Berlin, 13. August 2026 | Dr. med. Ulf Riker, 2. DZVhÄ-Vorsitzender, beschreibt in seinem Kommentar warum die bayerische Homöopathie-Studie vorzeitig beendet werden musste: wegen der schleppenden Rekrutierung von Probandinnen – einer der häufigsten Gründe für den Abbruch von Studien. Kein Verständnis zeigt Ulf Riker für das Verhalten der SPD-Gesundheitspolitikerin Ruth Waldmann, die mit Spott und Häme reagiert und Studiendaten für ihre Ideologie missbraucht.
Der gesundheitspolitische Übervater der SPD, Prof. Lauterbach „wusste“ es schon vor 15 Jahren: Patienten müssten vor Homöopathie „geschützt“ werden! Doch sein Hirngespinst konnte der Professor nie mit Fakten belegen, denn es gibt gar keine, aus denen eine Gefahr für Patient*innen abzuleiten wären. Jüngst wurde mit den Stimmen der Bundes-SPD Homöopathie aus der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen verbannt, angeblich um damit Kosten zu sparen. Auch das ein windelweiches Fake-Argument, denn mit 0,03 % Anteil an den Gesundheitskosten lassen sich keine Löcher stopfen! Und dann natürlich die Studienlage: Homöopathie habe keine Evidenz, bedeute daher „Abkehr von der Wissenschaft“ (Lauterbach 2010) und habe schon deswegen in einem modernen Medizinsystem nichts verloren. Auch hier zeigt sich: gewählte Volksvertreter machen sich nicht einmal die Mühe, den jeweils aktuellen Stand der Wissenschaft zur Kenntnis zu nehmen. Und das obwohl lange Zeit gefordert wurde, doch endlich wissenschaftlich zu belegen, dass Homöopathie mehr sei als Placebo! Seit Jahren nun liegen diese geforderten Nachweise auf hohem wissenschaftlichem Niveau vor. Die Schweiz hat auf dieser Basis Homöopathie in die Grundversorgung aufgenommen, dieselben Daten aber lassen deutsche Medizinbürokraten und Politiker zum diametral entgegengesetzten Ergebnis kommen!
Homöopathisch tätige Kassenärzte verordnen weniger Antibiotika als der Fachgruppen-Schnitt
Kassenärzte, die auch Homöopathie anwenden, erhalten immer wieder von ihrer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) die Auskunft, dass sie hinsichtlich des Einsatzes von Antibiotika oft deutlich unter ihrem Fachgruppen-Durchschnitt liegen. Was lag also näher als die Idee, dies auch wissenschaftlich zu analysieren? Erst recht vor dem Hintergrund rasant zunehmender Antibiotika-Resistenzen? Wenn stimmt, was Kassenärzte berichten, und wenn gleichzeitig Studien belegen, dass Homöopathie bei korrekter Anwendung über einen Placebo-Effekt wirkt: müsste sich das nicht auch unter klinischen Bedingungen und sorgfältiger statistischer Begleitung an einer ausgewählten Indikation überprüfen lassen? Genau das hat die Bayerische Staatsregierung (mit den Stimmen der Freien Wähler und einiger Grünen) veranlasst, zusammen mit der Technischen Universität München eine Studie auf den Weg zu bringen und für die erforderliche Finanzierung zu sorgen! Ein absolut logischer, von wissenschaftlicher Neugier und Verantwortung getragener Entschluss!
Dass die Studie nach längerer Laufzeit wegen schleppender Rekrutierung gestoppt werden musste, war nicht abzusehen und ist ohne Zweifel für alle Beteiligten – Politik, wissenschaftliche Studienleitung der TUM, beteiligte Studienärzte – eine herbe Enttäuschung. Andererseits sind Problemen mit der Rekrutierung geeigneter Patient*innen einer der häufigsten Gründe für den vorzeitigen Abbruch von klinischen Studien. Ein Grund dafür können zum Beispiel zu strenge Ein- und Ausschlusskriterien sein.
Nach Studien-Abbruch zeigen die Daten kein statistisch signifikantes Ergebnis
Wenn für die bayerische Studie von Seiten der wissenschaftlichen Studien-Leitung eine Zahl von 240 Patientinnen als notwendig für eine eindeutige wissenschaftliche Aussage gefordert wurde, dann ist eine solche bei Erreichen von weniger als 20 Prozent der notwendigen Probanden nicht zu erwarten. Falsch ist also die in zahlreichen Medien vertretene Bewertung, die Studie habe keine Überlegenheit von Homöopathie gegenüber Placebo gezeigt: richtig ist, dass sich ein statistisch signifikantes Ergebnis überhaupt nicht zeigen lässt, weder für noch gegen Homöopathie. Zurecht wurden in der Vergangenheit ja Studien mit zu geringer Teilnehmerzahl gerade auch von Kritikern der Homöopathie als irrelevant bezeichnet.
Bleibt der Spott von SPD-Waldmann und ihre Einschätzung von „herausgeschmissenen Geld“ und ihr Versuch, nun hinterher Schuldige für das zu finden, was sie ja schon vorher „wusste“. Polemik und Besserwisserei im Stile Lauterbachs ersetzt aber keine seriöse Auseinandersetzung mit einer Fragestellung, die in erster Linie im Kreise der Wissenschaft, nicht aber auf der Bühne der Politik und auch nicht einseitig zurechtkommentiert in den Medien zu erörtern wäre. Zu fordern wäre vielmehr vor dem Hintergrund des tatsächlich bestehenden Problems der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen mehr gegenseitiger Respekt, Ergebnisoffenheit statt Voreingenommenheit sowie die Redlichkeit zuzugeben, dass auch in zahlreichen anderen Politikfeldern eingesetzte Finanzmittel nicht immer das erwünschte positive Ergebnis bringen.
Kennt SPD-Waldmann die im Grundgesetz verankerte Wissenschaftsfreiheit?
Nicht zuletzt wäre die Freiheit von Wissenschaft und Forschung in diesem Zusammenhang zu erwähnen: wie der Rechtsphilosoph Christoph Möllers betont soll der Staat der Wissenschaft ermöglichen, frei ihrer eigenen Logik zu folgen. Diesen im Grundgesetz verankerten Aspekt scheint die bayerische Staatsregierung im Blick gehabt zu haben. SPD-Waldmann hingegen scheint eher Anhängerin der Idee zu sein, man dürfe über die Schiene „Geld“ an der Wissenschaftsfreiheit vorbei willkürlichen Einfluss darauf nehmen, was von politischer Seite als forschungswürdig eingeschätzt wird und was nicht. Solches Ansinnen steht nicht ganz ohne Grund im Verdacht, eher einem autoritären Geist zu entspringen, der sich seine Regeln nach Gutdünken selbst zurechtbiegt.
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Unsere Kampagne im Überblick: www.dzvhae.de/aktiv-werden-homoeopathie-gehoert-in-die-gkv