Veranstaltungsdetails:
Bereits Hahnemann, Bönninghausen und Jahr diskutierten, dass die damaligen Repertorien (z. B. Therapeutisches Taschenbuch oder Handbuch der Hauptanzeigen) im Wesentlichen nur „Hinweise“ auf vorhandene Arzneiprüfungen geben konnten. Sie stellten fest, dass erst „ein umfassendes Lexikon“ den Suchenden wirklich zuverlässige Auskünfte liefert (Hahnemann in einem Brief an Bönninghausen vom 30.06.1834). Auch die später entstandenen Repertorien haben an dieser Situation wenig geändert. Erst in den 2000er-Jahren verwirklichten deutsche Homöopathen das Symptomenlexikon und seine praktische Anwendung. Ursprünglich als Ergänzung zum Therapeutischen Taschenbuch gedacht, hat es sich rasch zu einem eigenständigen und leistungsfähigen Werkzeug etabliert. In unserem Seminar werfen wir zunächst einen kurzen Blick darauf, wie sich die Homöopathie im Laufe ihrer weltweiten Ausbreitung verändert hat und welche verblüffenden Unterschiede sich bei der Rückkehr zu den Wurzeln zeigen. Vor diesem Hintergrund werden wir die Arbeit mit dem Symptomenlexikon genauer darstellen. Es bietet zusammen mit der zugehörigen Fallanalyse ein praktisches Instrument, um aus einer überschaubaren Zahl von Arzneien in angemessener Zeit verlässliche Verordnungen zu treffen. Die dabei angewandte Methodik unterscheidet sich grundlegend von den bekannten klassischen Vorgehensweisen der Homöopathie. Daher werden wir uns im Seminar ausführlich mit ihr befassen. Ziel ist es, gezielte Anamnesen in treffende Verschreibungen zu übersetzen – für mehr Erfolg und Freude im Praxisalltag.
Referenten: Helmut Schnellrieder

