Statement zur Erstattung homöopathischer Leistungen durch die gesetzlichen Krankenkassen

Berlin, 12. Juli 2019. Andreas Gassen, Vorsitzender der KBV, fordert ein Verbot der Erstattung homöopathischer Leistungen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Dazu sagt Dr. med. Michaela Geiger, 1. Vorsitzende des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ):

Ein Verbot der Erstattung homöopathischer Leistungen wäre ein Schritt hin zu einer „Monokultur“ in der Medizin. Wir benötigen aufgrund der medizinischen Herausforderungen in Deutschland (chronisch Kranke, multimorbide Patienten, Antibiotikaresistenzen etc.) dagegen eine pluralistische Medizin.

Wir wünschen uns eine Versorgung nach dem Vorbild des Schweizer Modells. Hier werden Leistungen der Homöopathie, Naturheilkunde und weiterer Therapiemethoden seit 2017 von der Grundversicherung voll erstattet. – In diesem Zusammenhang wurde die Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit geprüft. (HTA Bericht)

Eine aktuelle und für Deutschland repräsentative Befragung zeigt:  79 Prozent der Befragten gaben an, dass sie das Schweizer Modell einer Integrativen Medizin inkl. der Homöopathie für Deutschland befürworten. Nur 11 Prozent begrüßen es nicht. 10 Prozent trauten sich kein Urteil zu („Weiß nicht“).

Gassens Äußerung ist widersprüchlich: Zwar spricht sich Herr Gassen gelegentlich gegen die Homöopathie aus. Dennoch schließen KVn selbst Homöopathie-Verträge (Selektivverträge) mit Krankenkassen ab.

Die Ärzteschaft in Deutschland begrüßt die Homöopathie in der Versorgung. Der Deutsche Ärztetag hat sich im letzten Jahr explizit für die ärztliche Homöopathie ausgesprochen. Sie ist in der Weiterbildung für Ärzte (MWBO) bestätigt worden. Die Anforderungen für das Führen einer „Zusatzbezeichnung Homöopathie“ wurde in diesem Kontext sogar erhöht.