Fakten – neue Homöopathie-Studien zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen

Berlin, 4. März 2026. Fakten – neue Homöopathie-Studien zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen. In einer Serie stellt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) Fakten über Homöopathie in Praxis und Wissenschaft vor. Diese Themen werden auf dem DZVhÄ-Kongress vom 14.-16. Mai `26 vertieft. Der Kongress-Titel: Homöopathie als Chance in der Versorgung.

Dokumentierte Erfahrungen homöopathisch tätiger Ärztinnen und Ärzte zeigen die Wirksamkeit der Homöopathie in der Praxis. Doch diese Erfahrungen sollten auch durch eine stabile Studienlage bestätigt werden. Wie sieht es aus mit der oft gehörten Aussage, dass Homöopathie zur Vermeidung von Antibiotika-Resistenzen beitragen kann? Dieser Frage gehen die Wissenschaftler Dr. rer. nat. Marcus Reif, Medizinischer Biometriker, und Prof. Dr. sc. nat. Stephan Baumgartner, Physiker, in ihrem Kongress-Vortrag auf den Grund.

Vortrag: Homöopathie als Chance – Beiträge zu einer verantwortungsvollen Hausarztmedizin

Homöopathische Therapien regen über eine Stimulation körpereigener Regulationssysteme die Selbstheilungskräfte an. Dies erlaubt einen verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten wie Antibiotika, die als externe kausale Intervention nur in indizierten Situationen eingesetzt werden sollten. Die Homöopathie kann damit aus ihrem Selbstverständnis heraus konstruktiv zur Vermeidung der globalen Antibiotika-Resistenz-Problematik beitragen.

Für eine evidenzbasierte wissenschaftliche und politische Diskussion muss dieser Anspruch freilich mit Daten belegt werden. Hinsichtlich des Einsatzes von Homöopathika zur Vermeidung oder Verringerung einer Antibiotika-Therapie sind vor allem Studien wichtig, die homöopathische Therapien im Vergleich zu konventioneller Behandlung untersuchen.

Neuen Studien werden auf dem Kongress vorgestellt

Eine auf akute Infekte der oberen Atemwege fokussierte Literatursuche ergibt 10 solche Studien, in denen der Einsatz von Homöopathika signifikant (4 Studien) bzw. tendenziell (2) überlegen oder zumindest signifikant nicht unterlegen (4) war. Zusätzlich möchten wir Resultate von 2 weiteren neuen Studien vorstellen, einer multizentrischen, prospektiven, vergleichenden Beobachtungsstudie und einer Registerdatenanalyse mit 583 bzw. 18‘960 Patient:innen.

Kongressthema: Homöopathie als Chance

Die Homöopathie eröffnet neue Perspektiven für die medizinische Versorgung – in der Praxis wie in der Klinik, im Stall und sogar auf dem Feld.

➡️ Kongress bietet Antworten und Praxiswissen

Der Homöopathie-Kongress 2026, veranstaltet vom DZVhÄ in Kooperation mit WissHom, bietet Antworten auf drängende medizinische und gesundheitspolitische Fragen und vermittelt evidenzbasiertes Wissen, das sich direkt im Praxisalltag anwenden lässt.

➡️ Therapienotstände überbrücken

Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachrichtungen zeigen, wie sich Therapienotstände mithilfe der Homöopathie überbrücken lassen.

➡️ Wenn Leitlinien an Grenzen stoßen

Sie präsentieren konkrete Ansätze für Situationen, in denen Leitlinien an der Realität scheitern – und wie durch Erfahrung und Augenmaß ein verantwortungsvoller Umgang mit Antibiotika möglich ist.

➡️ Erweiterung des Methodenspektrums

Die Medizin steht vor der Aufgabe, ihr Methodenspektrum zu erweitern, um den wachsenden Herausforderungen durch zivilisatorische und altersbedingte Erkrankungen begegnen zu können. Mehr echte Prävention und die Integrative Medizin sind zentrale Bausteine der Lösung – aktuelle Studien und Forschungsprojekte belegen das eindrucksvoll.

Hier online anmelden: www.homoeopathie-kongress.de/anmeldung

Zum Nachlesen

DZVhÄ-Kongress: www.homoeopathie-kongress.de

Studienübersicht: www.faktencheck-homöopathie.de

Universität Bern: www.ikim.unibe.ch/forschung

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2026-03-04T12:33:28+01:00

DZVhÄ zu den Streichplänen von KBV-Chef Gassen

Berlin, 24. Februar 2026. Dr. med. Ulf Riker, 2. DZVhÄ-Vorsitzender, bezieht zu den Streichplänen von KBV-Chef Andreas Gassen Stellung. Gassen hatte am 22. Feruar ’26 öffentlich vorgeschlagen, alle freiwilligen Satzungsleistungen inklusive Homöopathie komplett zu streichen, um einen Beitrag zur Kostendämpfung im Gesundheitswesen zu leisten. 

Freiwillige Leistungen sind, wie der Name schon sagt, freiwillig, und die Kassen unterscheiden sich darin im Sinne eines freien Wettbewerbes. Wollte man diesen Wettbewerb beenden, dann könnte man auch gleich den Vorschlag machen, eine einzige, einheitliche gesetzliche Krankenversicherung für Alle einzuführen. Aber Herr Gassen geht in seiner „Hau-Ruck-Forderung“ auch äußerst undifferenziert vor: neben der Homöopathie hat er relevante Vorsorgeleistungen auf seiner „Abschussliste“: z.B. kann professionelle Zahnreinigung nicht nur Karies und Parodontose vorbeugen, sondern auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder später teuren Zahnersatz. Oder Gesundheitskurse: sicher sind nicht alle Angebote sinnvoll, aber viele eben doch! Zum Beispiel Rückenschule oder Anleitungen zur Stressreduktion zielen darauf ab, dass sich Menschen unter Anleitung besser um ihre eigene Gesundheit kümmern, was maßgeblich die eigene Motivation sowie Übernahme von Eigenverantwortung fördert.

An Maßnahmen zur Prävention zu sparen, verlagert anfallende Kosten nur in die Zukunft, während strukturelle Gründe für die aus dem Ruder laufenden Kosten unberücksichtigt bleiben.

Dass Herr Gassen im Übrigen gegen Homöopathie wettert ist nichts Neues! Erst jüngst haben wir ihn schriftlich gebeten, uns zu erklären, auf welcher Faktenbasis er Homöopathie für Unfug hält, auf eine Antwort warten wir bis heute.

Die Angebote auf seiner Streichliste seien „nice to have“, aber im Grunde überflüssig. Was sagt der DZVhÄ dazu?

Für einen Orthopäden und Unfallchirurgen wie Herrn Gassen geht es naturgemäß um`s Handeln, wenn eine Krankheit manifest oder zum Notfall geworden ist. Das ist auch völlig in Ordnung, nur sollte Herr Gassen dann auch die Grenzen seiner fachlichen Zuständigkeit berücksichtigen.

Homöopathie wünschen sich die Patienten nicht als zusätzlichen kleinen Luxus, sondern weil sie die Wirksamkeit entweder selbst oder in ihrem privaten Umfeld erlebt haben. Nicht selten sogar dann, wenn die konventionelle Medizin an ihre Grenzen gestoßen ist. Darüber hinaus möchten Patienten, dass die Kostenträger nicht nur die Folgen von Fehlernährung, Alkoholkonsum, Rauchen, Bewegungsmangel oder auch von potenziell risikoträchtigen Sportarten ganz selbstverständlich bezahlen, sondern dass auch ihr eigenes Verständnis von Gesunderhaltung und der Wunsch nach Therapievielfalt inklusive Homöopathie im Krankheitsfall entsprechend Berücksichtigung findet. Das ist nicht „nice to have“, sondern gerecht und eine Forderung nach Schutz individueller Rechte.

Warum soll Homöopathie als Kassenleistung erhalten bleiben?

Homöopathie ist wirksame Arzneitherapie! Anders als noch vor 15 oder 20 Jahren liegen heute ausreichend Ergebnisse aus unterschiedlichen Bereichen der Forschung und Wissenschaft vor, die eine eindeutige Wirkung über Placeboeffekte hinaus belegen! Man kann diesen Tatbestand zwar aus weltanschaulichen Gründen oder wegen „fehlender Plausibilität“ eines Wirkprinzips negieren, aber das ist kein solides wissenschaftliches Vorgehen, sondern im Grunde Willkür und Messen mit zweierlei Maß.

Die Versorgungsforschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Homöopathie z.B. im Bereich von Erkrankungen der Atemwege, des Bewegungsapparats, aber auch bei wichtigen psychischen Erkrankungen zu denselben oder sogar besseren Behandlungsergebnissen führt als bei rein konventioneller Therapie. Die Notwendigkeit des Einsatzes z.B. von Antibiotika lässt sich mit Homöopathie reduzieren und auch bei diversen anderen Medikamenten kann die Dosierung und damit auch das Nebenwirkungsprofil minimiert werden. Auch die Kosteneffizienz von Homöopathie ist dokumentiert.

Dies sind die Gründe, warum Homöopathie als Kassenleistung erhalten bleiben muss! Hinzu kommt: Homöopathie hat Vorteile, keine Nachteile, hat sich bewährt und ist in ärztlicher Hand eine sichere Behandlungsoption.

Wesentliches Kriterium einer guten Medizin ist, ob sie evidenzbasiert ist. Was hat die Homöopathie hier zu bieten?

Die Kriterien einer evidenzbasierten Medizin sind ziemlich klar: es geht erstens darum, die Wünsche und Wertvorstellungen der Patienten im Krankheitsfall zu berücksichtigen, zweitens um die entsprechende Qualifikation und Erfahrung der Ärztinnen und Ärzte (interne Evidenz) und drittens um die bestmögliche (externe) Evidenz aus wissenschaftlichen Studien. Dass Homöopathie als Therapieoption in der Bevölkerung gewünscht wird haben Umfragen längst belegt. Dem Thema Qualifikation widmet sich der DZVhÄ seit Jahrzehnten im Rahmen seiner Ausbildungs-Curricula und mit zahlreichen hochqualifizierten und praxiserfahrenen Dozentinnen und Dozenten. Qualitätszirkel, Inter- und Supervisionen halten das erreichte Qualitätsniveau hoch. Und was die externe Evidenz betrifft: noch nie war Studienlage so hochkarätig und eindeutig wie heute. Das umfasst die Grundlagenforschung sowie die bereits erwähnte Versorgungsforschung genau so wie Ergebnisse aus RCT`s bis hin zu einem Systematischen Review. Wer heute noch behauptet, es gebe keine wissenschaftlichen Studien, der setzt wahrheitswidrig fake-news in die Welt, was einer sachlichen und faktenbasierten Auseinandersetzung entgegensteht!

Können die „freiwilligen Satzungsleistungen“ dazu beitragen, zukünftige Therapiekosten zu reduzieren, und wenn ja, warum?

Im Falle der Homöopathie ist gesichert, dass es sich um eine kosteneffiziente Therapieform handelt. Dies setzt voraus, dass Homöopathie in ärztlicher Hand konsequent, längerfristig und sowohl im akuten wie chronischen Krankheitsfall zur Anwendung kommt. Kostenaufwändig ist in erster Linie die homöopathische Anamnese, die sowohl akute und chronische Krankheitssymptome, die gesundheitliche Biografie und die Konstitution eines Patienten berücksichtigt. Auf diese ausführliche Erst-Anamnese kann im weiteren Verlauf – zeit- und kostensparend – immer wieder zurückgegriffen werden. Darüber hinaus kann auch ein differenziertes Gesundheitsbewusstsein bei den Patienten sowie deren Fähigkeit zur homöopathischen Selbstbehandlung bei weniger schweren Alltagsbeschwerden zu einer längerfristigen Kostendämpfung beitragen.

Dass präventive Maßnahmen wie die genannte professionelle Zahnreinigung oder Gesundheitskurse dazu beitragen, Anfälligkeiten zu beseitigen oder konstitutionelle Schwachstellen zu entschärfen entspricht dem Anspruch und Ziel von Prävention. Jede Vorbeugung kann die spätere Entwicklung von Komplikationen oder Chronifizierung verhindern und damit wesentlich teurere Folgekosten für aufwändige Therapien reduzieren. Nicht zuletzt aus diesem Grunde wurde Prävention auch ausdrücklich im Koalitionsvertrag der aktuellen Regierungskoalition aus CDU/CSU und SPD für den Bereich „Gesundheit“ verankert. Hier zu „sparen“ wäre daher in jedem Falle kontraproduktiv!

Können dadurch am Ende auch viel teurere Folgekosten verhindert werden?

Selbstverständlich! Das Gesundheitsbewusstsein derjenigen Patienten, die Homöopathie als ihre Therapieform wünschen, ist ein wertvolles Pfund, wenn man Gesundheit langfristig denkt. Die überwiegende Mehrzahl der Patienten, die wir in unseren Praxen haben legen nicht nur Wert auf Therapievielfalt, sondern auch auf Selbstwirksamkeit. Was kann ich selbst zu meiner Gesundheit beitragen.  Es ist kurzsichtig, diesen Aspekt zu übersehen.

Ganz abgesehen davon, dass ohne Homöopathie die Krankheiten ja trotzdem behandelt werden müssen, dann eben im Rahmen der konventionellen Medizin und wie wir wissen mit den entsprechend hohen und aus dem Ruder laufenden Kosten!

Aber ein großer Teil dieser Leistungen dienen auch der Krankheitsprävention, einem ganz zentralen Ziel der aktuellen Gesundheitspolitik, weil gerade Investitionen in Prävention dazu beitragen sollen, spätere viel höhere Therapiekosten zu vermeiden.

Hintergrund zur Homöopathie-Debatte.

Homöopathie? Wir haben Herrn Gassen erst vor Kurzem schriftlich um Auskunft gebeten, aufgrund welcher wissenschaftlichen Fakten er sich eigentlich gegen Homöopathie ausspricht. Wir haben bis heute keine Antwort bekommen, das ist das eine. Das andere ist: es gab noch nie in den letzten 20 Jahren so viele und eindeutige wissenschaftliche Ergebnisse aus der Forschung, die zeigen, dass H. über den Placeboeffekt oder irgendeinen Glaubensaspekt hinaus wirksam ist.

Es wird im Zusammenhang mit Homöopathie regelmäßig mit zweierlei wissenschaftlichem Maß gemessen: zahlreiche anerkannte Verfahren der konventionellen Medizin lassen eine ausreichend hohe wissenschaftliche Evidenz vermissen, werden aber trotzdem von den Kassen bezahlt. Von Überversorgung in Diagnostik und Therapie mal ganz zu schweigen. Homöopathie kann sich auf Ergebnisse aus der Grundlagenforschung berufen, aber auch auf Ergebnisse der Versorgungsforschung.

Erst vor 2 Jahren wurde ein systematischer Review veröffentlicht, ein wissenschaftliches Instrument, das an der Spitze der wissenschaftlichen Qualitätshierarchie steht. Dieser Review kommt zu dem Ergebnis: Homöopathie wirkt über den Placebo-Effekt hinaus. Solche Ergebnisse schlicht und einfach zu ignorieren, wie es Herr Gassen tut, ist reine Willkür und somit auch nicht wissenschaftsbasiert. Zum Review.

 

 

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2026-02-25T16:56:45+01:00

Fakten – Homöopathie ist wirksame und wissenschaftsbasierte Medizin

Berlin, 12. Februar 2026. Fakten – Homöopathie ist wirksame und wissenschaftsbasierte Medizin. In einer Serie stellt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) Fakten über Homöopathie in Praxis und Wissenschaft vor. Vertieft werden diese Themen auf dem DZVhÄ-Kongress vom 14.-16. Mai `26 – Kongress-Titel: Homöopathie als Chance in der Versorgung.

Die homöopathische Therapie eröffnet neue Perspektiven für die medizinische Versorgung – in der Praxis, in der Klinik und im Stall. In der ärztlichen Praxis zeigen sich therapeutische Erfolge, die nicht durch Placebo zu erklären sind. Weder Zuhören noch Zuckerpillen heilen chronische Krankheiten oder Wunden. Dokumentierte Erfahrungen homöopathisch tätiger Ärztinnen und Ärzte belegen die Wirksamkeit der Homöopathie in der Praxis – bestätigt durch eine stabile Studienlage.

Homöopathie in der Versorgung

Die Medizin steht vor der Aufgabe, ihr Methodenspektrum zu erweitern, um den wachsenden Herausforderungen durch zivilisatorische und altersbedingte Erkrankungen begegnen zu können. Auf dem DZVhÄ-Kongress 2026 (Köthen, 14.-16. Mai) wird der Blick in die homöopathische Praxis geworfen und aktuelle Entwicklungen vorgestellt und diskutiert. Beispiele:

➡️ Dr. med. Christian Lucae, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Sein Thema: Homöopathie als Chance in der kinderärztlichen Praxis. Dr. Lucea berichtet,

  • wie Homöopathie in eine kinderärztliche Praxis integriert werden kann
  • schildert prägnante Fallbeispiele zu akuten und chronischen Erkrankungen und
  • analysiert, welche Chancen Homöopathie in der kinderärztlichen Praxis in Zukunft haben könnte.

➡️ Dr. med. Stefanie Jahn, Fachärztin für Anästhesiologie. Ihr Thema: Schmerztherapie im multimodalen Setting. Dr. Jahn: „Längst hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass die rein körperliche Therapie chronifizierter Schmerzen weder ausreichend noch nachhaltig ist.“ In Deutschland erfolgt die Behandlung multimodal durch ein interdisziplinäres Behandlungsteam und nach einem Bio-Psycho-Sozialen Schmerzmodell. Kernpunkte des Vortrags von Dr. Jahn:

  • ob und wie die Homöopathie eine Behandlungsoption sein könnte,
  • als Diskussionsgrundlage werden die ganzheitliche Behandlungsweise der Homöopathie, Behandlungswünsche von Betroffenen und Erkenntnisse aus der Placeboforschung dargestellt.

Die wissenschaftliche Basis der Homöopathie in der Praxis

„Fasst man den aktuellen Stand der präklinischen und klinischen Forschung zusammen, kann man schlussfolgern, dass homöopathische Präparate spezifische Wirkungen zeigen, die sich von Placebo unterscheiden, wenn sie adäquat eingesetzt werden.“ Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Universität Bern, die sich seit Jahren mit der Homöopathie-Forschung auseinandersetzen. Dieses Fazit wird zum Beispiel durch diese Studien untermauert:

  • Qualitativ hochwertige Studien legen den Schluss nahe, dass mit einer zusätzlichen zur Standardtherapie durchgeführten homöopathischen Behandlung, der Gesundheitszustand, die Lebensqualität und die Lebensdauer von Krebspatienten verbessert werden kann. Die Studienlage hat dazu geführt, dass die Homöopathie als Behandlungsoption in die ärztliche Leitlinie „Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patienten“ aufgenommen wurde.
  • Um einen umfassenden Überblick über die aktuelle Studiensituation zu erhalten, werden in systematischen Übersichtsarbeiten (= systematisches Review) verfügbare Studien gemäß einem festgelegten methodischen Vorgehen analysiert und ihre Qualität kritisch bewertet. Die Ergebnisse der gemeinsam ausgewerteten Studien werden in einer Metaanalyse zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst. Ein Forscherteam hat 2023 eine solche methodisch hochwertige Metaanalyse zur Homöopathie veröffentlicht. Das Ergebnis: Nach Auswertung sämtlicher eingeschlossener Studien gibt es einen statistisch signifikant positiven Therapieeffekt über eine Placebowirkung hinaus.

Zum Nachlesen

DZVhÄ-Kongress: www.homoeopathie-kongress.de

Studienübersicht: www.faktencheck-homöopathie.de

Universität Bern: www.ikim.unibe.ch/forschung

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2026-02-13T10:09:32+01:00

DZVhÄ-Managementgesellschaft geht ab Januar 2026 an die PVS Holding

Berlin, 29. Januar 2026. Die DZVhÄ-Managementgesellschaft für Gesundheitsleistungen (MGL) geht ab Januar 2026 an die PVS Holding. Die MGL ist seit rund 20 Jahren erfolgreich auf dem Gesundheitsmarkt im Bereich Selektivverträge Homöopathie und Integrativer Medizin tätig. Durch die PVS-Übernahme ändert sich für Leistungserbringer zunächst nichts.

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) ist mit der MGL-Managementgesellschaft für Gesundheitsleistungen seit 20 Jahren mit dem Angebot der Selektivverträge Homöopathie und Integrative Medizin auf dem Gesundheitsmarkt erfolgreich. Bereits 2/3 aller gesetzlichen Krankenkassen sind ihre Vertragspartner. Im Fokus steht dabei die Sicherstellung einer besonders qualitätsgesicherten flächendeckenden Versorgung, eine rechtssichere Vertragslage und ein angemessenes Honorar für die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte.

Um die Ressourcen des DZVhÄ künftig noch gezielter im Bereich der politischen Vertretung und der Weiter- und Fortbildung zu bündeln und die Selektivverträge durch einen starken Partner weiterzuentwickeln, wird die MGL, gemäß dem Beschluss der Delegiertenversammlung I/2025, zum 1. Januar 2026 an die PVS Holding (Gesellschafter der PVS Pria) übergehen.

Die bewährten Strukturen bleiben bestehen

Die an den Verträgen teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte können sich weiterhin auf eine starke MGL in der Trägerschaft der PVS verlassen, weiterhin unterstützt durch den DZVhÄ. Die Qualifikationsvoraussetzungen, Honorare für ärztliche Leistungen, Verwaltungskostengebühren für teilnehmende Praxen und DZVhÄ-Mitglieder bleiben stabil. Auch die Spendenmöglichkeiten und Unterstützungen der Homöopathie-Forschung werden unter dem Dach der PVS fortgeführt. Der DZVhÄ begleitet die PVS Holding bei weiteren Honorarverhandlungen mit den Kassen und bei Neuabschlüssen von Verträgen.

PVS Pria wickelt wie gehabt die Abrechnung mit den Kassen ab

Diplomanträge und -verlängerungen werden weiterhin vom DZVhÄ und seinen Landesverbänden bearbeitet. Der MGL-Arztservice ist nach wie vor zuständig für alle Fragen rund um die Selektiv-Verträge, für die Registrierung und Änderung von Stammdaten teilnehmender Ärztinnen und Ärzte sowie die Prüfung der Fortbildungsverpflichtungen.

Zur MGL-Webseite: www.mgl-gesund.de

PVS Pressemitteilung 

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Thema: DZVhÄ-Managementgesellschaft geht ab Januar 2026 an die PVS Holding

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2026-01-29T11:45:11+01:00

LIMed verdoppelt Zahl der Sitze bei der Kammerwahl in Niedersachsen

Berlin, 28. Januar 2026. Bei der Wahl der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN, 27.11. – 11.12.2025) konnte die Liste Integrative Medizin (LIMed) ihre Sitze verdoppeln. Außerdem wurde Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Diana Steinmann am 22. Januar 2026 in den Vorstand der Ärztekammer gewählt.

Die Liste Integrative Medizin (LIMed) erzielt bei den Kammerwahlen 2025 der ÄKN einen herausragenden Erfolg: Die Sitzzahl steigt von zwei auf vier Delegierte. Dieses Ergebnis ist ein deutliches Signal für die wachsende Bedeutung integrativer Medizin innerhalb der Ärzteschaft und bestätigt das große Engagement der niedersächsischen LIMed-Gruppe.

Gewählt wurden:

  • Göttingen/Hildesheim: Dr. med. Susanne von Ohlen
  • Hannover: Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Diana Steinmann
  • Braunschweig: Prof. Dr. med. Christoph Wiese
  • Wilhelmshaven/Oldenburg: Ein Sitz ist erreicht; die Besetzung wird noch entschieden

Integrative Medizin im ÄKN-Vorstand gestärkt

Ein bedeutendes Zeichen für die integrative Medizin setzte die Wahl von Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Diana Steinmann am 22. Januar 2026 in den Vorstand der Ärztekammer Niedersachsen. Dieser Erfolg ist das Ergebnis kontinuierlicher Vernetzung und vertrauensvoller Zusammenarbeit in der vorherigen Legislatur.

Christiane Qualmann, in der vergangenen Legislatur LIMed-Delegierte, wurde diesmal für den Hausärztinnen- und Hausärzteverband in die Ärztekammer gewählt. Durch die enge Kooperation und das gewachsene gegenseitige Vertrauen in sachorientierte, fachlich fundierte Arbeit konnte Diana Steinmann als LIMed-Kandidatin für den Vorstand nominiert und schließlich mit deutlicher Mehrheit gewählt werden.

Der Erfolg zeigt, wie wichtig beharrliches Engagement, Teamarbeit und professionelle, sachorientierte Arbeit innerhalb der ärztlichen Selbstverwaltung sind. LIMed dankt Christiane Qualmann und Diana Steinmann herzlich für ihren Einsatz in der vergangenen Legislatur und wünscht allen Delegierten der Ärztekammer Niedersachsen viel Erfolg für die kommenden Aufgaben.

Ihre Wahl macht deutlich: Integrative Perspektiven gewinnen in der ärztlichen Selbstverwaltung zunehmend an Gewicht.

Wer ist LIMed?

Die Liste Integrative Medizin entstand 2019/2020 aus einer Basisbewegung in Bremen und Niedersachsen und setzt sich dafür ein, dass integrative Therapieverfahren in den Ärztekammern sachlich, evidenzorientiert und qualitätsgesichert vertreten sind. LIMed engagiert sich für eine faire Bewertung integrativer Methoden, für Weiterbildungsstrukturen unter Kammeraufsicht und für eine pluralistische, patientenorientierte Medizin.

LIMed ist bundesweit in 11 Ärztekammern vertreten und entwickelt sich zunehmend zu einer maßgeblichen Stimme für die integrative Medizin in der berufspolitischen Landschaft Deutschlands. www.hufelandgesellschaft.de/limed

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2026-01-29T13:26:03+01:00

DZVhÄ-Interview mit MdB Dr. Pilsinger über Homöopathie und wichtige Reformen

Berlin, 12. Januar 2026. DZVhÄ-Interview mit Dr. Stephan Pilsinger (CSU), Bundestagsabgeordneter, Mitglied im Gesundheitsausschuss und Arzt. Dr. Pilsinger spricht sich im Interview klar für den Erhalt der Homöopathie im GKV-System aus.

❔ Herr Dr. Pilsinger, Sie sind Gesundheitspolitiker und Arzt: Welche Kriterien sind für Sie besonders wichtig, damit unser Gesundheitssystem bezahlbar bleibt und gleichzeitig dafür Sorge getragen wird, dass Menschen selbstbestimmte „Aktivisten“ ihrer eigenen Gesundheit bleiben können?

Wir geben im Vergleich zu anderen Industrienationen sehr viel Geld für die Gesundheit pro Kopf aus. Aber die Ergebnisqualität ist – gerade mit Bezug auf Krankheitslast und Lebenserwartung – nicht gut. Um das zu ändern, müssen wir auf der einen Seite in unserem weit verzweigten Gesundheitssystem die Effizienzen steigern, z.B. durch das geplante Primärarztmodell. Zum anderen müssen wir viel stärker die Prävention mitdenken. Unser System muss viel mehr daran arbeiten, dass die Menschen erst gar nicht krank und behandlungsbedürftig werden, statt dass auch vermeidbare Erkrankungen mit viel Aufwand und Geld auskuriert werden müssen.

❔ Die SPD hat unter Karl Lauterbach 2024 für eine Elimination der Homöopathie als Kassenleistung argumentiert. Nun sind es aktuell die GRÜNEN, die mit nahezu identischen Argumenten dasselbe fordern. Wie positionieren sich an diesem Punkt Vertreterinnen und Vertreter von CDU und CSU?

Die Grünen argumentieren im Kern damit, dass Homöopathie nicht mehr als freiwillige Kassenleistung übernommen werden darf, weil aus ihrer Sicht derzeit kein wissenschaftlicher Nutzen für diese Methode nachgewiesen werden könne. Dabei wird in dieser Debatte mit zweierlei Maß gemessen: Wenn es den Grünen wirklich nur um wissenschaftliche Nachweise ginge, müssten auch andere schulmedizinische Behandlungen, wie z.B. diverse Rückenoperationen, deren Wirksamkeit hochumstritten ist, auf den Prüfstand gestellt werden. Außerdem handelt es sich bei der Erstattung von Homöopathie um eine freiwillige Satzungsleistung einiger Krankenkassen. Ich finde, jede Krankenkasse sollte selbständig entscheiden können, welche Leistung sie als Satzungsleistung anbieten will. Ein gewisser Wettbewerb um die besten Konzepte tut auch den gesetzlichen Krankenkassen gut.

❔ Wie erleben Sie persönlich die kontroverse öffentliche Diskussion rund um die Homöopathie? Wird sie Ihrer Meinung nach ausreichend sachlich und faktenorientiert geführt? Und was bedeutet es für Sie als Politiker, wenn innerhalb kürzester Zeit 200.000 Menschen eine Bundestags-Petition („Weil’s hilft“) unterzeichnen und damit zum Ausdruck bringen, dass sie Homöopathie als kassenfinanzierte Behandlungsoption auch in Zukunft in Anspruch nehmen möchten?

❕ Diese Diskussion wird von einigen Seiten schon sehr subjektiv und auf Basis von Vorurteilen geführt – nach dem Motto „Diese Spinner mit ihren Zuckerkügelchen!“. Das ist nicht fair und wird dem wissenschaftlichen Ernst der Homöopathie auch nicht gerecht. Als Gesundheitspolitiker führe ich regelmäßig Gespräche mit Vertretern der evidenzbasierten Homöopathie und weiß daher, dass die Mehrheit der homöopathisch agierenden Ärzte seriös ist. Klar gibt es in der Szene auch schwarze Schafe, die durch entsprechende Medienberichte leider die ganze Branche in ein schlechtes Licht rücken. Das ist schade und sollte umso mehr motivieren, diese schwarzen Schafe auszusortieren – im Übrigen insbesondere aus der Verbandsszene der Homöopathie selbst heraus.

❔ Würden Sie den Vorwurf vieler Menschen im Lande teilen, dass es sich bei den Anträgen von SPD und aktuell von den GRÜNEN um eine de facto Einschränkung des Selbstbestimmungsrechtes der Menschen „durch die Hintertüre“ handelt, also um eine Art Bevormundung?

❕ Wenn Homöopathie sozusagen „von Staats wegen“ als Kassenleistung verboten würde, wogegen ich mich klar ausspreche, wäre das schon eine Einschränkung der Wahlfreiheit der Patienten und ein Verlust medizinischer Methodik. Wie gesagt: Wenn Homöopathie auf evidenzbasierten Erkenntnissen beruht und wirkt, dann sollte das auch von der Politik anerkannt werden und eine Erstattung durch die Kassen zumindest optional möglich bleiben.

❔ Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung heißt es unter Anderem „Wir unterstützen Forschung und Versorgung zur Naturheilkunde und Integrativen Medizin zur Präventionsförderung.“ Prävention ist ohne Zweifel ein Hebel zur Kostendämpfung und damit enorm wichtig. Können Sie nachvollziehen, dass Homöopathie-affine Menschen einen besonders differenzierten Bezug zu Selbstwirksamkeit als Mittel zur Prävention haben? Und wie könnte Ihrer Meinung nach Homöopathie in die Forschung zur Prävention einbezogen werden?

❕ Dass Homöopathie-affine Menschen besonderen Wert auf Prävention bei sich selbst legen und sich das auch was kosten lassen, beobachte ich auch. Ist ja auch gut so! Die Frage einer intensiveren Einbindung von Homöopathie in die Forschung zur Prävention sollten wir bei dem geplanten Präventionsgesetz mitdenken, das wir in dieser Wahlperiode auch noch angehen wollen. Da sind wir als Politiker auf Ihre Expertise angewiesen.

❔ Ein Aspekt einer grundlegenden Reform des Gesundheitssystems könnte die vollständige Integration besonderer Therapierichtungen in die GKV als Modell-Projekt sein. Über fünf Jahre Daten sammeln und dann entscheiden, ob dies eine gute Option ist. In der Schweiz wurde dies gemacht – mit einem positiven Ausgang für Homöopathie und weitere Methoden. Ist so ein Vorgehen für Sie vorstellbar?

❕ Wissenschaftlich aufbereitete Daten im Bereich der Homöopathie z.B. über fünf Jahre sammeln und entsprechend aufbereiten, hört sich für mich gut an. Das nennt sich dann Evaluation. Wenn die Evaluation positive Ergebnisse bringt, sollten wir diese oder jene Methode implementieren.

Sehr geehrter Herr Dr. Pilsinger, wir bedanken uns sehr für Ihre Zeit und Bereitschaft, unsere Fragen zu beantworten.

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2026-01-19T08:15:33+01:00

Acht Fragen an KBV-Chef Andreas Gassen

Berlin, 17. Dezember 2025. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. med. Andreas Gassen, fordert in einem Agenturbericht am 13. Dezember das Aus der Homöopathie als Kassenleistung. Da Gassen fordert und nicht wissenschaftsbasiert begründet, hat sich der DZVhÄ mit diesen acht Fragen an ihn gewendet:

  1. Auf welche Fakten stützen Sie Ihre Aussage, es gebe für Homöopathie keine Evidenz? (Bitte nennen Sie Ihre Quellen!) Welche Definition von Evidenzbasierter Medizin liegt Ihrer Einschätzung zu Grunde?
  2. Welche konkreten Argumente veranlassen Sie, vorliegende RCT´s, Metaanalysen sowie das Umbrella Review ebenso zu ignorieren wie z.B. Ergebnisse aus der Grundlagenforschung?
  3. Sinn und Zweck von kontrollierten Doppelblindstudien (RCT`s) ist die Beurteilung von Wirksamkeit jenseits eines Placebo-Effektes. Wo sehen Sie die Unterschiede zwischen „Glauben an Homöopathie“ einerseits und Placebo-Effekten in nahezu allen Bereichen der konventionellen Medizin andererseits?
  4. Wie kommen Sie auf die Zahl von 50 Mio. Euro, die gesetzliche Krankenversicherungen jährlich für Homöopathie ausgeben? (Bitte geben Sie auch hier Ihre Quellen an). Worin besteht Ihre Kritik an den dargelegten gesundheitsökonomischen Studien zum Einsparpotenzial der Homöopathie?
  5. Wie begründen Sie die Forderung, dass politisch (z.B. durch die Gesundheitsministerin) über Fragen der Wissenschaft und Ergebnisse der Forschung entschieden werden sollte?
  6. Als Verbandsfunktionär müssen Sie auch über Kosteneffizienz nachdenken. Wie können Sie es vertreten, Ihren homöopathisch – integrativ arbeitenden Kolleginnen und Kollegen ökonomisch verantwortungsvolles Arbeiten abzusprechen, indem Sie die Politik dazu aufrufen, bei der Homöopathie restriktiv einzugreifen?
  7. Arzneimittelkosten explodieren vor Allem dadurch, dass neue, noch patentgeschützte Medikamente in die Anwendung drängen und von den Krankenkassen bezahlt werden müssen, obwohl ihr Zusatznutzen und damit auch ihre Evidenz noch gar nicht beurteilt werden können. Welche realistischen Vorschläge zur Kostendämpfung gibt es hierzu von Ihrer Seite?
  8. Patienten haben in ihrer jeweiligen Krankheit ein Recht auf Schutz ihrer individuellen Rechte bzw. Ihrer Selbstbestimmung im Sinne einer „Informierten Entscheidung“ sowie darauf, dass ihre Ärzte ihrer Mitverantwortung für den individuellen Therapieverlauf gerecht werden können. Können Sie nachvollziehen, dass Ihre öffentliche Wortmeldung contra Homöopathie das Vertrauensverhältnis von Patient*innen und Ärztinnen und Ärzten empfindlich stören kann. Ist dies Ihrer Meinung nach mit ärztlicher Ethik vereinbar?

Monika Kölsch und Dr. Ulf Riker, Vorsitzende des DZVhÄ: „Uns liegt sehr daran, in einen sachlichen und faktengestützten Dialog mit Ihnen als Verbandsvertreter sowie der Ärzteschaft, der Politik und der interessierten Öffentlichkeit zu kommen und wir gehen davon aus, dass Sie das ähnlich sehen. Daher freuen wir uns auf Ihre Antworten.“

Über den weiteren Verlauf der Kommunikation mit KBV-Chef Dr. Andreas Gassen wird hier berichtet.

 

 

2025-12-17T17:51:39+01:00

ARD-Quarks Beitrag zur Homöopathie entbehrt wissenschaftlicher Seriosität

Berlin, 15. Dezember 2025. Das ARD-Wissenschaftsformat Quarks äußert sich am 6. Dezember ausführlich auf Instagram zur Homöopathie. Diesen Beitrag kann der Deutsche Zentralverein homöopathisher Ärzte (DZVhÄ) nicht unkommentiert stehen lassen, da Quarks die wissenschaftliche Datenlage komplett ausblendet und als Erklärung für die Wirksamkeit lediglich den Hinweis auf das „Daran glauben“ gibt. 

In der Diskussion um Homöopathie stand lange Zeit der Vorwurf im Raum, in homöopathischen Arzneien sei „nichts drin, also kann auch nichts dran sein“. Außerdem gebe es keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der Methode. Beide Argumente sind nicht stichhaltig: zum einen sind in niedrig potenzierten Arzneien (D4 – D12) rein rechnerisch durchaus noch Moleküle einer Ausgangssubstanz enthalten. Zum anderen liegen inzwischen viele Ergebnisse aus der Grundlagenforschung, Versorgungsforschung sowie klinischen wissenschaftlichen Studien (6 Metaanalysen sowie ein systematischer Review) vor, die hinsichtlich methodischer Strenge, Transparenz und statistischer Validität den Vergleich mit entsprechenden Arbeiten aus der konventionellen Medizin nicht zu scheuen brauchen. Mehrheitlich kommen diese Arbeiten zum Ergebnis, dass homöopathische Arzneien über den Placebo-Effekt hinauswirken. Die gefundene Evidenz steht in direktem Kontrast zur Tatsache, dass die wissenschaftlichen Belege in dem Quarks Beitrag konsequent ignoriert oder negiert werden. Ein solches Vorgehen entbehrt wissenschaftlicher Seriosität.

Wo bleibt die wissenschaftliche Neugier?

Darüber hinaus wird der Homöopathie die Scientabilität generell abgesprochen, und zwar ausschließlich auf Grund der Tatsache, dass es – noch! – keine eindeutige Klärung eines Wirkprinzips gibt. Eigentlich wäre gerade das eine besondere wissenschaftliche Herausforderung: mit großer Neugier und unter Einsatz aller Möglichkeiten herauszufinden wie es sein kann, dass die klinische Praxis Heilungsverläufe zeigt, die sich herkömmlichen linearen Modellen von Kausalität widersetzen (ein Phänomen übrigens, das wir auch in anderen Bereichen der Medizin finden können!)

Die einfache Schlussfolgerung von „Quarks“, dass sich beschriebene Heilungen ausschließlich auf „Empathie“ und „gründliche Anamnesen“ zurückführen ließen ist ein durchaus plausibles Denkmodell, berücksichtigt aber genau nicht die Tatsache, dass die überwiegende Mehrzahl der methodisch hochwertigen Studien randomisiert, doppelblind und placebokontrolliert durchgeführt wurden, also so angelegt waren, dass subjektive Einflüsse („Glaube“, „Setting-Faktoren“ etc.) explizit ausgeschlossen waren.

Die Praxis der Homöopathie ist nicht mit Placebo erklärbar

Die Auseinandersetzung mit Homöopathie erfordert – wie in jeder anderen medizinischen Fachrichtung auch – entsprechende Ausbildung und klinische Erfahrung. Es reicht somit nicht aus, wenn fachfremde „Experten“ lediglich ihrem „Bauchgefühl“ oder ihrem jeweils reduktionistischen Weltbild folgen und auf dieser Basis ihr Urteil abgeben, was denkbar (und damit plausibel) ist oder eben nicht.

Hinzu kommt, dass es in der homöopathischen Praxis nicht selten zu unerwarteten Reaktionen seitens der Patienten kommt, die einer reinen „Wunscherfüllung“ („Ich will einfach nur gesund werden, deshalb glaube ich an Homöopathie“) zunächst zu widersprechen scheinen, mit dem linearen Modell einer Placebo-Reaktion also nicht vereinbar sind. Das widerspricht nicht der Aussage „Unsere Psyche spielt eine enorme Rolle beim Gesundwerden“, aber es fordert dazu auf, mit wissenschaftlichem Geist und methodischer Stringenz nach schlüssigen – und vermutlich über die Hypothese vom „Gedächtnis des Wassers“ hinausgehende – Erklärungen für das Phänomen Homöopathie zu suchen.

Resümee

Der Beitrag von „Quarks“ steht unter dem Motto „Wissenschaft statt Bauchgefühl“, ist aber das genaue Gegenteil: die wissenschaftliche Datenlage bleibt unberücksichtigt, als Erklärung für die Wirksamkeit gibt es lediglich den Hinweis auf das „Daran glauben“. Bleibt am Ende immerhin der wichtige Hinweis, was die konventionelle Medizin von der Homöopathie lernen könnte: gründliche Anamnesen und „mehr Empathie für Betroffene“. Dann wären auch in der konventionellen Medizin wohl mehr Placebo- (und weniger Nocebo-!) Effekte möglich, und vielleicht ließe sich dadurch auch der Einsatz teurer (weil teilweise patentgeschützter) Medikamente reduzieren?

Weitere Informationen:

Autor: Dr. med. Ulf Riker, 2. DZVhÄ-Vorsitzender

 

 

 

2025-12-15T11:37:45+01:00

DZVhÄ-Statement über die Homöopathie-Berichterstattung zum GRÜNEN Parteitag

Berlin, 8. Dezember 2025. Die Berichterstattung über den GRÜNEN-Parteitagsbeschuss (28.11.25), die Homöopathie aus der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu streichen, kommen zumeist in scheinbarer journalistischer Neutralität daher. Es werden die GRÜNEN Begründungen für diesen Beschluss kommentarlos übernommen – und diese sind äußerst fragwürdig, weshalb sie hier kurz beleuchtet werden.

Kleiner Fakten-Check der Grünen-Argumente

  • „Wissenschaft statt Wünschelrute“, mit diesem Ausruf einer Rednerin auf der Bundesdelegiertenkonferenz (BDK) am 28. November wurde vor der Abstimmung noch einmal die Stimmung im Saal gepusht. In den 60er Jahren hieß es „Freiheit statt Sozialismus“. Die Ähnlichkeit zeigt sich in der Polarisierung, die nicht davor zurückschreckt, „Eigenes“ mit dem „Verwerflichen“ in Konfrontation zu bringen. Das Ziel: Gegner oder Andersdenkende ins Abseits zu stellen oder lächerlich zu machen.
  • Es wird argumentiert, dass durch die „Kostenerstattung der Homöopathie ihre Wirksamkeit suggeriert“ wird. So würden Patientinnen und Patienten in die Irre geführt, hieß es. Doch die Wirksamkeit der Homöopathie erklärt sich nicht durch Kostenerstattung, sondern durch wissenschaftliche Studien sowie individuelle Erfahrung der Patientinnen und Patienten. Beide Aspekte ignorieren die GRÜNEN in ihrem Antrag.
  • Die Solidargemeinschaft solle nur bezahlen, „was nachweisbar wirkt“. Richtig! Homöopathie muss Bestandteil der Kassenmedizin blieben, denn sie wirkt. Zu einer anderen Einschätzung kann nur kommen, wer hartnäckig die Ergebnisse der Grundlagenforschung sowie der Versorgungsforschung ignoriert und sich auch nicht mit den vorliegenden Metaanalysen und einem Systematischen Review ernsthaft auseinandergesetzt hat.

Mit der GRÜNEN Position zur Homöopathie sei auch ihr „Verhältnis zur Wissenschaft“ generell verknüpft, hieß es. Dieses Verhältnis ist unter den Antragsbefürwortenden sehr ambivalent: Denn was im Zusammenhang mit dem Klimawandel selbstverständlich ist, sollte zweifelllos auch im Bereich der Medizin gelten. Warum messen die GRÜNEN mit zweierlei Maß und negieren notorisch die Ergebnisse der Homöopathie-Forschung? Homöopathie erfüllt längst alle drei Kriterien einer Evidenzbasierten Medizin:

  • Zahlreiche Studien belegen eine Wirksamkeit der Homöopathie über Placebo hinaus,
  • Patientinnen und Patienten präferieren Homöopathie im Rahmen einer Integrativen Medizin und
  • Ärztinnen / Ärzte mit Zusatzbezeichnung haben die erforderliche Erfahrung.

Fazit

Die GRÜNEN haben unter dem Tagesordnungspunkt „Sonstiges“ zum Ausdruck gebracht, dass sie weder an einer fachlichen Auseinandersetzung interessiert (der Antrag auf eine ordentliche Debatte wurde abgelehnt!) noch bereit sind, ihre eigene Position kritisch zu hinterfragen. Sie haben sich selbstgefällig ihrer „Haltung“ versichert, ein fragwürdiges Signal in die Gesellschaft gesandt, und der enthusiastische Applaus für die Antragsteller hinterließ den Eindruck einer gut organisierten Inszenierung. Ob das zur Lösung von Problemen unseres Gesundheitssystems beitragen wird, darf bezweifelt werden. Ob unter diesen Umständen bisher überzeugte oder auch langjährige Wählerinnen und Wähler der Partei ihren GRÜNEN treu bleiben werden ebenfalls.

Die Debatte starten

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) steht für eine offene Gesellschaft, steht für die gesellschaftliche Debatte. Diese vermissen wir zunehmend – auch im Themenfeld Medizin. Wir laden Journalistinnen und Journalisten zu dieser Debatte mit uns ein. Machen Sie mit? Über ein Redaktionsgespräch mit Ihnen würden wir uns sehr freuen. Schreiben Sie uns eine Mail an presse@dzvhae.de

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2025-12-09T08:13:28+01:00

Stellungnahme von Prof. Frass zur Oncologist-Rücknahme seiner Studie

Berlin, 3. Dezember 2025. Der Oncologist hat die Studie „Homeopathic Treatment as an Add-On Therapy May Improve Quality of Life and Prolong Survival in Patients with Non-Small Cell Lung Cancer: A Prospective, Randomized, Placebo-Controlled, Double-Blind, Three-Arm, Multicenter Study“ von Prof. Frass Ende November 2025 zurückgezogen. Der DZVhÄ dokumentiert hierzu eine Stellungnahme von Prof. Frass. 

„In diesem Beitrag beschreibe ich die Gründe, die zur Rücknahme des Artikels bezüglich Verbesserung der Lebensqualität und Verlängerung des Überlebens bei PatientInnen mit kleinzelligem Lungenkarzinom im renommierten Journal TheOncologist geführt haben.

Nachdem nach zweijähriger genauester Überprüfung die Gültigkeit unserer Daten im September 2024 bestätigt worden war, erhielt ich überraschend am 29. Juli 2025 eine E-Mail von Frau Prof. Susan Bates, der Herausgeberin des Journals TheOncologist. Ich wurde gebeten, innerhalb von 3 (drei!) Tagen zu antworten, da der Artikel sonst zurückgezogen würde. Ich antwortete innerhalb von 2 Tagen. Bis heute verstehe ich nicht, was mit „einarmiger Studie” gemeint ist, da ich als Kliniker immer 2 Gruppen vergleiche. Ich war auch überrascht über die Frage nach der Verwendung von homöopathischen Arzneimitteln (HMPs) in meiner Privatpraxis.

Auch nach dem Versenden einer weiteren E-Mail erhielt ich etwa 2,5 Monate lang keine Antwort. Plötzlich erhielt ich eine E-Mail vom 24. Oktober 2025, in der mir mitgeteilt wurde, dass die Rücknahme nun bestätigt worden sei. Als Grund wurde angegeben,dass die Studie aufgrund ihres individualisierenden Charakters möglicherweise nicht reproduzierbar sei. Natürlich wäre sie das, da mehrere hundert österreichische Ärzte in den jeweiligen Gesellschaften bis heute UND StudentInnen an der Medizinischen Universität Wien bis 2018 in klassischer Homöopathie ausgebildet worden waren. Abgesehen davon, dass keine/r der AutorInnen jemals homöopathische Arzneimittel an den jeweiligen Kliniken „vermarktet“ hat, ist die Annahme, dass bei einem Preis von etwa 15 € pro Fläschchen ein Interessenkonflikt besteht, erscheint lächerlich. Weder ich noch einer der MitautorInnen hat jemals eine Provision von der Apotheke erhalten, im Gegenteil, die Studienmedikation musste bezahlt werden.

In keiner Weise wurden die im September 2024 als korrekt festgestellten Daten angezweifelt. Der Grund für die Rücknahme liegt also in der Überqualifikation der HomöopathInnen, die eben diese zusätzliche medizinische Ausbildung absolviert haben und die Methode beherrschen.

Fazit: Die Daten der Studie stimmen, so wie sie vor einigen Jahren vom Journal genauestens geprüft worden sind. Das Abstract der Studie kann daher natürlich weiterhin zitiert werden:

Frass M. Additive Homeopathy Improves Quality of Life and Prolongs Survival in Patients With NSCLC: A Prospective, Randomized, Placebo-Controlled, Double-Blind, Three-Arm, Multicenter Study.  World Health Congress, Prague, Czech Republic, Oct 3–5, 2025. Available from: https://www.whc2025prague.com/program-en/michael-frass2 

➡️Der DZVhÄ hat die Rücknahme von der Frass-Studie kommentiert. Zum Kommentar.

2025-12-03T12:38:57+01:00
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