Veranstaltungsdetails:
Lianen sind Kletterpflanzen, ein Lebensformtyp, der das äußere Gerüst von Bäumen oder Sträuchern als Halt benötigt, um an diesen emporzuklettern um so das Kronendach und damit das Sonnenlicht zu erreichen. Die in der Homöopathie bekanntesten Kletterpflanzen sind Ignatia und Bryonia alba. Erstere ist auf der Suche nach jemandem, an den sie sich emotional-bedürftig anklammern kann. Bei Bryonia äußert sich das „Halteverlangen“ vor allem im Körperlichen als Verschlimmerung bei der kleinsten Bewegung und (Lage)Veränderung und Besserung durch (stabilisierenden) Druck. In diesem Webinar geht es um sechs weitere Kletterpflanzen, die verschiedenen Pflanzenfamilien entstammen. Der Wilde Wein Parthenocissus quinquefolia neigt in Beziehungen zu Überanpassung, die Polarität zwischen übermäßiger Anlehnung und einem vorhandenen Verlangen nach Eigenständigkeit lässt sich nicht vereinigen. Parthenocissus passt zu erschöpften Frauen mit schlaffem Bindegewebe und müden Venen. Beim Hopfen Humulus lupulus war folgendes Muster erkennbar: durch Verantwortung und Familie überlastet, sucht er Unterstützung und eine Schulter zum Anlehnen (DD Bambus). Er agiert planlos-unstrukturiert und uneffektiv und ähnelt hierbei Cannabis indica; beide Pflanzen gehören zur Familie der Hanfgewächse. Eine Besonderheit des Efeus Hedera helix ist, dass diese Pflanze größere Mengen an Jod speichert, was sich sonst fast nur bei Wasserpflanzen findet. Demzufolge ähnelt das klinische Bild sehr dem von Jod: Fehlfunktionen der Schildrüse, Herzrasen, Zittern und Gereiztheit bei Hunger, Gewichtsabnahme, Haarausfall, Erstickungsgefühle (am Hals) … Familiär besteht ein Gefühl von Haltlosigkeit oder In-der-Luft-Hängen. Bei der Passionsblume Passiflora incarnata ist auffallend, dass sie auf jeden Konflikt mit Schlaflosigkeit und Herzklopfen reagiert. Sie hat Zusammenschnürungsgefühle in der Halsgrube, begleitet von „hyperthyreoten“ Tendenzen mit Unruhe, schwieriger Gewichtszunahme und Verschlechterung durch Fasten. Ihre Rückenschmerzen sind so stark, dass sie ein Stützkorsett braucht. Sie würde gerne unabhängiger werden von der Unterstützung anderer. Auch bei der Kiwi Actinidia chinensis, die eine Wuchshöhe bis acht Meter erreichen kann, ist der Aspekt der Haltlosigkeit sehr präsent. Wenn der Partner abwesend ist, fällt Actinidia in sich zusammen, sie ist sehr unselbstständig. In ihrer Haltsuche kann Actinidia schlecht „nein“ sagen und lässt sich zu viel aufladen. Die Arznei hat bei Haarausfall und neurologischen Erkrankungen mit sensorischen Störungen geholfen und kann sogar MS heilen, wenn das Gesamtbild passt. Komplettiert wird diese Fortbildung durch die „Seelenranke“ Banisteriopsis caapi, aus ihr wird einer der beiden Hauptwirkstoffe des halluzinogen wirkenden Tranks Ayahuasca gewonnen; sie weist ein sehr „drogiges“ Mittelbild auf.
Die Veranstaltung beinhaltet eine 20-minütige Pause.
Die Unterlagen (Fallanamnesen, kurzgefasste AMB) und den Link zur Live-Teilnahme erhalten Sie zwei Tage vor der Veranstaltung. Die Videoaufzeichnung steht allen angemeldeten Personen min. drei Monate lang nach der Veran-staltung zur Verfügung.
Vier FoBi-Punkte der LÄK (beantragt).
Referenten: Karl-Josef Müller
Anzahl der UE: 4

