14 14 März

Dreiländer-Homöopathie-Kongress für die Praxis, Lindau 9.-11. Mai 24

Ärztekongress Homöopathie, 9.-11. Mai 2024 in Lindau / Bodensee

Berlin, 14. März 2024. Die ärztlichen Berufsverbände für Homöopathie aus Österreich, der Schweiz und Deutschland laden zum Dreiländer-Kongress nach Lindau ein. Der Kongress mit 30 Referent:innen steht unter dem Motto: Homöopathie bei Umbrüchen und Krisen.

Homöopathie ist Teil der täglichen Primärversorgung und genau hier setzt der Kongress an. „Kolleginnen und Kollegen werden in jedem Fall für ihren eigenen Praxisalltag profitieren. In der heutigen Zeit müssen nachhaltige Therapiekonzepte angegangen werden. Das kann die Homöopathie integrativ leisten“, sagt. Dr. med. Michaela Geiger, Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). 30 Referentinnen und Referenten konnten für den Kongress, der in der Inselhalle Lindau statfindet, gewonnen werden. Sie werden die gesamte Bandbreite und Tiefe des Kongress-Themas – Homöopathie bei Umbrüchen und Krisen – darstellen und können dabei aus teilweiser jahrzehntelanger Praxiserfahrung schöpfen. Kongresspräsident Dr. med. Ulf Riker: „Neben konkreten Krankheiten sind wir allen möglichen körperlichen, seelischen oder sozialen Traumatisierungen ausgesetzt, unsere Bewältigungsstrategien werden nicht selten auf eine harte Probe gestellt“. Bei der Bewältigung kleinerer oder größerer Krisen kämen die Therapie-Leitlinien der konventionellen Medizin an ihre Grenzen. Internist Riker: „In vielen Fällen braucht es ein therapeutisches Setting, das weit über die empfohlenen Leitlinien hinaus geht“.

Beispiele aus dem Programm

  • Prof. Dr. phil. med. habil. Dietrich v. Engelhardt, Wissenschafts- und Medizinhistoriker, hält den Eröffnungsvortrag. Sein Thema: Medical Humanities oder Therapie als Kunst – Kunst als Therapie. „„Medical Humanities“ setzt sich für eine ‚humane‘ Humanmedizin ein, die als anthropologische Disziplin neben der notwendigen technisch-naturwissenschaftlichen Basis stets die geisteswissenschaftliche Ergänzung beachtet…“
  • Dr. med. Karl Grunow, Facharzt für Dermatologie. Sein Thema: Hauterkrankungen bei Krisen und Umbrüchen. „Die konventionelle Medizin kann viele Krankheiten erfolgreich behandeln, aber eben nicht alle. Bei chronischen therapieresistenten Hauterkrankungen kann die Homöopathie – vorausgesetzt man gibt das richtige Mittel – helfen.“
  • Prof. Dr. med. Jürgen Pannek, Facharzt für Urologie. Sein Thema: Homöopathie – Ganzheitliche Unterstützung bei Rückenmarkverletzung. „Wir konnten zeigen, dass die Anzahl der Harnwegsinfekte durch eine homöopathische Therapie deutlich reduziert wurde.“
  • Dr. med. Gisela Etter, Fachärztin für Allgemeine Innere Medizin; Dr. med. Franziska Bläuer, Praktische Ärztin und Dr. med. Kyriaki Stefanidou, Fachärztin für Allgemeinmedizin. Ihr Thema: Post-Covid in der Hausarztpraxis. Die Referentinnen berichten anhand exemplarischer Kasuistiken aus der eigenen Praxis, wie Post-Covid-Syndrome erfolgreich mit Homöopathie behandelt und begleitet werden können.

Über den Kongress

Der jährlich stattfindende Deutsche Ärztekongress für Homöopathie des DZVhÄ ist Höhepunkt der ärztlichen Homöopathie-Fortbildung und Treffpunkt aller, die sich mit dem Thema Homöopathie beschäftigen. Die Themen des Kongresses richten sich an den Praktiker, der hier Wissen für seine tägliche Praxis mit nach Hause nimmt. Der diesjährige Kongress ist die 172. Jahrestagung des DZVhÄ.

Kongress-Informationen und Online-Anmeldung: www.homoeopathie-kongress.de


Kennen Sie schon den neuen DZVhÄ-Podcast zur Homöopathie-Forschung? Hörenswert! Direkt mal reinhören.

4 4 März

Homöopathie und Wissenschaft – vier zentrale Fragen

Berlin, 5. März 2024. Die Debatte um Homöopathie hat seit der Ankündigung durch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, die Homöopathie als Satzungsleistung aus der GKV zu streichen, an Fahrt gewonnen. Maßgeblich ist das Thema Homöopathie und Wissenschaft.

H. J. Hamre und H. Kiene sind hierzu Experten. Sie haben 2023 ein vielbeachtetes Homöopathie-Review in der renommierten Zeitschrift Systematic Reviews publiziert, ebenso einen beachtenswerten Artikel zu den Wirkungsgrundlagen der Homöopathie. Sie sind tätig am Institut für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie.

Kiene und Hamre haben zum Thema Homöopathie und Wissenschaft den folgenden Text erstellt und dem DZVhÄ erlaubt, ihn hier zu dokumentieren. Der Text gibt Antworten auf vier wichtige Fragen:

  1. Was sagen Laborexperimente zu hochpotenzierten Substanzen?
  2. Ist Homöopathie wirksam – jenseits von Placebo?
  3. Wie kann Homöopathie überhaupt wirksam sein?
  4. Warum wird Homöopathie oft negativ beurteilt?


1. Was sagen Laborexperimente zu hochpotenzierten Substanzen?

Für homöopathisch potenzierte Präparate wurden signifikante Effekte experimentell nachgewiesen und teils repliziert. Solche Effekte wurden in verschiedenen Testsystemen (physikalisch-chemisch [1], in vitro [2], Pflanzen-basiert [3, 4], Tier-basiert [5-7]) beobachtet, was gegen Artefakte und für reale Wirkungen spricht.

2. Ist Homöopathie jenseits von Placebo wirksam?

  • Über 180 randomisierte Placebo-kontrollierte Homöopathiestudien zu verschiedensten Indikationen wurden in insgesamt 6 indikationsübergreifenden Meta-Analysen ausgewertet. Im Oktober 2023 wurde ein systematisches Review zu diesen 6 Metaanalysen in der renommierten Zeitschrift Systematic Reviews publiziert [8]. Bei der offenen Begutachtung wurde kommentiert: “The author’s research is rigorous and has strong data analysis skills” und „This is an extremely detailed and well written systematic review of metaanalyses of trials in homeopathy“ [9]. Im Gesamtergebnis war Homöopathie wirksamer als Placebo [8]:
  • 5 der 6 Meta-Analysen enthielten eine Effektschätzung für alle eingeschlossenen Studien. Alle 5 zeigten signifikant positive Effekte der Homöopathie, im Vergleich zu Placebo.
  • 4 Meta-Analysen enthielten eine Effektschätzung nach Beschränkung auf Studien mit höherer methodischer Qualität. In 3 dieser 4 Analysen blieben die signifikanten positiven Effekte der Homöopathie erhalten, in 1 Meta-Analyse blieb der Effekt positiv, aber nicht signifikant.
  • Die methodische Qualität der Homöopathiestudien war ähnlich oder höher wie bei anderen klinischen Studien mit gleichem Design, aus vergleichbarem Zeitraum und bewertet nach gleichen Kriterien.
  • Die Qualität der Gesamtevidenz für positive Homöopathie-Wirksamkeit in diesem systematischen Review war ähnlich oder höher wie in systematischen Reviews zu anderen Interventionen aus einem vergleichbaren Zeitraum und eingestuft anhand desselben Bewertungsinstruents (GRADE).
  • Für eine generelle Unwirksamkeit, d.h. keinen Unterschied zwischen Homöopathie und Placebo, gab es keine Anhaltspunkte.

Bisherige Kritiken an dieser Evaluation waren verzerrend und ohne wissenschaftliche Substanz [10, 11].

3. Wie kann Homöopathie überhaupt wirksam sein?

Es wird oft argumentiert, homöopathische Hochpotenzen könnten keine Wirkungen haben, weil sie keine Wirkstoffmoleküle enthalten. Dieses Argument beruht auf einem Modell der Natur aus dem 19. Jahrhundert, wonach die gesamte Lebenswelt letztlich aufgrund der Wechselwirkungen von Atomen und Molekülen erklärt werden müsse. Homöopathika werden aber zur Behandlung von Organismen eingesetzt, und gerade die Gestaltbildung und -erhaltung komplexer funktionsfähiger Organismen kann nicht auf der Grundlage jenes Modells erklärt werden [12]. In Organismen sind demnach außer den physikalischen Grundkräften zusätzlich noch spezifische Kräfte der Gestaltbildung wirksam. Damit sie wirksam sein können, muss die Materie des Organismus mit ihnen eine Beziehung eingehen. Hierzu sind die elektromagnetischen Wechselwirkungen der Atome und Moleküle nicht imstande. Folglich kann Materie zusätzlich zu ihrer atomar-molekularen Binnenstruktur noch spezifische andere Eigenschaften haben. Die genannten Kräfte und diese Materieeigenschaften dürften der primäre Wirkungsort homöopathisch potenzierter Arzneimittel sein, evtl. mit sonstigen Sekundärwirkungen [12].

4. Warum wird Homöopathie oft negativ beurteilt?

Der hauptsächliche Grund ist der Glaube, dass Homöopathie prinzipiell nicht wirksam sein könne. Hieraus ergibt sich:

  • Ein Zirkelschluss: Wir „wissen“, dass Homöopathie unwirksam sei; also betrachten wir Studiendaten unter einer Perspektive, in der durch Ausblenden oder Wegerklären positiver Ergebnisse eine Unwirksamkeit erscheint; also können wir „nachweisen“, dass Homöopathie unwirksam ist, was wir schon „wussten“ ([8], S. 21).
  • Zweierlei Maß: Erstens werden bei Bewertungen von Homöopathie-Studien oft höhere methodische Anforderungen angelegt als bei sonstigen klinischen Studien [13]. Zweitens werden bei Aussagen zu vermeintlichen Evidenzmängeln der Homöopathie oft sehr niedrige methodische Anforderungen gestellt [10, 11].

Viele der weitbekannten negativen Homöopathie-Beurteilungen folgen diesen Mustern [14-18].

Referenzen

1. Tournier A, Würtenberger S, Klein SD, Baumgartner S. Physicochemical investigations of homeopathic preparations: a systematic review and bibliometric analysis, Part 3. J Altern Complement Med. 2021;27(1):45-57. https://doi.org/10.1089/acm.2020.0243
2. Witt CM, Bluth M, Albrecht H, Weisshuhn TE, Baumgartner S, Willich SN. The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies – a systematic review of the literature. Complement Ther Med. 2007;15(2):128-38. https://doi.org/10.1016/j.ctim.2007.01.011
3. Ücker A, Baumgartner S, Sokol A, Huber R, Doesburg P, Jager T. Systematic review of plant-based homeopathic basic research: an update. Homeopathy. 2018;107(2):115-29. https://doi.org/10.1055/S-0038-1639580
4. Ücker A, Baumgartner S, Martin D, Jäger T. Critical evaluation of specific efficacy of preparations produced according to European Pharmacopeia Monograph 2371. Biomedicines. 2022;10(3). https://doi.org/10.3390/biomedicines10030552
5. Bellavite P, Conforti A, Marzotto M, Magnani P, Cristofoletti M, Olioso D, Zanolin ME. Testing homeopathy in mouse emotional response models: pooled data analysis of two series of studies. Evid Based Complement Alternat Med. 2012;2012:954374. https://doi.org/10.1155/2012/954374
6. Bonamin LV, Cardoso TN, de Carvalho AC, Amaral JG. The use of animal models in homeopathic research – a review of 2010-2014 PubMed indexed papers. Homeopathy. 2015;104(4):283-91. https://doi.org/10.1016/j.homp.2015.06.002
7. Endler PC, Scherer-Pongratz W, Harrer B, Lingg G, Lothaller H. Amphibians and ultra high diluted thyroxine – further experiments and re-analysis of data. Homeopathy. 2015;104(4):250-6. https://doi.org/10.1016/j.homp.2015.10.001
8. Hamre HJ, Glockmann A, von Ammon K, Riley DS, Kiene H. Efficacy of homeopathic treatment: Systematic review of meta-analyses of randomised placebo-controlled homeopathy trials for any indication. Syst Rev. 2023;12:191. https://doi.org/10.1186/s13643-023-02313-2
9. Peer-review reports on original submission: Hamre HJ et al. Efficacy of homeopathic treatment: Systematic review of meta-analyses of randomised placebo-controlled homeopathy trials for any indication. Syst Rev [Internet]. 2023. Available from: https://systematicreviewsjournal.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13643-023-02313-2/peer-review
10. Hamre HJ, von Ammon K, Glockmann A, Kiene H. Comment on blog by Edzard Ernst on systematic review. IFAEMM Projekte Homöopathie [Internet]. 2023 13.02.2024. Available from: https://www.ifaemm.de/wp-content/uploads/go-x/u/4bd9ac08-a581-4e82-b1a4-a0b3b7a257e3/Hamre-HJ-von-Ammon-K-Glockmann-A-Kiene-H.-Comment-on-blog-by-Edzard-Ernst-on-systematic-review.-13.11.2023.pdf
11. Hamre HJ, von Ammon K, Glockmann A, Kiene H. Unzuverlässiges Informationsnetzwerk. IFAEMM Projekte Homöopathie [Internet]. 2024. Available from: https://www.ifaemm.de/wp-content/uploads/go-x/u/71c7cdb3-60ad-4414-8526-dd8265821b0e/ Hamre_et_al_2024-02-21_Richtigstellung_gegenueber_INH.pdf
12. Kiene H, Hamre HJ. Eine zentrale Frage zur Komplementärmedizin: Gibt es in der Natur außer den physikalischen Grundkräften noch weitere Kräfte? Complement Med Res. 2023. https://doi.org/10.1159/000534899
13. The Australian Report: Data extracted from NHMRC’s Table 1 (Information Paper, p.18-20), with analysis of combined impact of ‘reliability’ thresholds for trial sample size and quality. London: Homeopathy Research Institute; 2015. Available from: https://www.hri-research.org/resources/homeopathy-the-debate/the-australian-report-on-homeopathy/
14. Ernst E. A systematic review of systematic reviews of homeopathy. Br J Clin Pharmacol. 2002;54(6):577-82. https://doi.org/10.1046/j.1365-2125.2002.01699.x
15. Shang A, Huwiler-Muntener K, Nartey L, Juni P, Dorig S, Sterne JA, et al. Are the clinical effects of homoeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homoeopathy and allopathy. Lancet. 2005;366(9487):726-32. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(05)67177-2
16. Science and Technology Committee. Evidence Check 2: Homeopathy. Fourth Report of Session 2009-10. London: House of Commons; 2010 22.02.2010. Contract No.: HC 45.
17. ter Meulen V, Bach J-F, Denk H, Ertl G, Griffin G, Gundersen K, et al. Homeopathic products and practices: assessing the evidence and ensuring consistency in regulating medical claims in the EU. Halle (Saale): European Academies’ Science Advisory Council; 2017.
18. Sigurdson MK, Sainani KL, Ioannidis JPA. Homeopathy can offer empirical insights on treatment effects in a null field. J Clin Epidemiol. 2023;155:64-72. https://doi.org/10.1016/j.jclinepi.2023.01.010.

Zum Originalbeitrag.

26 26 Februar

Positionspapier vom Netzwerk Pro Homöopathie zu Wirksamkeit und Bedeutung der Homöopathie

Berlin, 26. Februar 2024. Mit einem umfassenden Positionspapier zur Wirksamkeit und zur Bedeutung der Homöopathie für die gesundheitliche Versorgung wendet sich das Netzwerk Pro Homöopathie gegen die verkürzte und unsachliche Kritik an der jahrhundertelang bewährten Heilmethode. Das Netzwerk Pro Homöopathie richtet einen Appell an die amtierende Bundesregierung, die hochwertige Studienlage zur Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel endlich vorurteilsfrei zur Kenntnis zu nehmen. Denn die Studienlage zeigt hochevident, dass Homöopathie über den Placebo-Effekt wirksam ist.

Netzwerk Pro Homöopathie setzt sich ein für Methodenpluralität im Gesundheitswesen im Sinne einer Integrativen Medizin

Das Netzwerk setzt sich mit dem Positionspapier dafür ein, dass Entscheiderinnen und Entscheider auf allen Ebenen des Gesundheitswesens die Chancen der Homöopathie für die Integrative Gesundheitsversorgung der Menschen erkennen. Vordergründig geht es darum, das Potential homöopathischer Arzneimittel als eine nachhaltige Therapieoption allen Versicherungsnehmerinnen und -nehmern zur Verfügung zu stellen. Es ist absurd und wirkt wie aus der Zeit gefallen, dass mit dem One-Health-Ansatz auf internationaler Ebene die Rolle der Homöopathie und anderer komplementärer Verfahren zur Bekämpfung von Antibiotika-Resistenzen mit Projekten und der Verankerung in nationalen Aktionsplänen gestärkt wird und wir in Deutschland gleichzeitig die in Studien nachgewiesene therapeutische Wirksamkeit der Homöopathie in Frage stellen.

Erstunterzeichner des Positionspapiers des Netzwerk Pro Homöopathie sind

  • Prof. Dr. Michael Keusgen, Apotheker, Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität Marburg
  • Dr. med. Fred-Holger Ludwig, Bundesvorsitzender der Senioren-Union Deutschland der CDU
  • Dr. med. Michaela Geiger, Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ)
  • Meinolf Stromberg, Vorsitzender des Bundesverbands Patienten für Homöopathie (BPH)

Netzwerk Pro Homöopathie: Es ist von enormer Bedeutung für das Gesundheitswesen und die Integrative Versorgung der Menschen, dass die Homöopathie ihren Stellenwert im Gesundheitssystem behält

Das Positionspapier versteht sich als Beitrag zur Versachlichung einer Debatte, die vielfach unwissenschaftlich geführt wird – unter dem Einfluss von Lobbyisten bedauernswerterweise sogar in weiten Teilen der deutschen Ärzteschaft. So beziehen sich die Kritikerinnen und Kritiker der Homöopathie auf einen verkürzten Evidenzbegriff, der die Wirksamkeit eines Medikamentes einzig an seinem Abschneiden in Placebo-kontrollierten Studien festmacht. Doch Evidenz im Sinne Dr. David L. Sacketts, dem Begründer der evidenzbasierten Medizin, steht auf drei Säulen und nicht nur auf einer: die erste Säule ist die externe Evidenz durch Studien. Die zweite Säule ist die Erfahrung des Arztes / der Ärztin und die dritte Säule ist die Präferenz des Patienten / der Patientin. Je seltener eine Erkrankung auftritt, umso wichtiger wird die Erfahrung des behandelnden Arztes und die Vorstellung des Patienten von seiner Therapie. Gleiches gilt für chronische Erkrankungen. Es ist von enormer Bedeutung für das Gesundheitswesen und die Integrative Versorgung der Menschen, dass die Homöopathie ihren Stellenwert im Gesundheitssystem behält, auch als Angebot zur ärztlichen Weiterbildung. Denn wer nur auf Basis von hochwertigen Studienlagen behandelt, beraubt sich in der konventionellen wie der komplementären Medizin selbst der Chance, Menschen im Sinne der staatlich garantierten Methodenpluralität – entsprechend des hippokratischen Eids – zu helfen.

Über das Netzwerk Pro Homöopathie

Das Netzwerk Pro Homöopathie ist ein Zusammenschluss von Medizinern, Wissenschaftlern und Patienten, die in ihrem beruflichen Alltag oder in bei Erkrankungen positive Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht haben. Sie setzen sich dafür ein, dass die bewährte Heilmethode ihren Stellenwert im Gesundheitswesen sowie in der ärztlichen Weiterbildung behält – ganz im Sinne einer Integrativen Medizin. Im Fokus ihres Engagements stehen eine Versachlichung der Debatte um die Homöopathie und der Einsatz für Methodenpluralität in der Medizin durch Öffentlichkeitsarbeit, Fachbeiträge und Interessenvertretung.

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10 10 Februar

Petition zum Erhalt der Homöopathie ist online

Berlin, 10. Februar 2024. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbachs Vorstoß, die homöopathischen Arzneimittel und anthroposophische Medizin, wie auch homöopathisch-ärztliche Leistungen aus dem Katalog der Satzungsleistungen der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen, stößt auf erheblichen Widerstand.

Nun hat ein breites Bündnis vieler Verbände eine Bundestagspetition auf den Weg gebracht, die seit dem 8. Februar online ist. Das Ziel: Bis zum 7. März müssen mindestens 50.000 Unterschriften zusammenkommen. Wenn jetzt jede der DZVhÄ-Mitgliedspraxen 100 Unterschriften sammeln würde, dann wäre dieses Ziel schnell mehr als erreicht!
Die Petition richtet sich direkt an den deutschen Bundestag und kann sowohl online als auch klassisch auf Papier unterzeichnet werden.
▶️ ONLINE: Über diesen Link kommen Sie zur Petition Nr. 162857:
https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2024/_01/_27/Petition_162857.nc.html.
Wenn Sie noch nicht registriert sind, müssen Sie dies tun. Abgefragt werden Name und Adresse und über Ihre E-Mail-Adresse müssen Sie einen Link bestätigen. Das geht alles innerhalb von Minuten und ist unkompliziert. Dann können Sie sich einloggen und durch einen Klick die Petition unterzeichnen. Seit gestern haben das bereits mehr als 1.200 Menschen gemacht.
▶️ Unterschriftenliste: Hier können Sie die Unterschriftenliste herunterladen. Drucken Sie die Liste bitte aus und legen Sie sie in Ihre Praxis, in den Bio-Laden oder an jeden Ort, wo es passt. Die ausgefüllten Listen schicken Sie bitte an die angegebene Adresse des Petitionsausschusses. Eine Patienteninformation zum Herunterladen und Ausdrucken gibt es hier (schwarz/weiß oder farbig).

Die Petition wird unter anderem mit diesen Argumenten begründet:

  • Homöopathische und anthroposophische Verfahren und Arzneimittel sind beliebt und ausdrücklich erwünscht. Diese Methoden werden nach einer aktuellen Allensbach-Umfrage (2023) von rund 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland geschätzt und genutzt.
  • Satzungsleistungen werden ausschließlich aus den Eigenmitteln der jeweiligen Krankenkasse finanziert. Versicherte, die diese Methoden nicht favorisieren, haben bereits die Option, in eine gesetzliche Krankenkasse zu wechseln, die andere Leistungen erstattet. Das Recht zur freien Methodenwahl sollte uneingeschränkt für alle Versicherten erhalten bleiben.
  • Der vorgeschlagene Ausschluss von homöopathischen und anthroposophischen Arzneimitteln und homöopathischen Verfahren als Satzungsleistung ist eine Diskriminierung. Diese Ungleichbehandlung würde vor allem chronisch Kranke, wirtschaftlich schlechter Gestellte und Frauen treffen. Zahlreiche andere Leistungen und Arzneimittel können hingegen weiter erstattet werden, obwohl sie kaum evaluiert sind.

Gemeinsam nehmen wir unsere Interessen war – für eine starke Homöopathie. Jede Unterschrift zählt!

 


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7 7 Februar

Interview zum DZVhÄ-Homöopathie-Kongress, Lindau 9.-11. Mai 24

Berlin, 7. Februar 2024. Interview zum DZVhÄ-Homöopathie-Kongress, der vom 9. bis 11. Mai 2024 in Lindau / Bodensee  stattfindet. Dieser Deutsche Ärztekongress für Homöopathie steht unter dem Motto Homöopathie bei Umbrüchen und Lebenskrisen. Er wird federführend vom DZVhÄ-Landesverband Bayern organisiert. Im Interview erzählt Kongresspräsident Dr. med. Ulf Riker (LV-Bayern Vorsitzender) wissenswertes über die größte Homöopathie-Fortbildung im D A CH-Raum. Zum Kongress.

Was bedeutet für Sie das Kongress-Thema Homöopathie bei Umbrüchen und Lebenskrisen?

Als Menschen sind wir verletzlich! Neben konkreten Krankheiten sind wir allen möglichen körperlichen, seelischen oder sozialen Traumatisierungen ausgesetzt, unsere Bewältigungsstrategien werden nicht selten auf eine harte Probe gestellt. Für manche Situationen kennt die konventionelle Medizin Therapie-Leitlinien, in vielen Fällen aber braucht es ein therapeutisches Setting, das weit darüber hinaus geht. Ein bio-psycho-soziales Medizinverständnis integriert unterschiedliche Behandlungsansätze, und weil dieses Verständnis auch auf Selbstregulation basiert, kann die Homöopathie hier entscheidende Impulse setzen.

Sie schreiben auf der Kongress-Webseite, Homöopathie bekomme in einem integrativen Behandlungskonzept ihren besonderen Stellenwert. Was heißt das?

Krisenbewältigung setzt geeignete Strategien ebenso voraus wie innere Energien, also das, was Hahnemann als „Lebenskraft“ bezeichnete. Dieser Aspekt der gesundheitsgeleiteten Lebensenergie ist – neben konventionellen Therapien und psychotherapeutischer Begleitung – aus unserer homöopathischen Sicht ein zentraler Bestandteil eines integrativen Behandlungskonzeptes.

 Warum sollten Ärztinnen und Ärzte an dem Kongress teilnehmen?

Wir haben für diesen Kongress hochkarätige Referentinnen und Referenten gewinnen können. Sie werden die gesamte Breite und Tiefe des Kongress-Themas ausleuchten und können dabei auf teilweise jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken. Der Kongress bietet also allen Ärztinnen und Ärzten, vor allem natürlich den homöopathisch qualifizierten, einen reichen Schatz an Erfahrungswissen, das sich umgehend und unmittelbar in konkreten Praxisfällen umsetzen lässt. Also: aus der Praxis für die Praxis!

Wie viel homöopathisches Vorwissen sollten Teilnehmende mitbringen?

Kolleginnen und Kollegen werden in jedem Fall für ihre eigene Praxis profitieren. Diejenigen, die eher noch am Anfang ihrer homöopathischen Tätigkeit stehen werden andere Eindrücke und Kenntnisse mit nachhause nehmen wie ältere Häsinnen und Hasen. Auf jeden Fall legen wir großen Wert darauf, dass homöopathische Verordnungen stringent nachvollziehbar sind: nach klar einsehbaren Gründen, wie Hahnemann das ausgedrückt hat.

Der LV Bayern organisiert den Kongress gemeinsam mit Verbänden aus Österreich und der Schweiz. Was macht den Kongress dadurch besonders?

Wir haben als LV Bayern die Leitung des Orga-Teams übernommen, weil Lindau im äußersten südwestlichen Zipfel Bayerns liegt. Und weil Lindau auch im Bodensee liegt und dieser anteilig den Österreichern, den Schweizern und uns „gehört“ lag es nahe, diesen Kongress mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus diesen drei Ländern gemeinsam zu gestalten. Wir haben bereits im Vorfeld eine ganz tolle Kultur des Miteinanders über die Ländergrenzen hinweg erlebt, wenn es um die Programmgestaltung ging. Ich gehe davon aus, dass der Kongress auch ein starkes Signal gemeinsamer  Aktivität im deutschsprachigen Raum sein wird, damit die Homöopathie den ihr zustehenden Stellenwert in unseren Medizinlandschaften auch zukünftig kraftvoll vertreten wird!

 Gibt es etwas, was Sie sich persönlich von den Besucherinnen und Besuchern des Kongresses wünschen?

Ich wünsche mir, dass wir als Ärztinnen und Ärzte neugierig bleiben, entgegen mancher Widerstände nicht den Mut verlieren, selbst denken und genau beobachten, was Homöopathie kann, aber natürlich auch immer berücksichtigen, wo ihre Grenzen sind. Selbstbewusstsein und Selbstkritik scheinen mir – natürlich neben sauberem Arbeiten und weiterer Forschung! –  ganz wesentliche Voraussetzungen dafür zu sein, dass Homöopathie auch in Zukunft ihre Anerkennung behält.

Zum Video-Interview mit Dr. Riker

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29 29 Januar

Podcast: Homöopathie in der Forschung

Berlin, 29. Januar 2024. In der 8. Folge der DZVhÄ-Podcast Reihe sprechen drei Wissenschaftler über die Homöopathie in der Forschung:

  • Prof. Dr. Stephan Baumgartner, Physiker, Universitäten Witten/Herdecke und Universität Bern
  • Prof. Dr. Michael Keusgen, Pharmazeut, Dekan des Fachbereichs Pharmazie an der Philipps-Universität Marburg und
  • Dr. Harald Hamre, Arzt, Universität Witten/Herdecke

Auch diese Folge wird von Dr. Martina Kloepfer, Berlin, moderiert.

Wichtige Antworten zu Fragen aus der Homöopathie-Forschung

  • Kann der Negativbeweis geführt werden, dass es keinen belastbaren Beleg für eine spezifische medizinische Wirksamkeit der Homöopathie gibt? Prof. Keusgen: „Ich kann beweisen, dass es einen Effekt gibt. Ich kann aber, wenn ich den Effekt nicht finde, daraus eben nicht den Rückschluss ziehen, dass es das überhaupt nicht gibt.“
  • Kann es einen wissenschaftlichen Konsens geben? Prof. Keusgen: „Das kann ja nicht sein. Es gibt genug Kreise, die Homöopathie erfolgreich einsetzen, die zu Homöopathie forschen. Und deshalb muss man immer sagen, wenn ein Konsens besteht, zwischen wem denn genau? Die Wissenschaft als solche gibt es nicht.“
  • Ist Homöopathie evidenzbasierte Medizin? Was sagt die Studienlage? Dr. Harald Hamre: „Ja, eindeutig. Unser aktuelles systematische Review aller Metaanalysen zur Homöopathie kommt zu dem Ergebniss: Homöopathie wirkt besser als Placebo. Es gibt keine Grundlage zu sagen, dass Homöopathie nicht wirkt, dass sie generell nicht wirken könne. Das geben die Daten einfach nicht her. Und deswegen kann man aus diesen Studien keine Legitimation für Maßnahmen gegen die Homöopathie in der Krankenversorgung finden“.
  • Kommt die Grundlagenforschung zu eindeutigen Ergebnissen? Prof. Baumgartner: „Zum aktuellen Stand der Forschung lässt sich zusammenfassend festhalten, dass die Ergebnisse der meisten Untersuchungen nicht mit der Placebo-Hypothese vereinbar sind. In einer großen Anzahl von Experimenten zeigten homöopathische Präparate spezifische Wirkungen, die sich von Placebo unterschieden.“
  • Sind Homöopathika überhaupt wirksam, wenn der pharmakologische Wirkmechanismus nicht klar ist? Prof. Keusgen: „Als Arzneimittel ist nicht die pharmakologische Wirkung ausschlaggebend, sondern die therapeutische Wirksamkeit. Die Frage ist, kann ich damit therapieren oder kann ich damit nicht therapieren? Bei Paracetamol wissen wir, dass es von seinen physikalisch chemischen Eigenschaften her gar nicht schmerzstillend und fiebersenkend wirken dürfte, es aber trotzdem tut.“

Fazit

  • Prof. Baumgartner: „Basierend auf den Untersuchungen unserer Arbeitsgruppe komme ich zum Schluss, dass Homöopathika keine Placebos sind, sie können spezifische Arzneimitteleffekte hervorbringen, die über Placebo hinausgehen.“
  • Prof. Keusgen: „Wir wissen, wie Homöopathika therapeutisch in sinnvoller Weise eingesetzt werden können. Als Arzneimittel ist nicht die pharmakologische Wirkung ausschlaggebend, sondern die therapeutische Wirksamkeit.“
  • Dr. Harald Hamre: „Es ist eindeutig: Homöopathie wirkt besser als Placebo.“



Diese DZVhÄ-Podcasts sind bisher erschienen

  • Homöopathie in der Tiermedizin – Die Tierärztinnen Dr. med. vet. Brigitte Hentschel, Dr. med. vet. Beatrice Milleder und Dr. med. vet. Dörte v. Bremen sprechen über die Homöopathie in der Tiermedizin.

  • Homöopathie in der Kinderheilkunde – Kinderärztin Dr. Monika Grasser und der Kinderarzt Dr. Dominik Ewald: Ein vielseitiger Podcast über Therapie, Elternwünsche, Abrechnung und Berufspolitik.

  • Homöopathie in der Allgemein- und Familienmedizin – Dr. med. Michaela Geiger und Dr. med. Jörg Albrecht sprechen im 5. DZVhÄ-Podcast über die Homöopathie in der hausärztlichen Versorgung. Was ist Familienmedizin und wie wird Homöopathie in die Hausarztpraxis integriert?
  • Patientensicherheit – Der Präsident der Bundesapothekerkammer, Thomas Benkert, im Gespräch mit Dr. Ulf Riker, Internist und Vorstandsmitglied im DZVhÄ, über Patientensicherheit im Miteinander von konventioneller und homöopathischer Medizin.
  • Die Integrative Medizin – Dr. med. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des DZVhÄ im Gespräch mit Robert Schmidt, Chefarzt des Münchner Krankenhauses für Naturheilweisen über die Integrative Medizin in Praxis und Klinik.
  • Über die Vielfalt in der Medizin – Dr. med. Michaela Geiger und Dr. med. Ulf Riker, Vorstände des DZVhÄ, berichten u.a. an Beispielen aus der eigenen Praxis, warum Pluralismus und Therapiefreiheit wichtige Werte in der Medizin sind.
  • Die Anamnese in der Homöopathie – Dr. med. Michaela Geiger und Dr. med. Alexandra Schulze-Rohr, Vorstände des DZVhÄ, sprechen darüber, wie sich in der Homöopathie das diagnostische Gespräch mit der klinischen Diagnostik zu einer Medizin verbindet.

Der Deutsche Ärztekongress für Homöopathie findet vom 9. bis 11. Mai 2024 in Lindau / Bodensee stattfindet. Ausrichter des Kongresses ist der DZVhÄ. Informationen zum Kongress erhalten Sie hier: www.homoeopathie-kongress.de.

28 28 Januar

Hochwertige Studie zeigt: Homöopathie wirkt besser als Placebo

Berlin, 28. Januar 2024. Ein Autorenteam hat Anfang Oktober 2023 ihre Arbeit mit dem Titel „Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung: Systematische Überprüfung von Meta-Analysen randomisierter, placebokontrollierter Homöopathie-Studien für jede Indikation“ veröffentlicht. Es wurden alle bisher vorhandenen sechs Homöopathie-Metaanalysen (MA) methodisch sehr aufwendig nach aktuellen wissenschaftlichen Standards ausgewertet. Zur Studie.

Dieses erstmalige systematische Review aller MA kommt zu diesen Ergebnissen

  • 5 der 6 MA enthielten eine Effektschätzung für alle eingeschlossenen Studien. Alle 5 zeigten signifikant positive Effekte der Homöopathie, im Vergleich zu Placebo.
  • 4 MA enthielten eine Effektschätzung nach Beschränkung auf Studien mit höherer methodischer Qualität.
  • In 3 dieser 4 MA blieben die signifikanten positiven Effekte der Homöopathie erhalten, in 1 MA war der positive Effekt nunmehr nicht signifikant.
  • Die methodische Qualität der Homöopathiestudien war ähnlich wie bei anderen klinischen Studien mit gleichem Design, aus einem vergleichbaren Zeitraum und bewertet nach gleichen Kriterien.
  • Die Qualität der Gesamtevidenz für positive Homöopathie-Wirksamkeit in diesem systematischen Review war ebenfalls ähnlich wie in systematischen Reviews zu anderen Interventionen aus einem vergleichbaren Zeitraum und eingestuft anhand desselben Bewertungsinstruments (GRADE).

Fazit: Homöopathie wirkt besser als Placebo

Die Antwort der Autoren zu einer Kritik von Edzard Ernst lesen Sie hier: Hamre_et_al_2023-11-13_Comment_on_blog

Die Studie:

„Efficacy of homoeopathic treatment: Systematic review of meta-analyses of randomised placebo-controlled homoeopathy trials for any indication“

Autoren: H.J. Hamre, A. Glockmann, K. v. Ammon, D.S. Riley, H. Kiene. Erschienen in der Zeitschrift Systematic Reviews am 7. Oktober 2023.

 

25 25 Januar

Entschieden gegen Rechtsextremismus

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) steht für eine offene und pluralistische  Gesellschaft, in der ein toleranter und respektvoller Umgang gepflegt wird. Der DZVhÄ wendet sich entschieden gegen Strömungen, die unsere Gesellschaft spalten, Minderheiten ausgrenzen oder totalitäres Gedankengut verbreiten.

Unsere Standpunkte

  1. Wir distanzieren uns ausdrücklich von einer Partei, in der die Zeit des Nationalsozialismus als Vogelschiss der Geschichte dargestellt wird. Wir stellen fest, dass es zwischen rechtsextremen Gedanken und Bewegungen einerseits und dem ärztlichen Berufsethos andererseits keine Brücken geben kann und gebaut werden dürfen.
  2. Wir bekennen uns zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit als Grundlagen einer werteorientierten und offenen Gesellschaft mündiger und selbstbestimmter Bürgerinnen und Bürger.
  3. Wir erwarten Respekt und Toleranz als Voraussetzungen für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
  4. Wir verurteilen verbale Angriffe auf demokratische Werte, Verrohung der Sprache und Ausgrenzungen im öffentlichen Raum.
  5. Wir sind überzeugt, dass ein Bemühen um friedliches Zusammenleben und die Möglichkeit aktiven Mitgestaltens in einem „bunten“ Miteinander die Resilienz der Gesellschaft gegenüber braunen Umtrieben stärkt.

Der DZVhÄ verwehrt sich gegen Versuche,

  • den Verband bzw. die Homöopathie an sich in Verbindung mit rechtem Gedankengut oder Parteien zu bringen –
  • dies gilt für Gegenwart und Vergangenheit gleichermaßen.
  • Immer wieder wird kolportiert, dass es zwischen der Homöopathie und der nationalsozialistischen Ideologie eine Gemeinsamkeit gebe. „Eine solche Sicht kann man nur als Geschichtsklitterung bezeichnen“, schreibt der Medizinhistoriker Prof. Dr. R. Jütte in einer historischen Expertise, Homöopathie und Nationalsozialismus (Juni 2008).
  • Der DZVhÄ hatte sich 2013 in seiner „Weimarer Erklärung“ dazu verpflichtet, die eigene Geschichte zwischen 1933 und 1945 zu erforschen und aufzuarbeiten. Wir verweisen auf das Buch von Prof. Dr. Florian G. Mildenberger: „Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte im Nationalsozialismus – Bestandsaufnahme, Kritik, Interpretation“.
  • In den Jahren des Nationalsozialismus hat der DZVhÄ durch Wegschauen, falschen Verbeugungen und Ausblenden der Welt jenseits der eigenen Praxis Mitschuld auf sich geladen.

Der Vorstand des DZVhÄ

23 23 Januar

AHZ 1/2024 Homöopathiekongress – in memoriam Karl-Heinz Gebhardt

Thema: Nachlese Homöopathiekongress – in memoriam Karl-Heinz Gebhardt

Aus dem Editorial von Christian Lucae:

Auf unserer Herausgebersitzung im April 2023 hatten wir eigentlich ein Sonderheft zum 100. Geburtstag für ihn geplant, das im Herbst 2024 erscheinen sollte. Nun ist es anders gekommen: Am 16. August 2023 verstarb Karl-Heinz Gebhardt im 99. Lebensjahr.
Aus diesem Grund ist im vorliegenden Heft nicht nur ein Nachruf zu lesen ( Ulrich Koch ), sondern die Transkription seines letzten Auftritts auf dem Deutschen Ärztekongress für Homöopathie am 20. Mai 2023. Im Gespräch mit Robert Schmidt können wir hier noch einmal nachempfinden, mit welcher Begeisterung er die Homöopathie praktizierte und für sie warb. […]


Im vorliegenden Heft sind zwei weitere Beiträge vom Deutschen Ärztekongress für Homöopathie 2023 nachzulesen: Andreas Wegener zeigt in seinem Aufsatz Homöopathie am Lebensende, welche homöopathischen Arzneien in dieser Phase wichtig werden können, und schöpft dabei aus seiner eigenen, langjährigen Praxiserfahrung auf der soliden Basis der klassischen Homöopathie.
Harald Walach war für den Abschlussvortrag eingeladen und sprach zur Zukunft der Homöopathie. Seine persönliche Sicht dazu hat er im vorliegenden Artikel für die AHZ frisch formuliert. Wie von ihm gewohnt, wandert der Blick weit über den Tellerrand hinaus und konfrontiert uns mit einigen unkonventionellen, ungewohnten oder sogar unbequemen Gedanken. […]

Viel Spaß bei der Lektüre dieser AHZ-Ausgabe.

22 22 Januar

Debatte: Homöopathie als freiwillige Kassenleistung

Berlin, 22. Januar 2024. Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat durch einen Tweet am Abend des 10. Januars eine Debatte um die Homöopathie ausgelöst. Er möchte Homöopathie als freiwillige Kassenleistung streichen, ein entsprechendes Gesetz soll noch bis zur Sommerpause 2024 verabschiedet werden. Er greift damit in ein funktionierendes System von Patient:innen, Ärzt:innen, Apotheker:innen und Krankenkassen ein.

Die Debatte um Homöopathie als freiwillige Kassenleistung geht in die zweite Woche. Die Sicht homöopathisch tätiger Ärztinnen und Ärzte nimmt in der Diskussion eine große Stellung ein. Interviews mit großen Medien, wie ARD und ZDF aber auch Agenturen (DPA) wurden und werden vom Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) gegeben.

Beispiele zur Homöopathie-Debatte

  • Tagesschau24, 11. Januar: „Im Sinne unserer Patienten fordern wir, dass Homöopathie erhalten bleibt als Kassenleistung“, fordert Michaela Geiger, Vorsitzende vom Zentralverein homöopathischer Ärzte bei tagesschau24. Es sei wichtig, ein breites Feld der Therapien zur Verfügung zu haben in der Grundversorgung, um allen Patienten gerecht zu werden.
  • ZDF heute journal,11.1.: Der Arzt Jürgen de Laporte sieht mehr Schaden als Nutzen: „Für die Patienten würde es dann bedeuten, dass die Besserverdienenden es weiterhin bezahlt bekommen, die privat versichert sind. Aber diejenigen, die es jetzt von den Kassen erstattet bekommen, nicht mehr. Und das würde ich ungerecht finden.“
  • Welt TV,11.1.: „Homöopathie ist wissenschaftsbasiert, das belegen viele Studien – sei es Grundlagenforschung, sei es klinische Forschung, sei es Versorgungsforschung.“
  • ARD Tagesschau,11.1.: „Hausärztin Cornelia Piper behandelt Patientinnen und Patienten seit 30 Jahren auch homöopathisch. Sie habe gute Erfahrungen damit gemacht: ‚Es ist für mich eine wunderbare Gelegenheit, Patienten helfen zu können, die man auf anderen Wegen nicht hilft.'“ (ab Minute 5:30)
  • FAZ, 12. Januar: „Homöopathie werde von ihr und ihren Kolleginnen und Kollegen begleitend zur konventionellen Medizin eingesetzt, sagte Geiger. „Viele Patientinnen und Patienten kommen ganz gezielt wegen der Homöopathie in unsere Arztpraxen, vor allem auch bei chronischen Erkrankungen.“
  • BR24, 12. Januar: Die Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, Geiger, warnte vor einer „therapeutischen Monokultur“. Dabei erlebe man täglich in der Praxis, dass die Vielfalt der Therapie medizinisch sinnvoll sei.
  • NZZ,12.1.: …die Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, Michaela Geiger, dass eine Streichung der freiwilligen Kassenleistung Homöopathie das Therapieangebot in der ärztlichen Versorgung einschränken würde.
  • DLF, 13.1.: Wie geht’s weiter mit der Homöopathie? Interview mit Dr. Michaela Geiger
  • DLF, 20.1.: Pro und Kontra mit Jürgen de Laporte und Jürgen Windeler

Debatte Homöopathie als freiwillige Kassenleistung streichen, das sagen Landesminister

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) bezeichnete Lauterbachs Plan in der Frankenpost als „eine politische Nebelkerze“. Offensichtlich solle mit dieser Diskussion davon abgelenkt werden, dass die Bundesregierung bei der notwendigen Finanzierungsreform der gesetzlichen Krankenkassen nicht vorankomme. Die evidenzbasierte moderne Medizin müsse zwar der Maßstab für die Versorgung sein. Es bestehe aber in der Bevölkerung durchaus auch der Wunsch nach ganzheitlichen alternativen Behandlungsansätzen. Wichtig sei, die Grenzen dieser Methoden zu kennen – „und das sollte der Entscheidung der Krankenkassen und der Versicherten wie bisher überlassen bleiben“, sagte Gerlach. (Quelle)

Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha warf Lauterbach „Nebelkerzen zulasten der Homöopathie“ vor. Es handle sich um eine „scheinheilige Evidenz-versus-Kosten-Debatte“, sagte er dem Tagesspiegel. Viele Menschen vertrauten der Homöopathie, weil sie damit offensichtlich gute Erfahrungen machen würden, sagte der Grünenpolitiker weiter. Auch Lucha sagte, es lasse sich hier kaum etwas einsparen. Hier stünden zehn Millionen Euro gegen eine Finanzierungslücke der gesetzlichen Kassen von 3,2 Milliarden Euro. (Quelle)

Die wichtigsten Argumente in der  Debatte um Homöopathie als freiwillige Kassenleistung

  • Eine Streichung der freiwilligen Kassenleistung Homöopathie würde das Therapieangebot in der ärztlichen Versorgung einschränken. Es würde eine therapeutische Monokultur in den Praxen entstehen – die Leidtragenden wären die Patienten.
  • Wir erleben täglich in der Praxis, dass die Therapievielfalt medizinisch sinnvoll ist. Homöopathie wird von uns begleitend zur konventionellen Medizin eingesetzt. Viele Patientinnen und Patienten kommen ganz gezielt wegen der Homöopathie in unsere Arztpraxen, vor allem auch bei chronischen Erkrankungen.
  • Die freiwillige Kassenleistung ist wichtig, denn nur so erhalten Patienten die ärztliche Homöopathie auf ‚Chipkarte‘. Zusatzversicherungen kosten Geld, das können sich nicht alle Patienten leisten – Homöopathie aber ist versorgungsrelevant.
  • Homöopathie ist evidenzbasierte Medizin nach der Definition des Begründers der EbM (Evidenzbasierte Medizin) Dr. David Sackett. Die EbM steht auf den drei Säulen, der externen Evidenz der Wissenschaft, der Erfahrung der Ärzte / Ärztinnen und der Präferenz der Patienten. Diese Kriterien erfüllt die Homöopathie.

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Der Deutsche Ärztekongress für Homöopathie findet vom 9. bis 11. Mai 2024 in Lindau / Bodensee stattfindet. Ausrichter des Kongresses ist der DZVhÄ. Informationen zum Kongress erhalten Sie hier: www.homoeopathie-kongress.de.

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