HRI Studien-Monitor II: Homöopathie hilft signifikant nach Brustkrebs OP

Berlin, 13. Juni 2022. Das Homeopathy Research Institut (HRI) hat die Serie Studien-Monitor gestartet und stellt regelmäßig Studien zur Homöopathie vor, die die Wirksamkeit der Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus zeigen. „Homöopathie wirkt über den Placebo-Effekt hinaus, zahlreiche hochwertige wissenschaftliche Studien belegen dies“, schreibt das HRI. In dieser zweiten Ausgabe wird eine Studie von Dr. Adi Maisel Lotan, Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie, Hebräische Universität von Jerusalem, Israel, aus dem Jahr 2020 vorgestellt. Die Studie untersucht die Wirkung der Homöopathie bei der Reduktion von Seromen nach Mastektomie und sofortiger Brustrekonstruktion. Serome sind Flüssigkeitsansammlungen, die sich nach einer Operation bilden können.

Medizinische Relevanz der Studie

Brustkrebs ist die häufigste Tumorart bei Frauen, und in den meisten Fällen umfasst die Behandlung eine Mastektomie*, gefolgt von einer Brustrekonstruktion. Ein postoperatives Serom (eine Flüssigkeitsansammlung im Wundbereich) ist nach einer Brustrekonstruktion häufig. Es verursacht Beschwerden bei den Patientinnen und kann zu weiteren medizinischen Problemen führen, z. B. zu einer langsameren Wundheilung und/oder zu Verzögerungen bei der weiteren onkologischen Behandlung. Dies kann in der Folge zu einem längeren Krankenhausaufenthalt und höheren medizinischen Kosten führen. Die gängige Praxis zur Vermeidung übermäßiger Flüssigkeitsansammlungen ist das Einlegen chirurgischer Drainagen. Trotz umfangreicher Forschungsarbeiten konnte bisher keine vollständig wirksame Methode zur Vermeidung von Seromen gefunden werden. Dies veranlasste die Autoren, neue Methoden zur Verringerung der Drainage zu untersuchen.

Die aktuelle Studie umfasst 55 Frauen (78 Brüste) im Alter von 18 Jahren oder älter, die sich einer Mastektomie und einer sofortigen Brustrekonstruktion unterzogen haben. Sie wurde als randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie angelegt und untersuchte die Wirkung der homöopathischen Mittel Arnica montana und Bellis perennis auf die Serombildung.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse

Es wurden zwei Gruppen verglichen, die entweder Arnica montana und Bellis perennis oder ein Placebo erhielten. Das primäre Maß für die Wirksamkeit der Behandlung war die Zeit, die verging, bis die chirurgischen Drainagen entfernt werden konnten („Zeit bis zur Drainageentfernung“). Weitere Überwachungskriterien waren u.a. die Verwendung von Schmerzmitteln und Komplikationen.

  • Die homöopathische Behandlung verkürzte die durchschnittliche Drainagezeit um 2,4 Tage, von 13,5 Tagen in der Placebogruppe auf 11,1 Tage in der Homöopathiegruppe, und dieses Ergebnis war statistisch signifikant (p< 0,05).
  • Der Einsatz von Opioiden (Schmerzmitteln) war in der Homöopathiegruppe geringer als in der Placebogruppe, auch wenn der Unterschied die Schwelle der statistischen Signifikanz verfehlte (p=0,057).
  • Es wurden keine Nebenwirkungen der homöopathischen Behandlung beobachtet.

Das bedeuten die Ergebnisse

  • Dies ist die erste prospektive, randomisierte Studie in einem klinischen Umfeld über die Verwendung von Homöopathie bei der postoperativen Behandlung von Brustrekonstruktionen.
  • Die Homöopathie als kostengünstige und risikoarme Behandlungsoption sollte als medizinisch wertvolle und kosteneffiziente Zusatzbehandlung nach einer Operation weiter untersucht werden.
  • Da Serome nicht auf Operationen im Zusammenhang mit Brustkrebs beschränkt sind, bietet diese Studie vielversprechende Perspektiven für die Berücksichtigung dieses homöopathischen Behandlungsprotokolls in anderen ähnlichen klinischen Situationen.

Fazit der Autoren

Serombildung ist ein häufiges Problem nach Mastektomie und Brustrekonstruktion bei Frauen mit Brustkrebs. Eine Verringerung der Serombildung bedeutet, dass die Patientinnen nach der Operation weniger Beschwerden haben, d. h. weniger Komplikationen auftreten und sie weniger Schmerzmittel benötigen. Dies kann wiederum dazu beitragen, den Krankenhausaufenthalt zu verkürzen und die Krankenhauskosten zu senken. Die positive Wirkung von Arnica montana und Bellis perennis auf die Verringerung von Seromen – hier gemessen an der Zeit bis zur Entfernung der Drainage – ist daher ein vielversprechendes Ergebnis dieser Studie, sowohl für die Patientinnen als auch für die Gesundheitsdienstleister.

Weitere Information zu dieser Studie von Lotan et al lesen Sie auf der HRI-Webseite.

2022-06-13T18:31:55+02:00

HRI Studien-Monitor: Homöopathie bessert signifikant PMS

Das Homeopathy Research Institut (HRI) hat jetzt die Serie Studien-Monitor gestartet und stellt regelmäßig Studien zur Homöopathie vor, die die Wirksamkeit der Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus zeigen. „Homöopathie wirkt über den Placebo-Effekt hinaus, zahlreiche hochwertige wissenschaftliche Studien belegen dies“, schreibt das HRI in ihrer ersten Pressemitteilung im April. Begonnen wurde mit einer Studie aus dem Jahr 2019 zur Anwendung von Homöopathie bei Frauen mit prämenstruellen Syndrom (PMS).

An der aktuellen Studie nahmen 105 Frauen im Alter von 20 bis 50 Jahren mit PMS teilnahmen, sie war als randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie angelegt, in der die Wirksamkeit von individuell verschriebenen homöopathischen Arzneimitteln untersucht wurde. Es wurden zwei Gruppen verglichen, die entweder eine individuelle homöopathische Behandlung oder ein Placebo erhielten. Die Wirksamkeit wurde durch Messung der PMS-Symptome (prämenstrueller Score), der Einnahme konventioneller Medikamente und der Anzahl der Krankheitstage bewertet. Dabei wurden diese Werte für die zwei Monate vor der Behandlung mit den drei Monaten während der Behandlung verglichen:

• Der prämenstruelle Score verbesserte sich in der Homöopathiegruppe stärker als in der Placebogruppe (p=0,043).
• Die Frauen in der Homöopathiegruppe nahmen während der Behandlungsphase signifikant weniger konventionelle Medikamente ein als die in der Placebogruppe (p=0,043).
• Die Zahl der von den Frauen während der Behandlungsphase gemeldeten Krankheitstage war in der Homöopathiegruppe stärker reduziert als in der Placebogruppe (p=0,028).

Die signifikante Verbesserung der prämenstruellen Symptome bei Frauen, die mit Homöopathie behandelt wurden, ist ein wichtiges Ergebnis dieser Studie.

Weitere Information zu dieser Studie von Yakir et al lesen Sie auf der HRI-Webseite.

Im Februar eröffnet das Homeopathy Research Institut (HRI) in Berlin sein erstes Büro außerhalb Großbritanniens. Die Hauptaufgabe des Büros besteht darin, fundierte wissenschaftliche Informationen über die Forschung im Bereich der Homöopathie bereitzustellen: Von den neuesten klinischen Studien bis hin zur Laborforschung. Die Niederlassung wird von Rachel Roberts, der Geschäftsführerin des britischen HRI geleitet, die über mehr als zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Homöopathie und in der Forschung verfügt. „Es gibt immer mehr gute Studien, die die Wirksamkeit der Homöopathie gegenüber Placebos belegen. Es ist viel zu wenig darüber bekannt,“ erläutert Roberts den Beweggrund, die Arbeit des HRI auf Deutschland auszudehnen.

2022-06-02T12:43:55+02:00

Homöopathie und Impfen – eine Studie, die ihren Namen nicht verdient

Eine „Studie“ der OTH Regensburg macht zurzeit die Runde durch Medien, um der Homöopathie eine Mitschuld an der schleppenden Impfkampagne zu geben. Um es vorweg zu nehmen: käme die Studie aus der Homöopathie, wäre sie längst in der Luft zerrissen worden, und zwar zurecht! Weil sie aber in den Mainstream des Homöopathie-bashing passt, wird sie munter genutzt. Daher: wer kritische Studienbetrachtung fordert, wird kritische Studienbetrachtung ernten.

  1. Es wird die Impfbereitschaft von Eltern tituliert, bei sorgfältiger Lektüre stellt man aber fest, dass in der mit n=2014 angegebenen Zahl der auf Stichprobenbasis telefonisch Befragten nur n=461 auf Eltern entfallen, also nur ca. ein Fünftel der insgesamt Befragten .
  2. Die Teilstichprobe der Eltern war wie bereits genannt n=461. Die Auswertung zur „Einstellung zur Homöopathie und Impfbereitschaft von Eltern“ (Tabelle 2) basiert aber nur auf n=375 Eltern. Damit wurden n=86 Eltern ohne Angabe von Gründen aus der Auswertung ausgeschlossen.
  3. Die Frage „Wenn ein Impfstoff gegen das Coronavirus in Deutschland zugelassen wird: Würden Sie sich impfen lassen?“ wird mit seinen 4 Antwortmöglichkeiten von „Sicher nicht“, „eher nein“, „eher ja“ , „Ja sicher“ dem Anspruch der Befragten und potentiellen Impflinge nach umfassender Aufklärung und Risikoabschätzung nicht gerecht. „Eher nicht“ unter der Kategorie Impfverweigerung zu subsumieren ist im Übrigen so lange nicht korrekt, solange Befragte noch gar keine konkreten Daten zur Verfügung haben, mit deren Hilfe sie sich eine sichere und vollständige eigene Meinung bilden könnten.
  4. Die zu beantwortenden Fragen bezüglich Zustimmung zum Impfen sind ausschließlich impfkritisch und haben teilweise verschwörungstheoretische Implikationen. Für ein ausgewogenes Gesamtbild wären womöglich Fragen erforderlich gewesen, die im Gegenzug tatsächlich oder gefühlt das Vertrauen in Pharmaunternehmen, Impfstoffe, Wirksamkeit oder Nebenwirkungen abgefragt hätten
  5. Die Autoren proklamieren einen „signifikanten Zusammenhang zwischen der Haltung zur Homöopathie und der eigenen Impfbereitschaft“. Dabei bleiben konkrete Zahlen oder Prozentangaben, die diese Aussage nachvollziehbar machen würden, im Dunkeln. Eine derartige Intransparenz ist in höchstem Maße unwissenschaftlich.
  6. Die Studie stellt fest, dass die Impfbereitschaft der Eltern mit dem Schulabschluss steigt und bei Befragten mit Hochschulabschluss signifikant höher ist. Die Autoren zitieren außerdem, dass „sich ein gewisses Vertrauen in nicht evidenzbasierte Methoden wie der Homöopathie besonders bei höher gebildeten Eltern zeigt“. Aufgrund der unzureichenden Methodenbeschreibung bleibt aber auch hier unklar, wie die Verteilung der Befragten mit bzw. ohne Hochschulabschluss in der Teilstichprobe „Eltern“ war. Es bleibt zu diskutieren, ob das Ergebnis zur „Einstellung zur Homöopathie und Impfbereitschaft von Eltern“ anders ausfallen würde, wenn ein höherer Anteil von Eltern mit hohem Bildungsabschluss in der Teilstichprobe „Eltern“ vorhanden wäre.
  7. Zum Zeitpunkt der Datenerhebung war noch kein Corona-Vakzin in der EU zugelassen. Da es somit noch keine Informationen über etwaige Nebenwirkungen von Corona-Vakzinen gab, wurde stellvertretend nach der Einschätzung der Häufigkeit ernster Nebenwirkungen bei Grippeimpfungen gefragt. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass für Eltern die potentiellen Nebenwirkungen besondere Bedeutung für ihre Impfentscheidung gegen das Coronavirus haben. Die Studie wurden also zu einem Zeitpunkt durchgeführt, als Antworten überhaupt noch nicht möglich waren.
  8. Die Studie und ihre mediale Rezeption lassen außerdem komplett außer acht, dass zum jetzigen Zeitpunkt die Antworten völlig anders ausgefallen sein könnten, weil inzwischen Erfahrungen mit den Impfstoffen vorliegen und die Entwicklung der Pandemie bis zur aktuell vierten Welle zum Umdenken geführt haben kann.
  9. Insgesamt bleibt festzuhalten, dass der häufig zitierte Zusammenhang zwischen der Impfbereitschaft von Eltern und ihrer Einstellung zur Homöopathie auf der Aussage von 375 Befragten beruht. Wie repräsentativ eine solche Umfrage sein kann muss jeder selbst entscheiden.

Zusammengefasst: Die Studie ist an vielen Stellen nicht transparent, die Beschreibung der Methodik bleibt vage, und Ergebnisse lassen sich nicht schlüssig nachvollziehen. Derzeit wird die Studie trotz ihrer offensichtlichen Mängel dazu benutzt, Stimmung gegen die Homöopathie zu machen, weil Homöopathie angeblich die Impfkampagne behindere und womöglich sogar an Corona-Toten schuld sei. Das Zitieren dieser Studie dient damit einzig und allein dazu, von zahlreichen Fehlern im öffentlichen Umfeld abzulenken und die Homöopathie zum Sündenbock zu machen.

Dr. med. Ulf Riker, 2. Vorsitzender des DZVhÄ

Kennen Sie den DZVhÄ-Standpunkt Homöopathie und Covid-19?

2021-12-01T20:27:30+01:00
Nach oben