und vielleicht auch weiterer Artikel der Zeitschrift Primary and Hospital Care (PHC).

Auszug aus der Publikation …
Zusammenfassung
Harnwegsinfektionen (HWI) gelten als häufig und oft rezidivierend, und Antibiotika gelten als nötig, um eine Pyelonephritis zu verhindern und den verursachenden Keim aus dem Perineum zu eradizieren. Wir möchten eine Neubeurteilung dieser Konzepte anregen. Urinkulturen sollen nur zurückhaltend gemacht werden; Dysurie kann neben HWI auch andere Ursachen haben; die Zystitis ist >100-mal häufiger als die Pyelonephritis, und auch die rezidivierende Zystitis soll meist primär antibiotikafrei behandelt werden. Viele Patientinnen (meist sind es Frauen) haben Interesse an nicht-antibiotischen, Mikrobiom-schonenden Präventions­methoden.

HWI-Vorbeugung
Gute Medizin beginnt immer mit einer guten Beziehung zwischen Arzt/Ärztin und Patientin: essentiell sind geduldiges Zuhören, Sorgen ernstnehmen, psychosoziale Faktoren einbeziehen (Stress am Arbeitsplatz, in der Beziehung, Ängste, die Dysurie auslösen). Die HWI-Präventionsmassnahmen sollen ausführlich und anschaulich besprochen werden. Nicht-medikamentöse Methoden sollen je nach Patientin großzügig eingesetzt werden: Meditation, Entspannungsübungen, Stressreduktion, Sport, Hitze- und Kältebehandlung und Physiotherapie.

Lesen Sie den gesamten Artikel hier

2021-08-26T09:03:41+02:00

ÖGVH Jahrestagung 2021

ÖGVH Jahrestagung vom 02.-03. Oktober 2021:

„Infektion bis Onkologie – Homöopathie als Integrativmedizinische Methode”

Nach der erfolgreichen Online-Premiere voriges Jahr und den nicht abschätzbaren coronabedingten Einschränkungen findet auch die heurige Jahrestagung (inklusive Jahreshauptversammlung) wieder virtuell statt. Der ÖGVH hat namhafte Referenten geladen und spannende Vorträge zu bieten.

Hier finden Sie das Programm der Jahrestagung  und weitere Infos zur Anmeldung.

Die Veranstaltung findet online statt, der Zugangslink wird Ihnen nach der Anmeldung (und dem Zahlungseingang) per Email zugesendet, die Anleitung zur Anwendung von Zoom und die anschließende Wissensüberprüfung ebenfalls.
Die Anmeldung ist unter fortbildung@oegvh.at oder sekretariat@homoeopathie.at möglich.

2021-08-18T14:35:38+02:00

Sachsen-Anhalt: Parteien offen für Integrative Medizin

In Sachsen-Anhalt wird am 6. Juni ein neuer Landtag gewählt. Durch die Corona-Pandemie hat das Thema Gesundheit in der Politik an Bedeutung gewonnen. Aber wie stehen die Parteien zur Integrativen Medizin? In anderen Bundesländern, etwa in Baden-Würtemberg oder in Bayern, setzen sich die Landesregierungen für ein Zusammenwachsen der konventionellen mit der komplementären Medizin ein – ist dies auch ein Modell für Sachsen-Anhalt? Auch erwarten rund 75 Prozent der Bevölkerung in Deutschland die Integrative Medizin – aber wie werden die politsch Verantwortlichen dies umsetzen?

Und das sagen die Parteien:

CDU unterstützt umfassend medizinische Forschung, Methoden und Verfahren der Integrativen Medizin sind hierbei eingeschlossen. Die CDU Sachsen-Anhalt wird sich für einen stetigen und fairen Diskurs um die Integrative Medizin einsetzen.

SPD Da für uns der Patient*innenschutz an erster Stelle bei allen gesundheitspolitischen Überlegungen steht, sehen wir große Bedarfe für die wissenschaftliche Begleitung von komplementärmedizinischen Behandlungsmethoden und auch für die Regulierung des Zugangs in die Patient*innenversorgung.

FDP: Ein Lehrstuhl für Integrative Medizin existiert in Sachsen-Anhalt jedoch nicht. Auch im Bereich der Facharztausbildung Allgemeinmedizin werden komplementärmedizinische Inhalte bisher nur unwesentlich abgebildet. Eine intensivere Forschung in diesem Gebiet wäre daher wünschenswert, denn Bestandteile integrativer Medizin werden zwar häufig durch die Patienten wahrgenommen, aber die Studienlage hierzu ist unbefriedigend. Daher sollte die Diskrepanz zwischen Gesundheitsalltag und wissenschaftlichem Erkenntnisstand überwunden werden. Etwaige Arbeits- und Forschungsgruppen könnten an bestehenden Instituten für Sozialmedizin und Epidemiologie angegliedert werden und somit auf bereits bestehende Ressourcen zurückgreifen.

Bündnis90/Die Grünen: Die Integrative Medizin bereichert unser Gesundheitssystem und sichert eine wünschenswerte Methodenvielfalt. Die in diesem Bereich tätigen Professionen leisten eine Verbindung von schulmedizinischen und komplementärmedizinischen Verfahren und das erachten wir als wertvoll, denn im Krankheitsfall ist es für viele Patient*innen wichtig selbstbestimmt zwischen unterschiedlichen qualitätsgesicherten Angeboten und Therapien wählen zu können. Im Rahmen der von uns angestrebten Einführung kommunaler Gesundheitskonferenzen hat auch die Integrative Medizin ihren Platz. Die Stärkung der Forschung in diesem Bereich unterstützen wir grundsätzlich. Bei Initiativen von Hochschulen in diese Richtung sind wir diesbezüglichen prinzipiell gesprächsoffen.

Die Linke: Wir unterstützen das Bestreben nach Erkenntnisgewinn durch Erforschung der Integrativen Medizin, denn es ist uns wichtig, dass es eine Betreuung von Patient*innen neben dem klassischen Medizinbetrieb gibt. Hierbei steht der Nutzen für die Patient*innen verbunden mit einem Anspruch auf nachgewiesenermaßen sinnvolle Behandlungen im Vordergrund. Patient*innen sollten ein Recht auf freie Wahl der Therapierichtung haben. Es muss eine ehrliche und offene Debatte über die Chancen und Möglichkeiten einer komplementären Medizin geführt werden. Dabei muss auch diskutiert werden, an welchen Stellen es bei der Ausbildung und Zulassung von Heilpraktiker*innen noch Verbesserungspotential gibt.

 

▶️ Die Wahlprüfsteine wurden von der Bürgerbewegung weil`s hilft! an die im Landtag vertretenen Parteien geschickt – mit Außnahme an die AfD. Ausführlichere Antworten der Parteien erhalten Sie auf der weil`s hilft! Webseite.

 

2021-06-03T08:22:02+02:00

Integrative Liste Niedersachsen ist erfolgreich

Mit der integrativen Liste Niedersachsen (iLN) traten Ärztinnen und Ärzte erstmalig bei der Wahl der Kammerversammlung der Ärztekammer in Niedersachsen an. Vom 1. bis 14. Dezember 2020 wurde gewählt und die integrierte Liste Niedersachsen war auf Anhieb erfolgreich. Wir haben mit der Braunschweiger Ärztin Dr. Ina Chammah, eine der Initiatorinnen der iNL, über das aktuelle Ergebnis und den Weg dahin gesprochen.

Fangen wir mit dem Ergebnis an. Wie sind die ersten Kammerwahlen der Integrativen Liste Niedersachsen gelaufen?

Es ist hervorragend gelaufen. Wir haben sehr viel Zuspruch und Unterstützung erfahren. Wir haben zwei sehr kompetente und gut vernetzte Kolleginnen in die Ärztekammer gewählt bekommen. Auffällig ist, dass diese beiden sich bereits vor der Entstehung der „integrativen Liste“ berufspolitisch engagiert hatten und somit einer Vielzahl von KollegInnen als kompetente Persönlichkeiten bekannt waren. Ich möchte sagen, dass Sie nicht nur wegen der iLN, sondern auch wegen Ihres Engagements zuvor gewählt worden sind. Das sollte die Kollegen in anderen Wahlkreisen beachten. Allerdings sind andere sehr kompetente und engagierte KollegInnen, sind nicht gewählt worden. Auffällig ist, dass Sie zwar sehr anerkannt in ihrer Region sind, aber vor ihrem Engagement nicht sehr vernetzt in anderen ärztlichen  Strukturen waren.

Sie sind in allen Bezirken angetreten, wo hat es gut funktioniert?

In Hannover und im Wahlkreis Verden/Stade/Lüneburg haben wir genug Stimmen bekommen um eine Vertreterin zu stellen. Der eine Wahlkreis ist sehr urban, der andere eher ländlich. Es liegt also nicht an der Gesellschaftsstruktur des Wahlkreises, was wir zunächst befürchtet hatten. Wir sind in Niedersachsen – ähnlich wie Brandenburg – ein Flächenstaat und hatten befürchtet, dass es schwierig wird, vor allem in Coronazeiten sich bekannt zu machen.

Welches sind Ihre wichtigsten Ziele?

Die Methodenvielfalt in ärztlicher Hand zu verankern. Dies  zum Wohle der PatientInnen und der behandelnden Ärzte, da die Zufriedenheit aller Beteiligten wächst, wenn für komplexe Probleme individuelle und funktionierende Lösungen gefunden werden können.

Hatten sich „nur“ Ärzt*innen mit Zusatzbezeichnung Homöopathie zur Wahl gestellt?

Nein. Der größte Anteil der Ärztinnen und Ärzte hat eine Zusatzbezeichnung Homöopathie, weil die Bewegung aus der Empörung über die Entscheidung der Ärztekammer zur Abschaffung der Zusatzbezeichnung entgegen der Musterweiterbildungsordnung entstanden ist. Aber auch KollegInnen aus anderen Fachbereichen haben sich und angeschlossen. Wir werden in der nun neuen Legislatur den Schulterschluss mit den KollegInnen weiter ausbauen.

Wie lange war die Vorbereitungszeit?

Am 30. November 2019 hat die Ärztekammer die Zusatzbezeichnung Homöopathie abgeschafft. Noch vor Weihnachten haben wir per Mailverteiler nach Mitstreitern für die integrative Liste Niedersachsen gesucht.  Ab März 2020 haben wir in regelmäßigen Zoommeetings unser Wahlprogramm und Thesenpapiere erarbeitet. Diese waren im Juni fertig, so dass wir uns zur Öffentlichkeitsarbeit an Zeitschriften und zur Erstellung der Flyer an Grafiker  wenden konnten. Dann begann die Wahlzeit ab August. In den ersten beiden Dezemberwochen wurde schließlich gewählt.

Welche Botschaft haben Sie an die DZVhÄ Landesverbände?

Die berufspolitische Arbeit ist meiner Meinung nach unerläßlich, um den Kontakt in den vorhandenen  ärztlichen Strukturen zu behalten. Wir haben alle erlebt, wie durch Meinungsmache und Falschdarstellungen unsere eigenen KollegInnen und VertreterInnen in den Ärztekammern  uns anscheinend als Fremdkörper wahrgenommen haben und ohne Zaudern aus dem Kreis der Zusatzqualifikationen ausgeschlossen haben. Die Arbeit zum Wahlkampf hat sehr viel Spaß gemacht und viele nur lose Kontakte in den jeweiligen Regionen gestärkt. Ich habe von allen Beteiligten erfahren, dass sie viel Zuspruch und Unterstützung erfahren haben. Was aus der Empörung heraus entstanden ist, ist mittlerweile eine positive zukunftsgewandte Bewegung geworden, mit dem Ziel einer besseren Medizin für alle Beteiligten. Wir planen bereits wie wir die Legislaturperiode gestalten können, um bei der nächsten Wahl noch mehr Zuspruch zu erfahren.

Wir gratulieren Ihnen zu diesem Erfolg und danken für Ihr Engagement!

2021-03-22T12:12:59+01:00

Forsa: Bürger wünschen Homöopathie nach Schweizer Vorbild

Berlin, 27. Juni 2019. Eine repräsentative Forsa-Befragung im Auftrag des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) zeigt die hohe Zustimmung der Bevölkerung zur Homöopathie und dem Konzept der Integrativen Medizin. – Also dem Hand-in-Hand unterschiedlicher medizinischer Heilmethoden in der ärztlichen Praxis.

Hintergrund der Befragung sind die Entwicklungen in der Schweiz: Hier wurden die Homöopathie, Naturheilkunde und weitere Therapiemethoden der Integrativen Medizin Mitte 2017 zeitlich unbegrenzt in die Erstattung durch die für alle Schweizer obligatorische Grundversicherung aufgenommen. Insgesamt wurden von Forsa 2006 Personen ab 18 Jahren repräsentativ für die Bundesrepublik Deutschland befragt.

Homöopathie nach Schweizer Modell

Abb. 1: Forsa – Die Deutschen begrüßen Schweizer Medizin-Modell

Bei der Frage (Abb. 1) In der Schweiz wird das Modell der Integrativen Medizin umgesetzt, wobei konventionelle Medizin (Schulmedizin) und Heilmethoden der besonderen Therapierichtungen wie Naturheilkunde und Homöopathie von Ärzten eingesetzt werden können und von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden. Würden Sie es begrüßen, wenn dieses Modell auch für Deutschland umgesetzt würde oder würden Sie das nicht begrüßen?“ gaben 79 Prozent der Befragten an, dass sie das Schweizer Modell einer Integrativen Medizin inkl. der Homöopathie für Deutschland begrüßen. Nur 11 Prozent begrüßen es nicht. 10 Prozent trauten sich kein Urteil zu („Weiß nicht“).

Mit 86 Prozent befürworten mehr Frauen das Schweizer Medizin-Modell, Männer stimmten noch mit immerhin 72 Prozent der Integration von Homöopathie und Co. zu. Darüber hinaus zeigen die Daten, dass insbesondere gut verdienende Bürger dieses Medizinkonzept befürworten.

Medizin-Bewertung: Die drei Säulen der evidenzbasierten Medizin

Abb. 2: Forsa – Die Deutschen finden umfassende Medizin-Bewertung wichtig

Eine weitere Forsa-Frage thematisiert einen aktuellen Streit in der Medizin und Medizin-Bewertung: Laut dem Begründer der Evidenzbasierten Medizin (EbM), David Sackett, ruht die EbM per Definition auf drei Säulen – auf wissenschaftlichen Studien, auf den therapeutischen Erfahrungen der Ärzte aus der Praxis und auf den Werten und Wünschen der Patienten. Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) unterstreicht diese Auffassung einer EbM. Aber wie sieht das die Bevölkerung?

Bei der Frage „Manche kritisieren, dass in der Medizin die praktischen Erfahrungen von Ärzten und die Wünsche der Patienten deutlich weniger Berücksichtigung finden als die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien. Wie wichtig finden Sie es persönlich, dass in der Medizin Forschungsdaten, praktische Erfahrungen der Ärzte und Wünsche der Patienten zu gleichen Teilen berücksichtigt werden?“ gaben 46 Prozent an, dass sie dies sehr wichtig finden. Weitere 44 Prozent gaben an, dass ihnen das wichtig ist. Nur 6 Prozent finden dies weniger wichtig, 2 Prozent gar nicht wichtig.

Auch hier sind die Zustimmungswerte der Frauen (93 Prozent wichtig/sehr wichtig) deutlich höher als die der Männer (86 Prozent wichtig/sehr wichtig). Bei dieser Frage konnte im Gegensatz zur Frage nach dem Schweizer Medizin-Modell (Abb. 1) kein nennenswerter Unterschied in den Zustimmungswerten in Bezug auf das Einkommen gefunden werden.

Die Bevölkerung stimmt der Medizin-Bewertung nach David Sackett eindrucksvoll zu. Er sagte zur EbM bereits 1996: „Gute Ärzte nutzen sowohl klinische Expertise als auch die beste verfügbare externe Evidenz, da keiner der beiden Faktoren allein ausreicht: Ohne klinische Erfahrung riskiert die ärztliche Praxis, durch den bloßen Rückgriff auf die Evidenz tyrannisiert zu werden, da selbst exzellente Forschungsergebnisse für den individuellen Patienten nicht anwendbar oder unpassend sein können.“

„Wir brauchen in Deutschland einen intensiven Diskurs zwischen Politik, Ärzteschaft und Wissenschaft zur Integrativen Medizin“

Für Dr. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des DZVhÄ, zeigen die Daten: „Wir brauchen in Deutschland einen intensiven Diskurs zwischen Politik, Ärzteschaft und Wissenschaft zur Integrativen Medizin. Nur eine pluralistische Medizin, die Homöopathie, Naturheilkunde und andere Heilmethoden mit hohem therapeutischem Nutzen integriert, ist vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen zukunftsfähig.“

Aktuelle und wichtige Herausforderungen im Gesundheitswesen sind laut Geiger zunehmende Antibiotikaresistenzen, zunehmende Polymedikation, immer mehr Zeitmangel in der ärztlichen Versorgung, die steigende Ökonomisierung im Gesundheitswesen und die ansteigende Zahl chronisch erkrankter Menschen. „Die ärztliche Homöopathie kann in allen diesen Bereichen ihren Beitrag leisten, die Situation für Patienten und Ärzte in der alltäglichen Praxis zu verbessern“, so Geiger, „wir wünschen uns eine interdisziplinär gut vernetzte, Integrative Medizin für Deutschland. – Als neue Vorsitzende des Bundesverbands homöopathischer Ärzte ist es meine Aufgabe, diesen so nötigen, konstruktiven Diskurs anzuregen und zu vertiefen. Dafür bin ich angetreten. Und dafür haben mich die homöopathischen Ärztinnen und Ärzte gewählt“.

In Deutschland führen rund 60.000 Ärzte eine oder mehrere Zusatzbezeichnungen der Integrativen Medizin, die von den Ärztekammern verliehen werden (Homöopathie, Naturheilverfahren, Akupunktur, Manuelle Medizin, Physikalische Therapie und Balneologie, Umweltmedizin). Fast 60 Prozent der Hausärzte (rund 36.000 Ärzte) praktizieren eine oder mehrere komplementärmedizinische Methoden.

2021-03-04T11:36:09+01:00
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