Berlin, 15. September 2026. Kann eine homöopathische Begleittherapie die Lebensqualität und Lebenserwartung von Krebspatienten verbessern? Dieser Frage widmet sich eine aktuelle Phase-III-Studie von Prof. Michael Frass und seinem Forschungsteam, die im September 2026 im Fachjournal Supportive Care in Cancer erschienen ist.

Hintergrund und Studiendesign

Klassische Krebstherapien sind oft mit schweren Nebenwirkungen verbunden. Ziel der multizentrischen Studie war es zu prüfen, ob eine additive (begleitende) Homöopathie die Lebensqualität steigern und das Überleben bei Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC im Stadium IV) verlängern kann.

Für die Studie wurden die Teilnehmenden wie folgt aufgeteilt:

  • 98 Patienten erhielten doppelblind entweder individualisierte homöopathische Arzneimittel (n = 51) oder ein Placebo (n = 47).
  • 52 Patienten bildeten eine nicht-randomisierte Kontrollgruppe ohne homöopathische Zusatztherapie, bei der ausschließlich die Überlebensrate beobachtet wurde.

Besonderen Wert legten die Autoren auf die Methodik: Nach der Zurückziehung einer früheren Publikation im Jahr 2025 wurden die Daten für die Neuveröffentlichung in einem vierfach unabhängigen Auswertungsverfahren reanalysiert. Streng nach den Richtlinien der CONSORT-Stellungnahme aufbereitet und konservativ interpretiert.

➡️ Hintergründe zur zurückgezogenen Studie lesen Sie auf der DZVhÄ-Seite: Stellungnahme von Prof. Frass

Die zentralen Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Studiengruppen:

  • Spürbar höhere Lebensqualität: Nach 9 sowie nach 18 Wochen lag der allgemeine Gesundheitszustand in der Homöopathiegruppe signifikant über dem der Placebogruppe (p < 0,001). Fast alle Skalen zur Erfassung von Symptomen und Funktionsfähigkeit (gemessen nach EORTC QLQ-C30) fielen zugunsten der Homöopathie aus. Die Unterschiede lagen über der Schwelle von 10 Punkten, was medizinisch als klinisch relevant gilt.
  • Verlängertes Überleben: Über den Beobachtungszeitraum von 730 Tagen betrug die mittlere Überlebenszeit in der Homöopathiegruppe 435 Tage. Verglichen mit 257 Tagen in der Placebogruppe (p = 0,010) und 228 Tagen in der Kontrollgruppe (p < 0,001).
  • 2-Jahres-Überlebensrate: Diese lag bei 45,1 % (Homöopathie), 23,4 % (Placebo) und 13,5 % (Kontrolle). Der Unterschied zwischen der Placebo- und der reinen Kontrollgruppe war statistisch nicht signifikant.

Fazit

Die Daten legen nahe, dass eine ergänzende homöopathische Behandlung die Lebensqualität von NSCLC-Patienten im Stadium IV verbessern und mit einer längeren Überlebenszeit einhergehen kann. Das Forschungsteam betont, dass weitere unabhängige Replikationsstudien notwendig sind — insbesondere unter Einbindung moderner immunonkologischer Therapieverfahren.

Die Studiendetails

Titel der Studie: Improved quality of life and prolonged survival with add-on homeopathic treatment in patients with non-small cell lung cancer: a prospective, randomized, placebo-controlled, double-blind, three-arm, multicenter study

Autoren: Michael Frass, Peter Lechleitner, Christa Gründling, Katharina Gaertner, Cornelia Duscheck, Ilse Muchitsch, Raj K. Manchanda, Otto C. Burghuber

Veröffentlichung: Supportive Care in Cancer, Band 34, Ausgabe 10 (Epub: 10. September 2026) – Zur Studie

Verlag & Gesellschaft: Die Zeitschrift wird vom angesehenen Wissenschaftsverlag Springer Nature herausgegeben und ist das offizielle Organ der Multinational Association of Supportive Care in Cancer (MASCC).

Thematischer Schwerpunkt: Der Fokus liegt auf der begleitenden und unterstützenden Behandlung von Krebspatienten (Supportive Care) – darunter das Management von Therapienebenwirkungen, Schmerztherapie, Palliativmedizin, Rehabilitation sowie Psychoonkologie.

Peer-Review-Verfahren: Alle eingereichten Arbeiten durchlaufen ein standardisiertes wissenschaftliches Begutachtungsverfahren (Peer Review) durch unabhängige Experten vor der Veröffentlichung.

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Thema: Lungenkrebs: Was eine aktuelle Studie zur Homöopathie zeigt