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Unter ärztlicher Homöopathie besserten sich bei mehr als 80 Prozent der Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen das Allgemeinbefinden und die seelische Verfassung. – Am deutlichsten gingen jedoch die körperlichen Beschwerden zurück (85 Prozent).

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Die homöopathische Anamnese

von Dr. med Ulf Riker

„Ist nun (...) das Bild der Krankheit (...) genau aufgezeichnet, so ist auch die schwerste Arbeit geschehen.“ Samuel Hahnemann, Organon § 104

Geblendet von der Vielzahl modernster technischer Diagnosemöglichkeiten hat die universitäre Medizin die Suche nach dem eigentlichen individuellen Grund von Krankwerden und Kranksein immer weiter an den Rand ihrer Bemühungen gerückt. Objektivierbare Befunde stehen im Zentrum des Interesses, während subjektive Befindlichkeit beinahe schon als lästig oder den wissenschaftlichen Erkenntnisprozess störend betrachtet wird. Aber gehören nicht Befinden und Befund untrennbar zusammen, wenn wir die Lebensäußerungen des Lebendigen vorurteilsfrei und vollständig wahr – nehmen wollen?

Die homöopathische Anamnese muss den krankmachenden Ursachen und Zusammenhängen in einem komplexen Wechselspiel zwischen Um-Welt und In-Welt jedes einzelnen Patienten auf die Spur kommen. Hahnemann beschreibt das anspruchsvolle Vorgehen in den Organon-Paragrahen 82 ff. („der Arzt sieht, hört und bemerkt durch die übrigen Sinne, was verändert und ungewöhnlich ... ist“); spüren wir also dem nach, was die homöopathische Anamnese zu einem dichten Geflecht mentaler (und in manchen Glücksfällen auch intuitiver) Leistungen werden lässt.


Der homöopathische Arzt

jp 47hört zu: Was sagt der Patient (und was sagt er nicht)? Was meint er womöglich mit dem, was er sagt? Und Vorsicht: was glaube ich als Arzt, was der Patient meinen könnte mit dem Gesagten? Wo überschreite ich die Grenze zur Interpretation und wo beginnen „übersinnliche Ergrübelungen“? Welche Worte benutzt der Patient, um sein Leiden in authentische sprachliche Gestalt zu kleiden?

beobachtet: Mit welcher Gestik und Mimik bringt der Patient sein Kranksein zum Ausdruck? Gibt es vegetative Begleitreaktionen? Wann und in der Nähe welchen Themas entstehen Gesprächspausen? Welchem Thema verleiht er besonderes emotionales Gewicht? Wirkt er ängstlich oder aufgekratzt, schüchtern oder selbstbewusst, lebensfroh oder deprimiert (und was hilft mir das für die spätere Mittelwahl? Was ist im Laufe des Gespräches noch genauer zu ergründen?).

nimmt „wahr“ („mit allen Sinnen“!): Die Stimme, ihre Lautstärke, die Art des Sprachflusses. Körpergeruch, Turgor und die Temperatur und Beschaffenheit der Haut. Einen Zungenbelag, die Verkrümmung der Wirbelsäule, die besondere Lokalisation eines Ausschlages oder die Art einer umschriebenen Schwellung.

schreibt auf: „Mit den nämlichen Ausdrücken“ (und dokumentiert dadurch das Individuelle und Authentische des Kranken). Seine Beobachtungen, Randbemerkungen für spätere Nachfragen, möglichst „vollständige Symptome“, erste Mittelideen, vielleicht eigene Gefühle dem Kranken gegenüber (mit dem Ziel, nicht in Fallen von Übertragung und Gegenübertragung zu tappen).

stellt Fragen und lenkt dadurch den Fokus der Aufmerksamkeit auf bislang noch „unscharfe“ Stellen des Krankheitsbildes. Vervollständigt – wenn möglich – Symptomfragmente durch „nähere Bestimmung“, also Modalitäten.

analysiert schulmedizinisch, um welche Krankheit könnte es sich handeln, was ist noch genauer (evtl. fachärztlich) zu diagnostizieren, welche Komplikationen können drohen, welche Prognose hat die Krankheit entsprechend schulmedizinischer Kenntnis, welche Patientensymptome sind in erster Linie pathognomonisch für eine bestimmte Krankheit, welche allopathische Therapie käme in Frage oder welche Symptome sind Nebenwirkungen einer bereits durchgeführten schulmedizinischen Behandlung?

versucht zu verstehen: Was ist das „Wesen“ dieser Krankheit, wo ist vermutlich der zentrale Kern der pathologischen Entwicklung, kann ich im Wahr – genommenen die Essenz oder den Genius oder die „Melodie“ einer bestimmten Arznei erkennen?

kombiniert: Welche Symptome gehören pathophysiologisch zusammen, welche bilden homöopathisch „rote Fäden“, gibt es übergeordnete Modalitäten?

übersetzt: Die Äußerungen und Symptome des Kranken in die Sprache des Repertoriums (und reflektiert kritisch, ob die ausgewählte Rubrik auch tatsächlich das beinhaltet oder zum Ausdruck bringt, was der Patient beschrieben hat); gleichzeitig weiß er, dass er es eigentlich mit drei verschiedenen Sprachen zu tun hat: mit der des Patienten, der Sprache des Repertoriums und nicht zuletzt der Sprache der – primären oder späteren – Arzneimittel- Lehren!

wählt aus: Die Symptome mit § 153-Qualität, also auch bestmöglicher Modalisierung, wichtige Allgemeinsymptome, as-if-Symptome, modalisierte Gemütssymptome, besonders eigenartige Lokalsymptome.

repertorisiert: Welche Arzneien kommen in die engste Wahl? Tauchen bestimmte Mittelgruppen („Nachtschattengewächse“, Kaliumsalze“, „Schlangen“) unter den ersten 10 bis 15 Arzneien auf? Tauchen – überraschend!? – „kleine“ Mittel hochwertig auf?

vergleicht: Hält das ausgewählte Mittel dem Vergleich
mit seinem Mittelbild in der Materia medica
stand? Ist die Verordnung widerspruchsfrei möglich?

entscheidet und begründet seine Mittelwahl „nach klar einsehbaren Gründen“. Er überlegt, welche anderen Arzneien kämen differenzialdiagnostisch in Betracht? Was wird die gewählte Arznei bewirken, und in welchem Zeitraum, und in welcher Abfolge? Welche Zubereitungsform, Potenzhöhe und Gabenhäufigkeit führt vermutlich zur sanftesten, vollständigsten und dauerhaftesten Besserung?

Wenn nun „auch die schwerste Arbeit“ eines „ächten Heilkünstlers“ getan ist besteht die begründete Hoffnung, selbst chronische und schwere Krankheiten homöopathisch heilen zu können oder zumindest wirksam palliativ zu behandeln. Halten wir uns aber immer vor Augen, dass der homöopathische Arzt auf zwei Beinen steht, einem schulmedizinischen und einem homöopathischen! Beide geschickt und elegant zu nutzen bietet die größte Chance, Menschen in ihrer Krankheit sicher, stolperfrei und mit größtmöglicher Chance auf tatsächliche Heilung zu begleiten.



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