Die Allgemeine Homöopathische Zeitung (AHZ) ist die Mitgliederzeitschrift des DZVhÄ. In der ersten Ausgabe 2026 steht das Thema „Nachlese LMHI-Kongress 2025“ im Mittelpunkt. Lesen Sie das Editorial und die Vereinsmitteilung in voller Länge und stöbern Sie im Inhaltsverzeichnis. Mitglieder erhalten die komplette Print-Ausgabe automatisch im Rahmen ihrer Mitgliedschaft.

Editorial: Nachlese LMHI-Kongress 2025

von Holger Malchow

Der 77. LMHI-Kongress in Utrecht – Jubiläum und Geschichte

Vom 14. bis 17. Mai 2025 fand in Utrecht (NL) der 77. LMHI-Kongress unter dem Motto „Joy of Homeopathy“ zum 100-jährigen Jubiläum der Liga Medicorum Homoeopatica Internationalis (LMHI) statt. Utrecht, als Veranstaltungsort gewählt, sollte an die Gründung der LMHI am 10. September 1925 in dem nur wenige Kilometer entfernten Rotterdam erinnern. Ziel war damals die internationale Vernetzung der Homöopathen untereinander. Durch den Austausch sollten die Qualität und die Verbreitung der Homöopathie gefördert werden. Ursprünglich waren es 9 Gründungsländer, heute sind über 70 Nationen in der LMHI vertreten, von den 14 Gründungsmitgliedern ist die Mitgliederzahl auf über 100 000 Homöopathinnen und Homöopathen gewachsen. Eine zentrale Rolle spielt dabei der jährlich stattfindende Kongress.

Inhalte des Kongresses und internationale Beiträge

Diese Ausgabe der AHZ ist eine Nachlese des LMHI-Kongresses in Utrecht. Artikel aus 5 verschiedenen Ländern geben einen kleinen Einblick über die Vielfalt der Vorträge. Im Zentrum stand das Jubiläum.

Ulrich Fischer (D), selbst Präsident der LMHI von 2007–2010, gibt uns einen Überblick über die 100-jährige Geschichte der LMHI: Wie kam es zur Gründung, welche Personen haben die LMHI geprägt, wie hat sich die LMHI verändert?
Der Beitrag von Miranda Ruchtie (NL) stellt die Arbeit der Patientenorganisationen für Homöopathie in Europa vor und beleuchtet die wichtige Rolle der Patientinnen und Patienten für die Zukunft der Homöopathie im öffentlichen Gesundheitswesen.

Julieta und Adolfo Campanelli (Argentinien) untersuchten anhand zweier Pariser Krankenjournale Hahnemanns Forschungsprozess zum klinischen Einsatz der QPotenzen. Vorher hatte Hahnemann C-Potenzen in auf- oder absteigender Sequenz bis zur C200 eingesetzt.
Andrea Corinna Mayer und Martine Jus (CH) stellen die komplementäre homöopathische Behandlung mit Q-Potenzen anhand der Fallgeschichte eines 82-jährigen Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom vor.
Welche Erfahrungen unsere indischen Kollegen in der Krebsbehandlung gewonnen haben, berichtet Aditya Pareek (Indien) in seinem Artikel über die 60-jährige Erfahrung am Pareek Hospital, Agra, das er zusammen mit seinem Vater Alok Pareek und seinem Großvater R.S. Pareek leitet. Erfreulich, was die Homöopathie auf diesem Gebiet auch ohne Unterstützung der konventionellen Medizin leisten kann.

Die AHZ und der Schweizerische Verein Homöopathischer Ärztinnen und Ärzte

Mit dem Heft 1/2026 wird die Allgemeine Homöopathische Zeitung (AHZ) auch zum offiziellen Organ des Schweizerischen Vereins Homöopathischer Ärztinnen und Ärzte (SVHA). Der SVHA wurde 1856 gegründet, hat heute über 200 Mitglieder und ist die Standesvertretung der ärztlichen Homöopathie in der Schweiz.

Der Einfluss Schweizer Homöopathen auf Europa

Schweizer Homöopathen hatten einen großen Einfluss auf die Entwicklung der Homöopathie in Europa: Pierre Schmidt (1894–1987) war Gründungsmitglied und Präsident (1930–1933) der LMHI. Anfang der 1920er-Jahre reiste er nach Amerika und brachte von dort die Kent’sche Homöopathie nach Europa. Zusammen mit seinem Schüler Jost Künzli von Fimmelsberg (1915–1992), Ehrenmitglied der LMHI, übersetzte er Kents Vorlesungen zur Theorie der Homöopathie ins Deutsche, die 6. Auflage des Organon auf Französisch und Englisch. Jost Künzli unterrichtete das Repertorisieren, gab das Repertorium Generale heraus und kennzeichnete wichtige Rubriken und homöopathische Arzneien mit dem Künzli-Punkt.

Schweizer Homöopathen wie Adolf Voegeli (1898–1993), Rudolf Flury (1903–1977), J. Künzli und P. Schmidt) stießen unabhängig voneinander in der 6. Auflage des Organon auf die Q-Potenzen und verbreiteten ihre Anwendung in Europa. Mit einer Volksabstimmung entschied die Schweizer Bevölkerung 2009, dass die Komplementärmedizin Bestandteil der Grundversicherung sein soll. Seit 2017 ist damit auch die Homöopathie Teil der medizinischen Grundversorgung in der Schweiz.

Ausblick, Zitat und kommende Veranstaltungen

Dazu passt ein Zitat von Bernardo A. Merizalde, Präsident der LMHI: „Und das Wichtigste von allem: Jeder einzelne von uns zählt; nur durch Teilnahme, Zusammenarbeit und Kooperation können wir das Ziel erreichen, die Homöopathie zu einem globalen Gesundheitssystem zu machen. Wir brauchen die Anwesenheit aller. Jeder ist willkommen, sich anzuschließen; jeder hat einzigartige Fähigkeiten und Kompetenzen zu bieten“ (The Homeopathic Physician 2025, Vol. 6, Issue 2).

Als Vorstandsmitglied des SVHA begrüße ich die neuen Leser der AHZ herzlich und freue mich über neue Autoren auch aus der Schweiz! Mitglied der LMHI ist übrigens jedes Mitglied des SVHA und des DZVhÄ.

Der nächste LMHI-Kongress findet vom 21.–24. Oktober 2026 in Mérida, Yucatán, Mexiko statt. Sehen wir uns dort? Mit den besten Wünschen für ein friedvolles und glückliches Jahr 2026!