Die Allgemeine Homöopathische Zeitung (AHZ) ist die Mitgliederzeitschrift des DZVhÄ. In der dritten Ausgabe 2026 steht das Thema „Nachlese SiMILE-Kongress 2025“ im Mittelpunkt. Lesen Sie das Editorial und die Vereinsmitteilung in voller Länge und stöbern Sie im Inhaltsverzeichnis. Mitglieder erhalten die komplette Print-Ausgabe automatisch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Editorial: Nachlese SiMILE-Kongress 2025

von Christian Lucae

Rückblick auf den 2. SiMILE-Kongress

Vom 28.–29. Juni 2025 fand der 2. SiMILE-Kongress in Mülheim an der Ruhr statt. Aufgrund des großen Erfolges des 1. Kongresses 2023 hatten sich die Organisatoren des VKHD (Verband klassischer Homöopathen Deutschlands e. V.) und der SHZ (Stiftung Homöopathie-Zertifikat) – vor Kurzem umbenannt in SQhT (Stiftung für Qualität in der homöopathischen Therapie) – entschlossen, einen weiteren Homöopathiekongress zu organisieren.

Unter den Vortragenden waren auch diesmal sowohl Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker als auch einige Ärztinnen und Ärzte. Man hatte jeweils die Auswahl zwischen 3 parallelen Vorträgen – und diese war durchgängig schwierig zu treffen, denn alle Referentinnen und Referenten hatten sich hervorragend vorbereitet und warteten mit spannenden Themen auf. Beispielsweise eröffnete Dr. Joachim Mayer-Brix gleichzeitig mit Dr. Christoph Tils und Meike Orth-Faul die erste Vortragsrunde: HNO-Erkrankungen, Boger-Methode oder Symptomenlexikon – es begann die Qual der Wahl. Ralf Dissemond, Hartmut Schröder, Bernhard Möller, Carl Classen, Dr. Michael Teut und vielen andere sorgten dafür, dass über 2 Tage hinweg ein vielseitiges Programm geboten wurde (www.simile-kongress.de).

Beiträge zur medizinischen Theorie und Methodik

Wir freuen uns sehr, dass wir im vorliegenden Heft der AHZ einen Ausschnitt aus dem umfangreichen Kongressprogramm präsentieren können. Den Anfang macht Dr. Norbert Winter, Heilpraktiker aus Karlsruhe, der zunächst den Übergang der Semiotik zur klinischen Diagnostik aus medizinhistorischer Perspektive beleuchtet und dann wichtige Begriffe differenziert, insbesondere die – in der Homöopathie nicht unumstrittene – Unterdrückung, die (semiotische) Metastase und die metastatische Krise. Hierbei fanden sich übrigens interessante Parallelen zu einem Aufsatz von Dr. Klaus Holzapfel (erschienen in der AHZ 2020; 265(5): 4–8), in dem die Stellung des Begriffs „Syndrom“ in der Homöopathie ausgeführt wird – der sich gewissermaßen in der Mitte zwischen Semiotik und Diagnostik bewegt.

Ein wohltuender Gedanke ist hierbei, dass die Homöopathie stets in der Lage war, sich wandelnden, unterschiedlichen Sichtweisen in der Medizin anzupassen.

Im zweiten Beitrag erläutert Dr. Christoph Tils, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Berlin, seine Weiterentwicklung der Methode nach C. M. Boger: Im Wesentlichen geht es ihm darum, die Methodik noch stringenter, einfacher anwendbar und damit erfolgreicher zu machen. Das „neue Tool“ besteht aus den 4 Elementen Deutlichkeit, Seltenheit, Verbindungen, Bedeutung. In der Praxis arbeitet der Autor bewusst noch mit der General-Analysis-Lochkartei statt mit einer Software, da für ihn über die Haptik im Umgang mit den Karten die Arzneifindung hocheffektiv ist (vgl. dazu AHZ 2023; 268(2): 9–16 und AHZ 2024; 269(2): 16–23).

Praktische Werkzeuge für die homöopathische Praxis

Stefan Reis, Heilpraktiker aus Mülheim an der Ruhr, hat für uns G. H. G. Jahrs Alphabetisches Repertorium der Hautsymptome und äußeren Substanzveränderungen, nebst den Erscheinungen an den Drüsen, Knochen, Schleimhäuten und Blutgefäßen von 1849 – kurz: Haut-Repertorium – neu entdeckt und für die praktische Nutzung aufgearbeitet. Dessen Anwendung sieht er als Ergänzung zu den bestehenden Werkzeugen, insbesondere dann, wenn „einseitige“ Hautbeschwerden vorliegen. Zwei praktische Beispiele illustrieren die Anwendung in der eigenen Praxis und die direkte Kombinierbarkeit mit anderen Repertorien.

Studienergebnisse und Ausblick

Im letzten Beitrag beschreibt Dr. Klaus von Ammon, Neurochirurg und Arzt für Homöopathie aus Stäfa/Schweiz, die weiteren Ergebnisse einer seit Ende 2020 laufenden Studie, die zunächst als Präpilotstudie angelegt war (s. Beitrag in der AHZ 2022; 267(4): 19–23). Die Schlussfolgerung lautet, dass die Homöopathie mit ihren „alten“ Arzneien eine – so der Autor – „unerwartet erfolgreiche, nahezu nebenwirkungsfreie und kostengünstige ärztliche Therapie zur Behandlung unerwarteter Wirkungen“ moderner Covid-19-Impfstoffe sein kann. Auch wenn die Pandemie nun schon einige Jahre zurückliegt, können diese Ergebnisse auch in Zukunft nützlich sein, denn es wird weiterhin gegen SARS-CoV-2 geimpft: Die aktuelle STIKO-Empfehlung sieht unter anderem eine jährliche Impfung für alle Menschen ab 60 Jahren vor.

Fazit und Fortsetzung

Diese 4 Beiträge zeigen exemplarisch, welche Bandbreite an Themen auf dem 2. SiMILE-Kongress vorhanden war. Bemerkenswert waren zudem die vielen Begegnungen in den Pausen und an den Abenden. Hier mischten sich in angenehmer Atmosphäre die rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Einzel- und Gruppengesprächen – dabei stets im Zentrum: die Begeisterung für die Homöopathie.

Eine Fortsetzung ist bereits in Planung: Der 3. SiMILE-Kongress soll vom 26. bis 27. Juni 2027 stattfinden.