Berlin, 15. Juli 2026 | Homöopathen sind es gewohnt, Muster und Ähnlichkeiten wahr zu nehmen, schreibt Dr. med. Ulf Riker, 2. DZVhÄ-Vorsitzender, in seinem Kommentar über das Zustandekommen der GKV-Reform. In der Praxis werden Symptomenmosaike mit den Bildern homöopathischer Arzneien verglichen – in seinem Kommentar Ähnlichkeiten… überträgt Ulf Riker diese Methode auf die deutschen Politik.

Als Homöopathen sind wir gewohnt, Muster und Ähnlichkeiten wahr zu nehmen. Was wir in unseren Praxen täglich machen – Symptomenmosaike mit den Bildern homöopathischer Arzneien zu vergleichen – lässt sich auch im größeren, nämlich politischen Rahmen versuchen. Dabei müssen wir gar nicht – was in Anbetracht seiner Medienpräsenz denkbar wäre – Trump und seine erratische Politik mit ihren meist destruktiven Konsequenzen als Beispiel heranziehen. Wir können unmittelbar bei unserer deutschen Politik beginnen!

Zum Beispiel die geplante Änderung des Informationsfreiheitsgesetzes!  Wie DIE ZEIT vom 9.7.26 unter der Überschrift „Verdunkelungsgefahr“ beschreibt war dieses Gesetz bei Inkrafttreten im Jahr 2006 ein „großes Versprechen, dass die Bürger grundsätzlich einen Anspruch haben zu erfahren, was im Staat vor sich geht“. Und weiter: „Transparenz ist das Mindeste, was man von den Regierenden erwarten kann“. Der Beitrag endet mit dem Hinweis, dass das Gesetz „zwar eine Zumutung für den Staat sein mag – und doch eine der besten Ideen ist, um das Vertrauen in ihn zu stärken“.

Beim Zustandekommen des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes kann man den Eindruck haben, als wäre diese wünschenswerte Transparenz – quasi in vorauseilendem Vollzug – beim Thema Homöopathie bereits eingeschränkt worden: Vorschläge einer Finanzkommission – auf dem Boden absolut willkürlicher Begründung und miserabler Recherche – wurden unter Zeitdruck und Verweigerung fachlicher Beratung in teilweise chaotischem Stil durchgeboxt, obwohl absehbar ist, dass die angebliche Vorgabe finanzieller Einsparung so nicht erreichbar sein wird. Transparenzbeschränkung hier wie dort, nicht zu übersehende Ähnlichkeitsentsprechung, allerdings nicht mit Placebo-, sondern Nocebowirkung! Oder anders ausgedrückt: die Bundesregierung plant den Rückbau zu einem überholten Rechts- und Demokratieverständnis.

Anderes Beispiel: Ein auf Nachhaltigkeit und langfristige Klimaschutz zielendes „Heizungsgesetz“ des damaligen Wirtschaftsministers Habeck wurde als „Heizungshammer“ flächendeckend kaputtgeredet, aber inzwischen steht fest, dass seine positiven Auswirkungen nur wenige Jahre später als Beitrag zur Energiewende überzeugen. Demgegenüber beurteilt der Normenkontrollrat bereits kurz nach Verabschiedung des neuen Heizungsgesetzes der aktuellen Wirtschaftsministerin Reiche ihren Beitrag als „handwerklich schwächstes und praxisfernstes Vorhaben, das dem Rat in den vergangenen Jahren vorgelegt wurde“. Rückbau also anstelle vorausschauender Zukunftspolitik.

Inzwischen hat bereits der Vorsitzende der Finanzkommission., Prof. Gerlach darauf hingewiesen, dass die erwünschten Effekte des Gesetzes von Frau Warken möglicherweise nur bis 2028 wirksam sein würden, spätestens dann müssten weitere Maßnahmen ergriffen werden. Ähnlichkeit? Frau Reiche hat sich ihre Gutachten bei der fossilen Lobby besorgt, der sie nahesteht. Frau Warken ihrerseits verlässt sich auf die Einflüsterungen der organisierten Homöopathiegegner („Nichts drin“, „keine Evidenz“, “kann also weg!“) und verrät ihren eigenen Anspruch auf Evidenz, die eine sorgfältige Faktenrecherche zur Voraussetzung gehabt hätte. Anders ausgedrückt: Rückbau des in der Grundversorgung Bewährten

Sind diese Ähnlichkeiten zufällig, oder sind sie womöglich Ausdruck eines Zeitgeistes, der zunehmend autoritäre Züge trägt und an der schleichenden Erosion von Demokratien Anteil hat? Vielleicht doch noch ein Beispiel: Trump! Der greise „König“ regiert selbstgerecht, rücksichtslos, zerstört im Handstreich Verträge und internationale Konventionen und macht – siehe Irankrieg mit seinen weltweiten katastrophalen Folgen – kaputt, was er angeblich retten und besser machen wollte. Offenbar sind – Ähnlichkeit! – auch „Königinnen“ nicht vor Selbstüberschätzung gefeit und auf dem besten Wege, gesellschaftliche und politische Werte wie Glaubwürdigkeit, Vertrauen, Transparenz aufs Spiel zu setzen, wobei freilich die Zeche immer die anderen, die „Abhängigen“, die Abgehängten, die Patientinnen und Patienten, die Bürgerinnen und Bürger bezahlen, weil Politiker*innen meist keinerlei Haftung hinsichtlich der Folgen ihrer Entscheidungen übernehmen müssen.

Homöopathie wurde ohne Not, ohne fundierte Argumente, ohne fachlichen Austausch und ohne Rücksicht auf Verluste aus der GKV eliminiert. Trotz teils hämischer, teils zynischer Beschwichtigungen – wir nehmen Ihnen die Homöopathie nicht weg, sie dürfen sie auch weiterhin nutzen! – resultiert längerfristig und unter dem Strich eine schleichende Einschränkung bis Aufhebung der freien Therapiewahl, denn es ist wie beim Habeck`schen Heizungsgesetz: ist der Ruf – in diesem Fall der Homöopathie –  erst mal erfolgreich ruiniert werden sich nur noch wenige Ärztinnen oder Ärzte finden, die auch zukünftig die Nachfrage seitens der Patientinnen und Patienten erfüllen können, weil sie sich lieber weniger verpönten Behandlungsalternativen zuwenden. Auf diese hinterhältige Weise führt sich auch der Slogan des INH (Informationsnetzwerk Homöopathie, eine Clique selbsternannter „wissenschaftlicher“ Aufklärer) ad absurdum: „Wir klären auf, Sie haben die Wahl“. Wirklich? Die Strategie des INH zielt in seiner Penetranz von Anfang an darauf ab, Homöopathie komplett aus Köpfen und Herzen der Menschen zu tilgen; anderslautende Äußerungen sind bewusste Irreführung von Menschen, die sich für den Fall von Krankheit partout dem Herrschaftsanspruch einer Medizin nicht beugen wollen, die zwar viele Therapieerfolge möglich gemacht hat, aber mit obsessiver Härte Alternativen bekämpft, wenn sie ihrem angemaßten Recht auf Alleinvertretung zuwiderläuft.

Politik, die solche Entwicklungen zulässt oder unterstützt macht sich mitschuldig an Entwicklungen, die am Ende irreversibel sein könnten: geht Demokratie erst mal verloren, dann wird es ungleich schwieriger, sie wieder herzustellen! Geraten Klimaziele aus dem Fokus, dann werden Anpassungsanstrengungen an Klimawandel eines Tages unbezahlbar. Geht medizinisches Wissen, im konkreten Fall die Homöopathie, verloren, dann werden Menschen ohne entsprechende Alternative allein gelassen, wenn die konventionelle Medizin an ihre Grenzen stößt. Das Alles ist wohl nicht im Sinne einer vorausschauenden und wertebasierten Politik!

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Unsere Kampagne im Überblick: www.dzvhae.de/aktiv-werden-homoeopathie-gehoert-in-die-gkv