Über e-schwarz

Der Autor hat bisher keine Details angegeben.
Bisher hat e-schwarz, 63 Blog Beiträge geschrieben.

AHZ 5/2022 Hochsensibilität

Die Allgemeine Homöopathische Zeitung (AHZ) ist die Mitgliederzeitschrift des DZVhÄ. In der fünften Ausgabe 2022 steht das Thema „Hochsensibilität“ im Mittelpunkt. Lesen Sie das Editorial und die Vereinsmitteilung in voller Länge und stöbern Sie im Inhaltsverzeichnis. Mitglieder erhalten die komplette Print-Ausgabe automatisch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Editorial: Hochsensibilität

von Ulrich Koch

Die Welt der Reizüberflutung

Niemals in der Geschichte der Menschheit waren wir so vielen und intensiven Reizen aus unserer unmittelbaren Umwelt ausgesetzt. Umgebungsereignisse, soziale Interaktionen, Medienimpulse und ständige Erreichbarkeit konkurrieren im Akkord um die Synapsen. Fast scheint es, als ob der Sensation Seeker, der von einem Gipfel der Reizüberflutung zum nächsten eilt, um seine Transmitterausschüttungen im Belohnungssystem auf ausreichend hohem Level zu halten, zum neuen Kulturideal geworden wäre.

Hochsensible im Fokus der Homöopathie

Doch diese Reizintensität lässt auch die Menschen, die besonders sensitiv bereits auf subtile Reize reagieren und die schnell zur Überreizung tendieren, sichtbar werden: die Hochsensiblen. Für sie ist die Welt zu laut, zu grell, zu intensiv. Sie ziehen sich deshalb gerne zurück, mögen die Stille und fühlen sich umso wohler, je weniger Einflüssen sie gerade ausgesetzt sind.

Doch wenn sie mal aus dem Gleichgewicht geraten, ist es schwer, Hilfe zu finden: Viele konventionelle Untersuchungsmethoden werden als zu grob erlebt, die klassischen pharmakologischen Medikamente werden wegen der sehr schnell auftretenden Nebenwirkungen dem Wortsinne entsprechend zum Sündenbock (grch.: pharmakós = Sündenbock, das Opfer eines antiken sozialen Reinigungsrituals), sodass häufig nur der Weg zur sanften Medizin bleibt. Wahrscheinlich haben wir deshalb auch viel häufiger hochsensible Menschen in unseren homöopathischen Praxen, als wir ahnen. Um uns für die Sensitiven etwas zu sensibilisieren, haben wir deshalb den Themenschwerpunkt „Hochsensibilität“ für dieses Heft gewählt und hoffen, so Ihren Blick für die eher stille, feinfühlige Seite des Lebens ein bisschen weiter zu öffnen.

Themenschwerpunkt „Hochsensibilität“

Der Schwerpunkt dieses Heftes ist aus einer Weiterbildung für homöopathische Ärzte im Rahmen der Kurse für die Zusatzbezeichnung Homöopathie Wiesbaden-Naurod in diesem Frühjahr entstanden. Verwundert haben wir festgestellt, dass der Hochsensibilität bislang innerhalb der Homöopathie nur sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, obwohl viele unserer Patienten wahrscheinlich zu diesem Personenkreis gehören.

So haben Sabine Schmidt und ich einen Übersichtsartikel zu diesem Thema verfasst, der die theoretischen Grundlagen wie auch eine Annäherung an die Praxis beinhaltet. Eva Borsche hat dann aus ihrem großen Fundus Erfahrungen in der Behandlung Hochsensibler eingebracht und in Fallgeschichten diesem Phänomen ein Gesicht gegeben. Schließlich konnten wir Petra Paling gewinnen, für uns das noch recht junge Arzneimittelbild und ihre Erfahrungen mit Vernix caseosa niederzuschreiben, das in der Behandlung hochsensibler Patienten eine wichtige Rolle spielen kann, wenn die Abgrenzung zur Außenwelt nicht gut gelingt. Denn das, was dem Normalsensiblen eine Quelle der Freude sein kann, kann für den Hochsensiblen leicht in eine Überflutung der Sinne ausarten, die sich dann fühlen wie ein Chamäleon in der Disco.

In einer tiefenscharfen Falldarstellung führt schließlich Heinz Kellinghaus zu dem Arzneimittelbild von Guarea trichiloides, einer kleinen Arznei aus dem Reich der Bäume, hin.

Inspiration für die Praxis

In seinem neuesten Werk „Vita contemplativa: oder von der Untätigkeit“ weist uns der Philosoph Byung-Chul Han darauf hin, dass die Untätigkeit kein Unvermögen, keine Verweigerung, keine bloße Abwesenheit von Tätigkeit, sondern ein eigenständiges Vermögen darstellt. Das, was dem Hochsensiblen eine notwendige Insel „festlicher Ruhe, die Lebensintensität und Kontemplation in sich vereint“, ist, „eine freie, lebendige Zeit, die nichts produziert“, kann auch für uns „eine Intensiv- und Glanzform des Lebens“ sein, die zu kultivieren wir vielleicht von denjenigen, die unter ihrem Fehlen am meisten leiden – den Hochsensiblen –, am besten lernen können.
So wünsche ich Ihnen, dass die folgenden Seiten Sie in einem Zustand der Muße erreichen und etwas inspirieren können.

2024-11-21T11:55:20+01:00

Podcast: Präsident Bundesapothekerkammer zur Patientensicherheit

Berlin, 13.09.2022. Der Internationale Tag der Patientensicherheit am 17. September ist ein Aktionstag der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Er steht 2022 unter dem Motto Medikamente ohne Schaden.
Wir haben zu unserem vierten DZVhÄ-Podcast den Präsidenten der Bundesapothekerkammer eingeladen, Herrn Thomas Benkert, und fragen ihn, welche Rolle die Beratung in der Apotheke für die Patientensicherheit spielt. Und wir sprechen mit Dr. Ulf Riker, Internist und Vorstandsmitglied im DZVhÄ, über Patientensicherheit im Miteinander von konventioneller und homöopathischer Medizin.

„Es ist unsere Aufgabe als homöopathisch tätige Ärztinnen und Ärzte, die Patient:innen dort abzuholen, wo sie als kranke Menschen stehen. Wir müssen ihre Befunde kennen, aber auch ihr subjektives Befinden, ihre Ängste und ihre Wünsche wahrnehmen, ernstnehmen und darauf eingehen. Das kann bedeuten, dass ich einem Patienten sage: Ja, ich kann Ihnen in der konkreten Krankheitssituation eine homöopathische Begleitung anbieten. Oder ich muss sagen: Nein, ich denke, Sie sollten zunächst auf konventionelle Medizin setzen, damit Komplikationen oder irreversible Gewebe- oder Organschäden vermieden werden.“ – Dr. Ulf Riker, Internist

„Wir müssen in der Beratung in der Apotheke zunächst abklären, ob der Kunde mit den Beschwerden, für die er die homöopathische Arznei kauft, bereits in einer ärztlichen Behandlung ist. Wir fragen auch, ob regelmäßig Medikamente genommen werden und wenn ja, welche. Es wäre natürlich ein Eklat, wenn dieser Kunde ein Bluthochdruckmittel absetzen würde, um es durch ein homöopathisches zu ersetzen. Aber: Homöopathische Arzneien haben ihre Berechtigung und sie gehören als Arzneimittel in die Apotheke. Es bedarf der fachlichen Beratung durch Apotheker:innen im Sinne der Patientensicherheit. – Thomas Benkert, Apotheker, Präsident der Bundesapothekerkammer 

Abonnieren nicht vergessen!

„Der Homöopathie-Podcast“ des DZVhÄ kann direkt hier auf der Webseite gehört werden. Sie möchten keine neue Folge verpassen? Dann hören und abonnieren Sie den Podcast auf allen gängigen Podcast-Plattformen: Spotify, Apple Podcasts, podimo, Deezer, Youtube Music, Youtube und vielen mehr. Wir freuen uns, wenn Sie den Podcast dort liken!

Diese DZVhÄ-Podcasts sind bisher erschienen

  • Homöopathie in der Forschung | Folge 8 – Drei Wissenschaftler berichten über den Stand der Homöopathie-Forschung
  • Homöopathie in der Tiermedizin | Folge 7 – Die Tierärztinnen Dr. med. vet. Brigitte Hentschel, Dr. med. vet. Beatrice Milleder und Dr. med. vet. Dörte v. Bremen sprechen über die Homöopathie in der Tiermedizin.
  • Homöopathie in der Kinderheilkunde | Folge 6 – Kinderärztin Dr. Monika Grasser und der Kinderarzt Dr. Dominik Ewald: Ein vielseitiger Podcast über Therapie, Elternwünsche, Abrechnung und Berufspolitik.
  • Homöopathie in der Allgemein- und Familienmedizin | Folge 5 – Dr. med. Michaela Geiger und Dr. med. Jörg Albrecht sprechen im 5. DZVhÄ-Podcast über die Homöopathie in der hausärztlichen Versorgung. Was ist Familienmedizin und wie wird Homöopathie in die Hausarztpraxis integriert?
  • Patientensicherheit | Folge 4 – Der Präsident der Bundesapothekerkammer, Thomas Benkert, im Gespräch mit Dr. Ulf Riker, Internist und Vorstandsmitglied im DZVhÄ, über Patientensicherheit im Miteinander von konventioneller und homöopathischer Medizin.
  • Die Anamnese in der Homöopathie | Folge 3 – Dr. med. Michaela Geiger und Dr. med. Alexandra Schulze-Rohr, Vorstände des DZVhÄ, sprechen darüber, wie sich in der Homöopathie das diagnostische Gespräch mit der klinischen Diagnostik zu einer Medizin verbindet.
  • Die Integrative Medizin | Folge 2 – Dr. med. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des DZVhÄ im Gespräch mit Robert Schmidt, Chefarzt des Münchner Krankenhauses für Naturheilweisen über die Integrative Medizin in Praxis und Klinik.
  • Über die Vielfalt in der Medizin | Folge 1 – Dr. med. Michaela Geiger und Dr. med. Ulf Riker, Vorstände des DZVhÄ, berichten u.a. an Beispielen aus der eigenen Praxis, warum Pluralismus und Therapiefreiheit wichtige Werte in der Medizin sind.

Und hier finden Sie alle Podcast-Folgen auf einen Blick.

2025-01-20T14:11:13+01:00

Podcast: Das Gespräch in der Homöopathie

Berlin, 12.09.2022. Steht in der Homöopathie das Gespräch im Vordergrund? Was unterscheidet die Anamnese in der Homöopathie von der in der konventionellen Medizin? Ist Homöopathie sprechende Medizin? Und werden die Patient:innen davon gesund? Im dritten DZVhÄ-Podcast „Das Gespräch in der Homöopathie“ geht es um die gründliche Anamnese in der Homöopathie und warum sie so wichtig ist.

Zu Gast sind Dr. med. Michaela Geiger – 1. Vorsitzende DZVhÄ und Hausärztin/ Notfallmedizinerin – sowie Dr. med. Alexandra Schulze-Rohr, die bis 2023 Vorständin Fort- und Weiterbildung war und Allgemeinmedizinerin ist.

In diesem Podcast räumen die Ärztinnen mit Vorurteilen über die Fallaufnahme in der Homöopathie auf. Dabei erläutern sie, wie in der Homöopathie das diagnostische Gespräch mit der klinischen Diagnostik verbunden wird. Zudem besprechen sie, warum das gründliche Erfassen aller Symptome essenziell für eine erfolgreiche homöopathische Behandlung sind.

Dr. Michaela Geiger betont, dass die klinische Diagnose die Grundlage jeder homöopathischen Behandlung bildet. In der umfassenden Anamnese ist es entscheidend, zunächst einen offenen Bericht des Patienten zu erhalten, der ihm die Freiheit gibt, seine Symptome und Beschwerden in all ihren Facetten zu schildern. Anschließend folgt ein gezieltes, ärztliches Gespräch, um alle relevanten Symptome vollständig zu erfassen und ein präzises Bild des Gesundheitszustands zu gewinnen.

Was ich sagen würde, was tatsächlich ein Kernunterschied zur konventionellen Anamnese ist: Dort suche ich eine Diagnose. Das heißt ich versuche das, was ich höre, irgendwie passend zu machen. Ich frage unter Umständen konkret nach – in Richtung ‚Könnte es nicht eine Divertikulitis sein, also eine Entzündung im Enddarm, was könnte es sonst sein‘.
In der homöopathischen Anamnese liegt der Fokus jedoch sehr viel mehr auf dem Zuhören. Das heißt – hören, hören, hören. Wir reden ja oft von sprechender Medizin. Allerdings eigentlich wäre es fast schöner zu sagen: Es ist eine zuhörende Medizin. Denn das ist das, worum es geht. – Dr. Alexandra Schulze-Rohr

Abonnieren nicht vergessen!

„Der Homöopathie-Podcast“ des DZVhÄ kann direkt hier auf der Webseite gehört werden. Sie möchten keine neue Folge verpassen? Dann hören und abonnieren Sie den Podcast auf allen gängigen Podcast-Plattformen: Spotify, Apple Podcasts, podimo, Deezer, Youtube Music, Youtube und vielen mehr. Wir freuen uns, wenn Sie den Podcast dort liken!

Diese DZVhÄ-Podcasts sind bisher erschienen

  • Homöopathie in der Forschung | Folge 8 – Drei Wissenschaftler berichten über den Stand der Homöopathie-Forschung
  • Homöopathie in der Tiermedizin | Folge 7 – Die Tierärztinnen Dr. med. vet. Brigitte Hentschel, Dr. med. vet. Beatrice Milleder und Dr. med. vet. Dörte v. Bremen sprechen über die Homöopathie in der Tiermedizin.
  • Homöopathie in der Kinderheilkunde | Folge 6 – Kinderärztin Dr. Monika Grasser und der Kinderarzt Dr. Dominik Ewald: Ein vielseitiger Podcast über Therapie, Elternwünsche, Abrechnung und Berufspolitik.
  • Homöopathie in der Allgemein- und Familienmedizin | Folge 5 – Dr. med. Michaela Geiger und Dr. med. Jörg Albrecht sprechen im 5. DZVhÄ-Podcast über die Homöopathie in der hausärztlichen Versorgung. Was ist Familienmedizin und wie wird Homöopathie in die Hausarztpraxis integriert?
  • Patientensicherheit | Folge 4 – Der Präsident der Bundesapothekerkammer, Thomas Benkert, im Gespräch mit Dr. Ulf Riker, Internist und Vorstandsmitglied im DZVhÄ, über Patientensicherheit im Miteinander von konventioneller und homöopathischer Medizin.
  • Die Anamnese in der Homöopathie | Folge 3 – Dr. med. Michaela Geiger und Dr. med. Alexandra Schulze-Rohr, Vorstände des DZVhÄ, sprechen darüber, wie sich in der Homöopathie das diagnostische Gespräch mit der klinischen Diagnostik zu einer Medizin verbindet.
  • Die Integrative Medizin | Folge 2 – Dr. med. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des DZVhÄ im Gespräch mit Robert Schmidt, Chefarzt des Münchner Krankenhauses für Naturheilweisen über die Integrative Medizin in Praxis und Klinik.
  • Über die Vielfalt in der Medizin | Folge 1 – Dr. med. Michaela Geiger und Dr. med. Ulf Riker, Vorstände des DZVhÄ, berichten u.a. an Beispielen aus der eigenen Praxis, warum Pluralismus und Therapiefreiheit wichtige Werte in der Medizin sind.

Und hier finden Sie alle Podcast-Folgen auf einen Blick.

2025-01-20T14:11:36+01:00

AHZ 4/2022 Folgen von Impfungen

Die Allgemeine Homöopathische Zeitung (AHZ) ist die Mitgliederzeitschrift des DZVhÄ. In der vierten Ausgabe 2022 steht das Thema „Folgen von Impfungen“ im Mittelpunkt. Lesen Sie das Editorial und die Vereinsmitteilung in voller Länge und stöbern Sie im Inhaltsverzeichnis. Mitglieder erhalten die komplette Print-Ausgabe automatisch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Editorial: Folgen von Impfungen

von Bernhard Zauner

Vorstellung als neuer Mitherausgeber

Es freut mich, dass ich mich als neuer Mitherausgeber der AHZ mit diesem ersten Heft bei der geschätzten Leserschaft vorstellen darf. Seit meinem Studium in den 1990er-Jahren beschäftige ich mich mit der Homöopathie. Es war eine Zeit der Hochblüte dieser Behandlungsmethode.Seit über 20 Jahren führe ich nun meine eigene Praxis. Ich setze mich für die Öffentlichkeitsarbeit in Österreich ein und halte regelmäßig Vorträge im Rahmen der Ausbildung bei der Ärztegesellschaft für Klassische Homöopathie (ÄKH). Darüber hinaus bin ich im Vorstand der Gesellschaft tätig. Meine erste Publikation vor vielen Jahren beschäftigte sich mit Natrum sulfuratum – gemeinsam mit Will Klunker in der Zeitschrift für Klassische Homöopathie. Weitere Arbeiten folgten. Über einen längeren Zeitraum betreute ich die Vereinszeitschrift der ÄKH.

Themenschwerpunkt Corona-Schutzimpfung

Diese Ausgabe widmet sich zum großen Teil dem Thema der Corona-Schutzimpfung. Inzwischen ist die allgemeine Lage etwas ruhiger geworden. In der Zeit der Planung dieser Ausgabe wurde in Österreich eine allgemeine Impfpflicht gegen SARS-CoV-2 beschlossen und in Deutschland intensiv diskutiert. Gerade in den deutschsprachigen Ländern wurden „die Homöopathen“ zumindest mitverantwortlich für die geringe Impfquote gemacht.

Grundsätzlich darf und soll sich jeder Arzt seine eigene Meinung zu Themen der Medizin, inklusive der Impfungen bilden und diese vertreten. Auch eine kritische Haltung soll akzeptiert werden. Die Homöopathie ist primär eine Therapierichtung zur Behandlung kranker Menschen. „Impfen“ ist jedoch seit Hahnemann ein intensiv diskutiertes Thema unter Homöopathen, wahrscheinlich mehr als bei anderen komplementärmedizinischen Methoden.

Während der Pandemie sind die Gräben tiefer geworden – sowohl in unserer Gesellschaft im Allgemeinen als auch in der Ärzteschaft und unter den Homöopathen. Unsere Aufgabe muss es sein, diese Gräben wieder zuzuschütten. Wertschätzendes Zuhören und Aufeinanderzugehen müssen unser aller Ziel sein, selbst bei konträren Meinungen. Zu viel ist leider in den letzten gut zwei Jahren schon passiert, sodass ein sachlicher, öffentlicher Diskurs derzeit kaum noch möglich ist. Jeder konnte im privaten Umfeld und auch im Austausch mit Kollegen überraschende Erfahrungen zum Thema „Corona“ machen. Durch die Kontaktbeschränkungen diskutierte man vieles jedoch nicht.

Homöopathie in der Pandemie

Wir alle konnten in den letzten Jahren erleben, wie mit der Homöopathie den akut an SARS-CoV-2-Erkrankten, Patienten mit Long Covid sowie auch solchen mit Folgen der Impfung geholfen werden konnte. Mit der Homöopathie bieten wir somit allen etwas an, ohne darüber zu urteilen, warum sich jemand impfen oder nicht impfen hat lassen. Damit können wir verhindern, die Spaltung zu vergrößern.

Auch unter der Kollegenschaft diskutiert man das Thema heftig. Einigen sind die Aussagen der Homöopathie-Gesellschaften und der Arzneihersteller zu wenig kantig oder auch zu angepasst. Es gibt Kollegen, die sich impfen ließen, und wiederum solche, die sich nicht haben impfen lassen. In Anbetracht der aktuellen Situation, inklusive den Vorwürfen, Komplementärmediziner, insbesondere Homöopathen, beteiligen sich nicht an der von der Politik vorgegebenen Steigerung der Impfquote, gehen Arzneihersteller und Verbände meines Erachtens legitim vor. Aber auch darüber kann und soll natürlich diskutiert werden. Unterschiedliche Meinungen sollten auch nebeneinander bestehen bleiben können.

Beiträge zur Ausgabe

In meinem Artikel beschäftige ich mich mit der Einstellung der Kollegenschaft von Beginn der Homöopathie bis in die Gegenwart und wie sich gewisse Arzneien für die Folge von Impfungen „etabliert“ haben. Klaus von Ammon mit Kollegen hat mit einem offenen Fragebogen unter Kollegen in den deutschsprachigen Ländern erste Daten erhoben. Diese zeigen, wie sich die Auswirkungen und Beschwerden der neuen „Covid-Impfstoffe“ mit homöopathischen Mitteln behandeln, lindern oder rückgängig machen lassen.

Stefanie Jahn gibt einen historischen Überblick über den Umgang mit der Spanischen Grippe, ihren möglichen Auslösern sowie deren Behandlung. Eben auch mit zu entwickelnden Seren und Vakzinen, die von Homöopathen gleichermaßen befürwortet und versucht wurden. Margarete Harte berichtet über die Behandlung von Impfnebenwirkungen mit dem Symptomenlexikon auf mRNA-Impfstoffe gegen SARS-CoV-2. Michael Takacs schildert die Behandlung eines komplexen Long-Covid-Falles mit durchaus kleinen und weniger bekannten Arzneimitteln.

Wenn wir die Argumente unseres Gegenübers kennen und versuchen zu verstehen, können wir auch das Gemeinsame finden.

2024-11-21T13:17:50+01:00

AHZ 3/2022 Sepia officinalis

Die Allgemeine Homöopathische Zeitung (AHZ) ist die Mitgliederzeitschrift des DZVhÄ. In der dritten Ausgabe 2022 steht das Thema „Sepia officinalis“ im Mittelpunkt. Lesen Sie das Editorial und die Vereinsmitteilung in voller Länge und stöbern Sie im Inhaltsverzeichnis. Mitglieder erhalten die komplette Print-Ausgabe automatisch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Editorial: Sepia officinalis

von Christian Lucae

Hahnemanns Arzneimittellehre und ihre Quellen

In Hahnemanns Arzneimittellehre sind rund 120 Arzneien enthalten. Sie bestehen vorwiegend aus Pflanzen und chemische Substanzen. Nur ganz wenige Arzneimittel stammen aus tierischen Quellen, darunter Ambra grisea, Carbo animalis, Calcium carbonicum, Cantharis vesicatoria, Moschus, Spongia tosta, außerdem Sepia officinalis (vgl. Hahnemann: Gesamte Arzneimittellehre, 2007).
Wie hat Hahnemann seine Arzneimittellehre entwickelt und die vielen unterschiedlichen Arzneistoffe ausgewählt? Es hat nicht den Anschein, dass er bei der Auswahl der Substanzen einen konkreten Plan verfolgt oder irgendeine rationale Systematik zugrunde gelegt hätte. Viele Stoffe kannte er aus der zeitgenössischen Literatur, einige wurden bereits in der Medizin verwendet, viele Heilpflanzen waren schon im Altertum bekannt. Nosoden hat er zwar in der Praxis verwendet, aber nie in seine Arzneimittellehre aufgenommen.

Die Anekdote um Sepia

Vermutlich hat oftmals auch der Zufall mitgespielt. Das zeigt sich am Beispiel von Sepia. Eine bekannte Anekdote berichtet, dass Hahnemann einen Maler dabei beobachtet habe, wie dieser einen in Sepiatinte getunkten Pinsel abgeleckt habe. Die dadurch entstandenen Symptome hätten Hahnemann zur Arzneimittelprüfung von Sepia inspiriert. Ob diese Geschichte einer genaueren Überprüfung standhält, habe ich in meinem Aufsatz untersucht (S. 6). Es ist unwahrscheinlich, dass dieses Ereignis wirklich so stattgefunden hat.
Ein weiteres Beispiel aus der jüngsten medizinhistorischen Forschung hat übrigens das Motiv der Eselsmilchbäder von Kleopatra in ähnlicher Weise demontiert. Kleopatra, die in der Dermatologie zur Vorläuferin des Peelings gemacht wurde, hat nachweislich nie in Eselsmilch gebadet (Ursin: „The mother of chemical peeling“, thersites 12/2020).
Zwar ist diese „anekdotische Evidenz“ nun auch in der Homöopathie um eine Geschichte ärmer. Dennoch bleibt es klar Hahnemanns Verdienst, Sepia für die homöopathische Materia medica erschlossen zu haben. Seinem Forschergeist verdanken wir es, dass diese spannende Arznei als Therapieoption zur Verfügung steht.

Das Arzneimittelbild von Sepia

Wenn man die wesentlichen Themen des Arzneimittelbilds von Sepia schlaglichtartig zusammenfassen wollte, könnte man folgende nennen: nervöse Erschöpfung und Gleichgültigkeit gegen die nächstliegenden Pflichten, gereizt, unruhig, rastlos; Folgen von hormonellen Veränderungen, Senkung, Schwäche, Abwärtsdrängen, Kälteempfindlichkeit; Überlastungssituation, Rückzugstendenz, Verlangen, allein zu sein – versinnbildlicht durch den sich mit der eigenen Tinte tarnenden Tintenfisch.
Dass es sich hier um ein „großes“ Mittel (Polychrest) handelt, zeigt allein die Zahl an gelisteten Symptomen: Im Computerrepertorium RadarOpus ist Sepia mit rund 13.000 Einträgen vertreten.

Verschiedene Ansätze zur Anwendung von Sepia

Für das vorliegende Heft wurde mit Sepia bewusst ein Polychrest ausgewählt, um anhand verschiedener methodischer und therapeutischer Zugänge die Vielseitigkeit und Vielgestaltigkeit der homöopathischen Arzneien exemplarisch abzubilden. Unsere Autoren stellen dies mit ihren Krankengeschichten unter Beweis: Edgar Gubo beschreibt in seinem Beitrag die Behandlung zweier Patienten mit Trigeminusneuralgie bzw. Metrorrhagie und erklärt dabei die Anwendung des Symptomenlexikons. Daniela Albrecht zeigt anhand einer Kinderwunschbehandlung die klassischen Wege der Arzneifindung (Kent-, Bönninghausen-Methode). Schließlich stellt Thomas Peinbauer die Empfindungsmethode nach Sankaran vor und dokumentiert die Behandlung einer Patientin mit Einschlafstörung, Herpes genitalis und Hypertonie.
Während bei der Anwendung des Symptomenlexikons sehr „symptomnah“ und analytisch gearbeitet wird und die Kenntnis des Arzneimittelbildes keine tragende Rolle spielt, beziehen sich die klassischen Zugangsweisen (z. B. Methode nach Kent) mit stärkerer Gewichtung der Gemütssymptome deutlicher auf das oben skizzierte Sepia-Bild. Bei der Empfindungsmethode schließlich werden zusätzliche Metaebenen eingezogen (Ebenen, Tierfamilien, Periodensystem etc.), wodurch ein noch „plastischeres“ Bild mit Blick auf Patient und Arznei entstehen kann.
Am Ende steht immer die Verschreibung – desselben Arzneimittels! Somit haben wir auch innerhalb der Homöopathie ein großes Spektrum mit verschiedenen Blickwinkeln auf dieselbe Substanz, was wieder einmal ein gewisses Maß an Ambiguitätstoleranz – auch innerhalb der Homöopathie – voraussetzt.

2024-11-21T13:32:46+01:00

AHZ 2/2022 Männermedizin

Die Allgemeine Homöopathische Zeitung (AHZ) ist die Mitgliederzeitschrift des DZVhÄ. In der zweiten Ausgabe 2022 steht das Thema „Männermedizin“ im Mittelpunkt. Lesen Sie das Editorial und die Vereinsmitteilung in voller Länge und stöbern Sie im Inhaltsverzeichnis. Mitglieder erhalten die komplette Print-Ausgabe automatisch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Editorial: Männermedizin

von Daniela Albrecht

Einführung in die Männermedizin in der Homöopathie

Vermutlich lag es auf der Hand, dass es bei dieser Thematik schwierig werden könnte, Autoren zu finden: Männermedizin. In der langjährigen Geschichte der AHZ ließ sich keine Ausgabe hierzu aufspüren. Jackpot, dachte ich, was für ein wichtiges Thema und wie weit gefächert, da sollten sich doch mindestens 2 oder 3 Hefte füllen lassen. Aber weit gefehlt. Natürlich können Sie einwenden, dass die Fallauswahl auch geringer ist, da Männer seltener eine homöopathische Behandlung in Anspruch nehmen – und dann nicht zwingend bei urologischen Problemen. Aber haben wir nicht alle urologische Fälle, die es wert sind, veröffentlicht zu werden? Offensichtlich eher nicht.

Ergebnisse der Analyse und ihre Überraschung

Also musste meine homöopathische Patientenkartei herhalten, um das Problem näher zu beleuchten. Tatsächlich habe ich nur einen Anteil von 18 % Männern (erwachsene männliche Patienten), und die urologischen Diagnosen machen dabei gerade mal 15 % aus. Ein – jedenfalls für mich – doch überraschendes Ergebnis und eine wirklich kleine Auswahl an Fällen. Ein Grund also, aber sicher gibt es noch weitere interessante Ursachen für dieses Phänomen.

Die Herausforderungen bei der Autorenfindung

Die Suche nach Autoren, die bereit sind, einen Artikel zu schreiben, scheint immer schwieriger zu werden. Das ist wirklich schade, da so wichtige Informationen für uns aktuell und für zukünftige Generationen an Ärzten und Homöopathen verloren gehen. Leider konnte ich keinen Autor für einen Übersichtsartikel zu einer „typischen“ Männererkrankung, wie z. B. der akuten oder chronischen Prostatitis, finden. Weitere interessante Fragen hätten betrachtet werden können: Sind einige Mittel „männlicher“ als andere, da sie einen Schwerpunkt im Bereich der Prostata, der Potenzstörungen oder der Hoden haben? Oder ist das eine unsinnige Annahme, weil die meisten Mittel in ihrer Symptomenvielfalt viel weiter gefächert sind? Verschreiben wir männlichen Patienten bestimmte Mittel häufiger als andere, und ist das gerechtfertigt? Oder macht vielleicht die ganze Überschrift „Männermedizin“ keinen Sinn? So hat das Thema mehr Fragen aufgeworfen, als beantwortet werden konnten, aber vielleicht wird dies in den nächsten Jahren noch möglich sein.

Ergebnisse und Ausblick

Trotz all dieser Schwierigkeiten ist es mir gelungen, großartige Autoren für das vorliegende Heft zu gewinnen. Zum einen der weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Urologe Jürgen Pannek und Susanne Pannek-Rademacher, die einen Teil ihrer Forschungsarbeiten zu neurogenen Blasenfunktionsstörungen und zur Behandlung von Begleiterkrankungen mittels Homöopathie veröffentlichen. Hierbei möchte ich auch das sehr lesenswerte Buch von Jürgen Pannek, Bernhard Zauner und dem leider schon verstorbenen Kollegen Gerhard Bleul „Homöopathie in der Männermedizin“ erwähnen, das neben der homöopathischen Behandlung auch über Grundlagen der Urologie übersichtlich informiert.

Susanne Diez berichtet über einen Fall einer chronischen Prostatitis und beleuchtet dabei die Mittelauswahl und -findung näher. Ernst Trebin lässt uns an der jahrelangen Therapie eines Mannes teilhaben, dessen Beschwerden mit Medorrhinum (vielleicht einem eher „männlichen“ Mittel?) erfolgreich behandelt werden konnten. Joachim-F. Grätz stellt einen Fall von unklaren Prostatabeschwerden dar, die sich nach langem Leidensweg endlich mit der Homöopathie beseitigen ließen. Eine Arzneimittelvorstellung eines kleinen, seltenen Mittels – Abelmoschus moschatus – erhalten wir von Heinz Kellinghaus.

2024-11-21T14:30:17+01:00

AHZ 1/2022 Varia

Die Allgemeine Homöopathische Zeitung (AHZ) ist die Mitgliederzeitschrift des DZVhÄ. In der ersten Ausgabe 2022 steht das Thema „Varia“ im Mittelpunkt. Lesen Sie das Editorial und die Vereinsmitteilung in voller Länge und stöbern Sie im Inhaltsverzeichnis. Mitglieder erhalten die komplette Print-Ausgabe automatisch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Editorial: Varia

von Christian Lucae

Die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Gesundheitspolitik

Die vergangenen beiden Jahre waren durch die nicht enden wollende Coronapandemie geprägt. Die damit verbundenen vielfältigen Einschränkungen waren für alle Bevölkerungsteile sehr belastend. Die mediale Berichterstattung zur Gesundheitspolitik hat ein einziges Virus und dessen Auswirkungen so lange durch ein Brennglas betrachtet, bis unser kollektives Bewusstsein alles andere nur mehr als nachrangig einsortieren konnte. Im Zuge der Fokussierung auf dieses Thema scheint die Polarisierung in vielen Gesundheitsfragen größer zu werden. Wenn irgendwann nur noch die Impfung als das einzig Heilbringende benannt wird und darüber hinaus unsere Ängste zu einer treibenden Kraft werden, verharren wir zunehmend in Schwarz-Weiß-Denken und Dogmatismus. Es bleibt wenig Raum für neue Gedanken und erfrischenden Meinungsaustausch – oder gar komplementäre Ansätze in der Medizin. Es ist kein Wunder, dass auch das Homöopathie-Bashing vorangeschritten ist und die Kritik immer häufiger auf die Formel „Alles Lüge!“ zugespitzt wird.

Abnehmende Ambiguitätstoleranz und die Homöopathie-Debatte

Wir befinden uns in einer Zeit abnehmender Ambiguitätstoleranz: Die Fähigkeit, Phänomene der Mehrdeutigkeit, der Unentscheidbarkeit und Vagheit zu ertragen, ohne darauf aggressiv zu reagieren oder diese einseitig zu bewerten, lässt insgesamt nach. Wie sich das – übrigens schon lange vor „Corona“ – auf die Homöopathie-Debatte ausgewirkt hat, untersucht eine diskurslinguistische Untersuchung aus dem Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt (s. Referat, S. 5): Eine wirkliche Diskussion, ein echter Gedankenaustausch scheint überhaupt nicht mehr stattzufinden. Es geht vielmehr um den reinen, inzwischen auch vorhersehbaren Schlagabtausch in Kriegsmetaphorik zwischen den Diskursgemeinschaften. Gegenseitige Wertschätzung und Respekt bleiben außen vor. Aber ein Gespräch ist bekanntlich erst dann ein Gespräch, wenn der andere recht haben könnte – so der Philosoph Hans-Georg Gadamer. Oder wie es das römische Recht ausdrückte: Audiatur et altera pars (Auch der andere möge gehört werden)!

Wissenschaftsgläubigkeit und ihre Auswirkungen auf die Homöopathie

Hinzu kommt eine, sicherlich auch durch die Coronapandemie verstärkte Wissenschaftsgläubigkeit mit einem übersteigerten Festhalten an und Interpretieren von Zahlen. Wenn in der Homöopathiedebatte immer wieder die Evidenzbasierte Medizin (EbM) als Maß aller Dinge herangezogen wird, um auf (vermeintlich) fehlende Fakten hinzuweisen, wird die Sichtweise in der Regel auf die klinischen Forschungsdaten verengt. Unterschlagen wird dabei regelmäßig, dass die EbM auf 3 Säulen steht: 1. die individuelle klinische Erfahrung, 2. die Werte und Wünsche des Patienten und 3. der aktuelle Stand der klinischen Forschung. Somit gilt: „Die Praxis der EbM bedeutet die Integration individueller klinischer Expertise mit der bestverfügbaren externen Evidenz aus systematischer Forschung“ (www.cochrane.de/de/ebm).

Die Zukunft der Homöopathie und ihre Rolle in aktuellen Herausforderungen

Gesundheitspolitisch kann die Homöopathie in Deutschland zurzeit wohl keinen Blumentopf gewinnen. Doch hat sie in diesen Zeiten noch etwas anzubieten? Und ob. Zahlreiche Kolleg*innen, die sich in der täglichen Praxis mit Covid-19 und dessen Folgen auseinandersetzen, sammeln wichtige therapeutische Erfahrungen in der Pandemie. Die bereits im vergangenen Jahr angelaufene randomisierte, placebokontrollierte Heuschnupfenstudie der Charité (HOMEOSAR) wird fortgesetzt. In Bayern ist eine vom Landtag initiierte Studie zu Antibiotikaresistenzen konkret in Planung.

Und überhaupt noch sehr wenig nachgedacht wurde bisher darüber, was die Homöopathie in Zeiten des Klimawandels zu melden hat. Schließlich haben wir es mit einer von Grund auf nachhaltig angelegten Therapiemethode zu tun, der Ressourcenverbrauch ist geradezu minimalistisch, der Energieaufwand beinahe zu vernachlässigen. Die kommenden therapeutischen Herausforderungen werden nicht nur die Folgen der zunehmenden Hitzetage werden. Auch eine ganze Reihe von durch den Klimawandel verstärkten Erkrankungen, darunter perenniale (ganzjährige) Allergien durch die verlängerte Pollensaison, Borreliose, Tropenkrankheiten, nicht zuletzt psychische Erkrankungen wie PTBS und PTSS (posttraumatische Stresssymptome), die durch das Erleben von Naturkatastrophen und Gewalt verstärkt werden. Auch die Möglichkeiten der Homöopathie im veterinärmedizinischen und landwirtschaftlichen Bereich sind erfolgversprechend und noch viel zu wenig bekannt.

Einblicke aus der Praxis und neue Perspektiven in der Homöopathie

Das vorliegende Heft bündelt eine erfrischend bunte Mischung aus der Praxis: Timo Pfeil und Michael Hadulla nähern sich dem berühmten deutschen Dramatiker Heinrich von Kleist in Form einer fiktiven homöopathischen Anamnese. Die Tierärztin Petra Weiermayer berichtet von einer Wundheilungsstörung bei einem Pferd, der Psychiater Stephan Gerke stellt die Behandlung einer Kuh (!) vor. Ernst Trebin schöpft aus seinem reichen Erfahrungsschatz und schreibt diesmal über Natrium- und Kalium-Salze. Möge uns die ambige Welt der Homöopathie erhalten bleiben.

2024-11-21T14:27:54+01:00
Nach oben